176
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1893.
Januar 10. Die englische Bark „Arthurstone‘“, mit Weizen von San
Francisco nach Queenstown, hat am 10. Januar, nachts 2 Uhr, auf 49° 30‘ S-Br,
44° W-Lg mit einem Eisberge kollidirt, Schaden am Bug bekommen und Bug-
apriet, Vorstänge nebst Raaen und Zubehör verloren. Die Vorpiek lief infolge
des Stofses voll Wasser.
Januar 10. bis 12. auf 50° bis 48° S-Br und 40° bis 42° W-Lg schwere
Eismassen; 35 ungeheure Eisberge zu gleicher Zeit in Sicht. Schiff „Candida‘“,
von San Francisco in London.
Januar 11. auf 51° 49‘ S-Br, 45° 15‘ W-Lg entging das Schiff „Stracatho“,
von Portland, Oregon, nach Queenstown bestimmt, während Nebels nur mit
genauer Noth der Kollision mit mehreren grofsen EKisbergen.
Januar ? Das Schiff „Powys Castle“, Kapt. Jones, von Portland, Oregon,
nach Cardiff, war in der Nähe der Falkland-Inseln von Eis umgeben. Einige
Berge hatten eine Länge von 4 bis 5 Sm. Das Schiff brauchte drei Stunden, um
ireizukommen.
Januar 14. auf 48° S-Br, 46° W-Lg passirte das Schiff „Forfarshire‘, von
Auckland nach London, eine unbekannte, anscheinend englische Bark von un-
gefähr 1000 Tonnen Gröfse, welcher die Vorstänge drei Fuls über dem Esels-
haupt und das Bugspriet stumpf abgebrochen waren. Das Schiff hatte den Schaden
offenbar im Kise erhalten, das den ganzen Tag in grofsen Mengen in der Nähe
war. Die Bark signalisirte nicht um Assistenz und machte unter kleinen
Segeln ungefähr 4'/2 Knoten Fahrt. (S. den Bericht vom 10, Januar der Bark
„Arthurstone“.)
Januar 14. An Bord des Schiffes „John Cook“, von San Francisco in
Queenstown angekommen, sah man, wie in der Nacht des 14. Januar im Süd-
atlantischen Ocean ein groises Vollschiff unter allen Segeln zwischen 50 große
Kisberge hineinlief. Am nächsten Morgen war von dem Schiffe keine Spur mehr
zu entdecken, und Kapt. Lillian befürchtet, dafs dasselbe gegen einen KEisberg
gerannt und gesunken ist. Der „John Cook“ war auch schon am 13, von Eis-
bergen umgeben, unter denen sich einer von 15 Sm Länge und 210 m Höhe befand.
Januar 15. auf 48° 30‘ S-Br, 44° W-Lg zwei sehr grofse tafelförmige Eis-
berge von ungefähr 60m Höhe und 2 Sm Länge. Am folgenden Tage auf
47° 30‘ S-Br, 42° 30‘ W-Lg vier grofse Eisberge. Norwegische Bark ‚„‚Breidablik‘‘,
Arnesen, von San Francisco in Liverpool.
Januar 15. auf 50° 25‘S-Br, 45° 8 W-Lg sieben grofse Eisberge, von
denen zwei oben platt, 2 bis 3 Sm lang und 75m hoch waren. Bark „H. J,
Libbey“, von Melbourne in Boston.
Januar ? auf 42-7 (52°?) S-Br, 43° W-Lg ein großes Eisfeld, das sich
250 Sm weit ausdehnte. Amerikanisches Schiff „Grandee‘“ von Pisagua in New-York.
Januar ? auf 48° S-Br, 47° W-Lg war das Schiff „Kenilworth“ zwei
Tage im KEise. Es wurden im Ganzen 25 Berge gesichtet, von denen einige
150 m hoch und mehr als 3 Sm lang waren.
Januar 17. auf 51° S-Br, 47° W-Lg etwa 50 Eisberge; am nächsten Tage
auf 48° S-Br, 43° 39‘ W-Lg noch drei weitere. Während das Schiff recht nach
Norden steuerte, waren am fernen Horizont noch viele Berge mehr in Sicht, deren
Zahl jedoch nicht genau festgestellt werden konnte. Schiffsname nicht genannt.
Januar 17. auf 52° 50‘S-Br, 46° W-Lg zwei grofse Eisberge,
Januar 19. auf 50° 50‘ S-Br, 46° W-Lg zahlreiche große Berge von !ı bis
3 Sm Länge und 150 bis 300 (?)m Höhe. Am selben Tage wurde eine Eisinsel
von ungefähr 50 Sm Länge passirt. Schiff „Loch Torridon‘“, von Melbourne in
London.
Januar ? Die mit Beschädigung am 19. Februar in Rio de Janeiro
eingelaufene französische Bark „Galathee‘“ ist mit einem Eisberge in Kollision
‚ewesen.
° Januar 28. auf 52° S-Br, 48° W-Lg ein grofses, 15 bis 20 Sm langes Eis-
feld und ein Dutzend grofser Eisberge, darunter einige von über 60m Höhe.
Englische Bark „Clan Macleod“, von Melbourne in Boston. .
1893, Februar. Von Rio de Janeiro wird unter dem 11. April berichtet:
„Das Schiff „Cashmere“, von Pisagua nach New York bestimmt, ist mit Eis in
Kollision gewesen und mit Verlust von Bugspriet, Vorstängen, Segel, Anker-
spill ete. hier eingelaufen.“