Hydrographische Arbeiten in der Umgebung der Magellan-Strafse, 109
suchen, da, wo die Gebirgskeite von San Sebastian endet, weil man hier besser
geschützt ist.
Diese Bemerkungen gelten für Dampfschiffe, aber keineswegs für Segel-
schiffe, die nicht ganz ausgezeichnete Takelage haben, denn sonst würden sie
bei Umschlag des Windes aufs Aeufserste gefährdet sein.
Hülfsquellen. In dieser Bucht ist der Fischfang aufserordentlich loh-
nend und liefert einen ausgezeichneten Theil der Tafel, Man hat fast keine
Arbeit, mit einem guten Netze und mit einem einzigen Zuge 80 und mehr Fische
zu fangen, worunter Barsche, kleine Fische, Stockfische, Sardinen und andere
Arten von nicht geringerer Güte und Schmackhaftigkeit sich befinden, wodurch
die Küche der Mannschaft wesentlich bereichert wird.
Es ist schwierig, Sülswasser zu erhalten, und man darf nie hier den Wasser-
vorrath erneuern wollen, da diese Arbeit ungemeine Anstrengungen erfordert
ohne großes Resultat, nicht weil Mangel an Wasser herrscht, denn man findet
leicht in verschiedenen Wasserläufen des südlichen und südwestlichen Theiles
and in dem San Marti-Bach Wasser, sondern weil die Boote vom Ankerplatz
aus stets eine bedeutende Strecke durchlaufen und innerhalb derselben Tide zu-
rückkehren sollen, was nur mit äufserster Anstrengung zu erreichen ist. Die
einzige Art, diese Operation auszuführen, ist, die Mündung des Flüfschens anzu-
laufen, welche kleineren Fahrzeugen zu kommen und gehen gestattet, unabhängig
von den Stunden von Ebbe und Fluth; aber dazu mufß man schon vorher genaue
Kenntnifs von der Lage des Baches haben, denn obwohl derselbe auf dem Plane
verzeichnet ist, so ist es doch immer schwer, bei dem kleinen Mafsstabe ein so
schmales Flußbett zu finden, und man kann es nur durch das Loth feststellen.
Holz ist sehr spärlich, man kann kaum darauf rechnen. Kiniges Ge-
sträuch kann in dringenden Fällen benutzt werden, aber jedenfalls ist es ganz
jllusorisch, sich damit verproviantiren zu wollen; nicht ein Baum erhebt sich
über seine Umgebung. Die Wälder, welche im südlichen Theile von Feuerland
einen natürlichen Reichthum repräsentiren und ein üppiges Wachsthum zeigen,
sind hier gänzlich unbekannt. Was den südlichen Theil anbetrrifft, so enthält er
dunkle Berge, unfruchtbar und kabl, ohne irgend eine Vegetation, und ein Thal
wird von denselben gebildet, in welchem einige bedeutende Lagunen liegen, die
dichte Röhrichte bewundern lassen, welche sie nach allen Richtungen umgeben,
herrliche Wiesen, wo Gras und Klee sich zu einer Höhe von mehr als !/s m erheben
und sogar an vielen Punkten so wuchern, dafs man nicht darin gehen kann, ohne
einen mühevollen, schweren Weg zu haben. Diese Gegenden bieten viele Weiden,
wo zahlreiche Herden Nahrung fänden, die zweifellos den Wohlstand derer be-
dingen würden, welche sich der Viehzucht widmen würden; hier bietet sich
in überreicher Menge das Wildpret: Enten verschiedener Art und Gröfse, pracht-
vollste Abutarden, Reiher und verschiedene Vogelarten fliegen in grofsen Haufen
in allen Richtungen umher oder beleben die Oberflächen der Lagunen,
Natürliche Produkte. Die ganze Küste der Bucht entlang zieht sich
eine lange Bank, die, wie ich schon erwähnte, von thonigem Sand gebildet ist;
aber diese wechselt ihr Aussehen in dem Mafse, wie sie sich dem festen Lande
nähert, und gegen SW und Süd, wo sich theils große Haufen von Steinen an-
sammeln, theils die Zusammensetzung sich ändert, da sie hier aus kieseligem
und eisenhaltigem Sande besteht, der gleichzeitig kleine Theile Platina,' Diamanten
und andere kostbare Steine enthält, welche einer Diluvialschicht angehören
oder mehr dem oberen Theil des Tertiärbodens. Es genügt, diesen Sand zu
waschen, um das Gold, welches er enthält, zu gewinnen. Die starken Fluthen
schleudern es auf den Strand und erleichtern seine Entnahme ungemein. Die Aus-
beutung von Gold hat einen grofsen Aufschwung in den goldhaltigen Plätzen
des Feuerlandes genommen: man hat überraschende Resultate erhalten, welche
eine große Zahl von Arbeitern verschiedensten Ursprungs und Nationalität an-
lockten, | die für ihre Mühe reichlichen Lohn finden, und die, wie z.B. auf den
Inseln „Lenoy und Nueva“ sich zu 300 vereinigten, um grofse Reichthümer aus
dem dort entdeckten Sande zu ziehen. In San Sebastian befindet sich das Haus
„El Paramo“, welches in dem kurzen Zeitraume von drei Jahren bedeutende Kr-
folge. erzielte; man findet moderne Maschinen und alle nöthigen Hülfsmittel, die
im Gebiete „Norte de la Punta de Arenas“ aufgestellt sind. Das Gebäude dieser
Gesellschaft ist ein sehr gutes Merkzeichen, um die Bucht aufzufinden, wenn man