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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

114 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1893.

aussichtslos war, so wurde unter Zuhilfenahme der Schratsegel in die Good Hope-Bay
 gesteuert, in welcher nach eingetretener Dunkelheit um 6° 25” p geankert
wurde, Die Good Hope-Bay bietet einen ganz vortrefflichen Schutz und Ankerplatz
 zur Zeit des Nordostmonsuns. Die Einsteuerung in dieselbe war folgende:
Der in der Br. Adm.-Karte No. 2789 angegebene 433 Fufßs hohe Berg
wurde recht voraus in NO'/20 mw. genommen. Dieser Kurs führte gut frei von
dem Cockchafer Rock und wurde so lange gesteuert, bis die Nordwesthuk, auf
welcher sich ein altes, ruinenartiges Fort befßndet, SO*4S peilte. Die Wassertiefe
 bei niedrigem Wasserstande betrug hier 8 m (Ankergrund Schlick).
Während der Nacht vom 21. bis 22. Oktober wehte der Wind aus nordöstlicher
 Richtung mit Stärke 7, Gegen Morgen des 22. Oktober hatte der
Wind bis Stärke 4 abgenommen. Um 6* 20” a wurde Anker auf gegangen und
unter Benutzung alles sich bietenden Schutzes durch Inseln und Landzungen
navigirt. Die Insel Namoa wurde an St. B. gelassen.
Das Kanonenboot passirte um 4* p Jokako Point an B.B. in einem Abstande
 von 1,2 Sm. Der Wind, aus NO kommend, hatte sehr bald die Stärke 7
wieder erreicht, so dafs das Schiff, mit großer Anstrengung gegen Wind, See und
Strom andampfend, nur wenig Fahrt über den Grund machte. Am 23. Oktober
5% 30" a wurde die Einfahrt von Amoy angesteuert, und um 11" 30” a, bei der
Insel Kulangseu angekommen, ein Lootse zum Einlaufen in den Binnenhafen von
Amoy an Bord genommen, woselbst um 12* 30” p in der Nähe des Hitis Rock
geankert wurde.
Am 30. Oktober 5* 50” a ging das Kanonenboot von Amoy nach Shanghai
in See. Der Wind wehte aus NNO—NO mit Stärke 4 bis 7. Nach dem Verlassen
 von Amoy wurde gleich sehr hohe Dünung aus östlicher Richtung angetroffen,
 welche bald in eine durcheinanderlaufende überging, der Wind frischte
auf bis zur Stärke 6—7.
Im Laufe des Nachmittags ging die Dünung auf NO zurück, während der
Wind bis zur Nacht mit derselben Stärke anhielt. Die Reise wurde daher unter
dem Schutze von Inseln, Landzungen und durch die Haitan-Strafßse fortgesetzt.
Der Eingang zur Letzteren wurde am 31. Oktober um 4* 45” a vor dem Hellwerden
 erreicht und ohne Lootsen die Straße passirt. Die Ansteuerung war
folgende: Das Leuchtfeuer Ockseu wurde recht achteraus in S°/40 mw. genommen.
Dieser Kurs führte frei von allen Klippen und Untiefen. Die Clam-Insel wurde
kurz nach dem Hellwerden an B. B. querab 0,4 Sm passirt und von jetzt ab mit
Kurs NO’/sN auf Rugged-Insel zugesteuert, bis White-Insel 03/2S peilte. Letztere
wurde mit O°%8S recht voraus haltend angesteuert. Dieser Kurs führte mitten
zwischen Passage- und Wilshere-Insel hindurch. Die White-Insel wurde etwa
500 m an B.B. lassend passirt und die weitere Durchfahrt durch die Haitan-Strafse
 nach Angaben im „China Sea Directory“, Vol. III, 1884, Seite 231 ff,
durch den Wilson-Channel hindurch ausgeführt,
Um die Durchsteuerungsmarke durch den Wilson Channel, „Round Island
in der Mitte von Charles Island und Black Rock“, leichter auffinden zu können,
sei noch erwähnt, dafs die Charles Island helle Färbung zeigte, während nach
der in der Karte befindlichen Vertonung angenommen werden konnte, dafs diegelbe,
 wie Black Rock, dunkel erscheinen mufs. Von Nord in die Straße einsteuernd,
 halte man Mitre Rock in der Mitte zwischen Slug und Shingan Island.
In den „Annalen der Hydrographie‘“ 1887, Seite 173, pag. 9 ist irrthümlicherweise,
 statt Mitre Rock, Black Peaked Rock als Mittelmarke angegeben.
Nach dem Passiren der Haitan-Straßse machte sich eine bedeutende Abnahme
 des Nordostmonsuns sowie des Seeganges bemerkbar. Am 2. November
mittags war der T'shusan-Archipel erreicht; es wurde derselbe ohne Schwierigkeit
passirt.

Ueber die Reise von Hongkong—Amoy— Tshusan-Archipel sei noch erwähnt,
 dafs der Strom durchschnittlich 2 bis 2,5 Sm SSW mw. setzte. Die
Reise durch den Vernon Tower Hill und Blackwell Channel, sowie das Einlaufen
 in den Yangtse- und Wusung-Flufs ohne Lootsen verlief ohne besondere
Vorkommnisse.
Am 3. November 11* 50" a machte das Kanonenboot ‚an der Old Dock-Boje
 im Hafen von Shanghai fest,
            
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