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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Grenada. — Wasser-, Strom- und Lootsenverhältnisse im Wusung. Am 
1 17} 
Grenada, 
(Aus dem Bericht S. M. S. „Arcona“, Kommandant Korv.-Kapt. DRAEGER, Aufenthalt vom 
30. Oktober bis 12. November 1892.) 
Die Ansteuerung der Insel und des Hafens St. George, von Süd kommend, 
ist leicht, da die hohen Berge der Insel schon auf grofse Distanz gesichtet 
werden. Point Salines, die Südwestecke der Insel, markirt sich gut und ist 
leicht in Peilung zu halten. Die in der Karte angegebene Peilung St. Eloy— 
Mt. Moritz zur Vermeidung der bei Point Salines liegenden Untiefen ist da- 
gegen schwer auszumachen, da Mit. Moritz durch nichts von den übrigen Hügeln 
gekennzeichnet ist. KEs ist empfehlenswerth, nach dem Passiren von Salines 
Point so weit nordwärts zu gehen, bis man in die Peilung Südecke von Fort 
George in Eins mit dem Gefängnifs (auf der Karte als Hospital angegeben) in 
0'4S kommt, und dann in dieser Peilung direkt auf den Ankerplatz zu halten. 
Die in der Karte angegebene Boje auf den Anna Shoals ist schlecht zu finden, 
da dieselbe, aus einem viereckigen schwarz gestrichenen Kasten mit aufgesetztem 
dreieckigen Toppzeichen bestehend, sich wenig markirt, außerdem in einiger 
Entferaung mehr den Eindruck eines segelnden Bootes als einer Boje macht. 
Zwei am Eingang in den Binnenhafen, die Carenage, auf der 6 m-Linie an der 
Nord- und Südseite aufgestellte Fahrwasserzeichen, weils gestrichen, erschweren 
ebenfalls das Ausmachen der Boje auf Anna Shoal.. 
Diese beiden Fahrwasserzeichen, von denen das südliche eine auf einem 
ebenfalls weißsgestrichenen Pfahl stehende Pyramide, das nördliche ein auf 
einem weifsen Pfahl stehendes, auf und nieder weils und roth gestrichenes Fafs 
ist, sind in der Karte nicht angegeben. Ebenso fehlt ein drittes, an der Ostseite 
auf der 6 m-Linie stehendes Pyramidenzeichen, welches dem südlichen Zeichen 
leich ist. 
5 ‚Aufser durch diese drei Marken wird die Einfahrt in die Carenage noch 
bezeichnet durch eine viereckige roth-weiß gestrichene niedrige Kastenboje 
ohne Toppzeichen, welche ca 500m südwestlich von Fort George Point liegt. 
Dieselbe ist beim Einlaufen südlich zu passiren. 
Die in der Adm.-Karte angegebenen beiden Bojen in der Carenage fehlen. 
Desgleichen fehlt die Flaggenstange auf der Südseite der Einfahrt, da das dort 
befindliche Gebäude nicht mehr als Wohnung für den Hafenmeister benutzt 
wird. .Derselbe wohnt in der Stadt, kommt den Schiffen auf der Rhede entgegen 
und fungirt als Lootse. 
Das Leuchtfeuer von Fort George brennt regelmäfsig. Andere Feuer sind 
nicht vorhanden. 
S. M. S. „Arcona“ lag in Peilung Fort George 01/2S, Point Salines in 
SW'!/2S auf 14m Wasser, Grund Korallen, gut zu Anker. Bei durchweg west- 
lichen Winden war wenig Seegang. Die gröfste infolge der Dünung beob- 
achtete Krängung betrug 10° nach jeder Seite. Grundsee wurde nicht beobachtet. 
Der Strom setzte abwechselnd in nordwestlicher und südwestlicher Richtung, 
ohne dafs eine bestimmte Zeit für die jeweilige Dauer sich feststellen liefs. Die 
Stärke überstieg 0,5 Sm nicht. 
Die kurze Dauer des Aufenthaltes liefßs einen Schlufßs auf barometrische 
Beobachtungen nicht zu. 
Die Temperatur betrug 27° bis 29°. 
Ein Observationsplatz ist auf dem Fort George, für dessen Betreten die 
Erlaubnis des Gouverneurs eingeholt werden mul. 
Ueber die Wasser-, Strom- und Lootsenverhältnisse im Wusung. 
(Bericht von Kapt.-Leut. SCHÖNFELDER I an das Kommando S. M. 8. „Leipzig“. 
Die Segelanweisungen und Gezeitentafeln geben ein unvollkommenes und 
zum Theil unrichtiges Bild zum Einsegeln eines Schiffes vom Tiefgang und der 
Größe S. M. S. „Leipzig“. Um für gröfsere Schiffe die nothwendigen Angaben 
zusammenzustellen, habe ich die Anleitungen der Segelanweisungen und Gezeiten- 
tafeln gesammelt, diese Angaben vom Hafenmeister in Wusung Herrn Hansen
	        
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