Wasser-, Strom- und Lootsenverhältnisse im Wusung.
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Höhe auf der Barre 2,64 m.
Fluthstrom setzt ein 10* 5” a,
Wasserstand dabei 3,2 m. -
Aochwasser 02.45" p. ;
Höhe auf der Barre 5,92 m.
Hochwasser 5" 10” p 13./10,
Höhe auf der Barre 5,39 m.
Ebbstrom setzt ein 7* 30” p 13./10,
Höhe auf der Barre dabei 4,57 m. -
Niedrigster Wasserstand 0* 40” a 14./10.
Höhe auf der Barre 3,2 m.
Fluth setzt ein 3a. 0.
Höhe auf der Barre dabei 3,58 m.
„... u ‚Diese Angaben sind dem Journal des Hafenmeisters entuommen; die
Witterungsverhältnisse waren normal bei leichten nördlichen Winden. +
‚+ Das Stillwasser bei Niedriywasser dauert. bei Springfluthen 10 Minuten,
ber Nippfluthen 45 Minuten, bei Hochwasser ungefähr 1 Stunde, gleichmäfsig bei
Spring- und Nippfluthen. .: A
Der , Fluthstrom : erreicht seine größte Stärke von 4'4 Sm . ungefähr
24 Stunden nach Niedrigwasser und nimmt gleichmäfsig ab und zu. Der stärkste
Ebbstrom findet ca 1 Stunde vor Niedrigwasser. statt und erreicht selbst bei
heftigen Südwinden nur eine Geschwindigkeit von 3 Sm.: Die ungewöhnliche
Erscheinung, dafs im Flufs der Fluthstrom stärker wie der Ebbstrom läuft, rührt
von dem Unterschied in der Dauer des Ebb- und Fluthstromes her. .
‚Die an und für sich schon geringe Wassertiefe auf der inneren. Barre
wird durch ‚das Festkommen der Dampfer verringert, da hierdurch bei dem
weichen Muddboden zu beiden Seiten des Schiffes Erhöhungen des Grundes ent-
stehen. Ein solches auf. den Grund Laufen der Dampfer geschieht zuweilen ab-
sichtlich, weil dadurch das Ankern und Ankerlichten vor der Barre erspart wird,
während eine Bestrafung: eines solchen Dampfers bei den eigenartigen chinesischen
Verhältnissen nur durch langwierige Vermittelung des betreffenden Konsuls
möglich ist.
Ankerplatz vor der Barre. Schiffe von der Gröfse der „Leipzig“
finden einen guten Ankerplatz westlich der inneren Barre, vor dem oben erwähnten
Junk Channel. Hier vermoorte S. M. S. „Leipzig“ nach Anweisung des Hafen-
meisters ‚von Wusung mit zwei Ankern ohne Mooringschäkel in einer Tiefe von
mindestens 8 m Wasser bei Niedrig wasser-Nippzeit. Das Aufsetzen eines Mooring-
schäkels ist nicht empfehlenswerth, da bei dem muddigen Ankergrund bei
schlecht Wetter die Schiffe etwas treiben können, wodurch das Einhieven nöthig
wird, um beim Schwoien ein Festkommen zu verhindern. In dieser Weise
können Schiffe mit dem Tiefgang S.'M. S. „Leipzig“ — 7,16m — bis zu einer
Länge von 110 m vermoort werden. Die Emprefs-Dampfer mit einer Länge von
147,5 m würden, vermoort, beim Schwoien festkommen; sie ankern deshalb mit
einem Anker und dampfen beim Schwoien nach Angabe des Lootsen frei.
In dem unteren Hafen zwischen Wusung Creek und Wusung Lighthouse
können vier gröfsere Dampfer, 7,16 m tief, mit 135 m Länge vermooren, aber im
oberen : Hafen westlich von der Barre darf mit ‚solchem Tiefgang ein Schiff
höchstens 110 m lang sein, um sicher schwoien zu können. Im unteren Hafen
ist der Fluthstrom bei Springfluthen besonders stark und der Grund sehr weich,
so dafs der Fluthanker häufig durchgeschleppt wird. Patentanker ohne Stock
wie Martin-Anker. sind sehr unzuverlässig und schleppen fast durchgehends zu-
sammen, selbst oft, nachdem 120m Kette gegeben sind.
; Lootsen. Die Angabe der Sailing Directions in Bezug auf Aussehen und
Anzahl der Lootsenboote — 10 Kutter, getakelte einmastige Fahrzeuge — stimmt
nicht, - Zur Zeit sind 7 Lootsenboote vorhanden, meistens zweimastige mit
Schonertakelage. Dieser Umstand ist hier von besonderer Wichtigkeit, weil man
den Angaben der Segelanweisung folgend, das Lootsenboot aus. gröfserer Ent-
fernung für eine Dschunke halten muß. Die Lootsen stehen lediglich unter
lockerer Kontrole des Hafenmeisters. Das verdiente Lootsengeld kommt dem
betreffenden Lootsen zu Gute, von welchem es abhängt, wann er wieder mit dem
Lootsendienst beginnen will. Auf diese Weise ist es schon vorgekommen, daß