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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Treibeis in südlichen Breiten. 
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Februar 8. auf 50° S-Br, 47° W-Lg fand sich das Schiff „Cutty Sark“ ‘auf 
der Reise von Sydney nach Falmouth nach starkem Nebel ringsum. von Eis um- 
geben, worauf wieder Nebel eintrat. Gegen Mittag hatte man grofse Eisberge 
recht voraus, und das Schiff konnte nur noch durch einen etwa 300m breiten 
Kanal eben frei schlüpfen. Als sich nachher der Nebel legte, sah man einen 
Berg von 19 Sm Länge. Am nächsten Morgen, den 9. Februar, sah man noch 
wieder vier oder fünf Eisherge. 
März 2. Das Schiff „Templemore“, von Wallaroo nach dem Kanal mit 
Weizen, stiefs am 2. März um Mitternacht gegen einen Eisberg und mufste später 
auf 50° S-Br, 51° W-Lg verlassen werden. Die Mannschaft wurde zwei Tage 
darauf von dem Schiffe „Dunboyne“ aufgenommen, das am 9. März in Port 
William, Falkland-Inseln, einlief. Zwei Mann sind beim Kentern eines Bootes 
ertrunken. ; 
Südlich vom Kap der Guten Hoffnung und im Indischen Ocean. 
1892, November 15. auf 44° 10‘ S-Br, 12° 28‘ O-Lg ein Eisberg mit zwei 
spitzen Erhöhungen, 12 m hoch, 180 m lang und breit und von blendend weißer 
Farbe. Schiff „Adolf“, A. Scheepsma, von Philadelphia nach Nagasaki. 
1893, Januar 21. Kapt. Trulsen vom Dampfer „Solingen“ berichtet: 
„Am 21, Januar abends 10 Uhr auf 48° S-Br, 53° W-Lg passirten wir bei neb- 
ligem Wetter einen anscheinend ziemlich grofsen Eisberg. Da die Temperatur 
des Wassers bis auf 4'2° C gesunken war und mehrere Stunden so niedrig blieb, 
ließ ich bei dem starken Nebel die Maschine bis Tagesanbruch langsam gehen, 
ohne jedoch von dem Eise, dessen Nähe ich vermuthete, noch mehr zu sichten.“ 
Stiller Ocean. 
1892, August 6. auf 58° 46’ S-Br, 75° 46‘ W-Lg ein 25m hoher Eisberg. 
Bark „Antigone“, Höckelmann, von Puerto la Plata nach Valparaiso. 
September 26. auf 45° 50‘ S-Br, 178° 49‘ W-Lg 13 große Eisberge; An- 
zeichen von KEisfeldern weiter südwärts. . Das Eis bildete eine große Gefahr für 
die. Schiffahrt, Schiff „City of Glasgow“, von Lyttelton in London. 
Oktober 2. auf 54° 41‘ S-Br, 91° 0' W-Lg eine Eisinsel von 90 bis 100 m 
gröfster Höhe und ungefähr 500 m Länge in der Richtung Süd—Nord. Dieselbe 
hatte auf dem Südende einen spitzen Thurm und weiter nördlich zwei Hügel; 
die drei Erhöhungen waren durch niedrigeres, etwa 15m hohes Eis miteinander 
verbunden. Als das Schiff sich südlich, etwa 1Sm vom Eise entfernt, befand, 
überschlug sich die ganze Masse mit furchtbarem Getöse. Die Insel hatte hernach 
eine ganz andere Gestalt, indem sie nämlich nur einen Berg von der Form eines 
abgestumpften Kegels und 70 bis 80m Höhe zeigte, von welchem aus sich ost- 
wärts ein 200 m langer und 10m hoher Damm erstreckte. An der West- und 
Südwestseite zeigte sich bis 300m vom Berge ab starke Brandung. Kleine Eis- 
stücke waren nicht zu sehen. Das Schiff passirte an der Luvseite der Insel und 
beobachtete hier keine wesentliche Abnahme der Wassertemperatur. Dreimast- 
schoner „Neptun“, Dreyer, von Wallis-Insel nach Lissabon. 
Oktober ? auf 50° 15‘ S-Br zwischen 178° O-Lg und 171° W-Lg eine große 
Menge Eis, bestehend aus 60 Eisbergen von ungeheurer Gröfse und vielen Eis- 
schollen. Schiff. „Germanic‘, von Sydney N. S. W. nach Liverpool. 
November 30. auf 50° 33‘ S-Br, 145° 41’ W-Lg ein Eisberg von 45 m Höhe 
und ungefähr. 90 m Länge. Kleine Eisstücke anscheinend nicht in der Nähe. 
Bark „Ölga‘, J. Jertrum, von Townsville nach London. 
1893, Januar, von 60° S-Br, 156° W-Lg bis 61° S-Br, 132° W-Lg sehr viele 
Eisberge, darunter einige sehr grofse, welche eine fortgesetzte Linie auf beiden 
Seiten des Schiffsweges bildeten. Ein Berg zeigte eine grofse Menge dunkler 
Streifen, welche 0,6 m voneinander abstanden und ganz von der einen Seite zur 
anderen zu gehen schienen.
	        
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