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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

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Annalen der Hydrographie und Maritilmen Meteorologie, März 1893 
Hydrographische Arbeiten in der Umgebung des östlichen Eingangs 
der Magellan - Stralse. 
In einem offieiellen Bericht an die argentinische Regierung,!) datirt Buenos 
Aires, Juni 1892, hat Herr Freg.-Kapt. Edelmiro Correa die Ergebnisse einer 
Regierungs-Expedition in diese Gegenden niedergelegt, welche sich besonders in 
der Bai von San Sebastian längere Zeit aufhielt. Diesem Bericht ist das Fol- 
gende entnommen. 
Die Bai von San Sebastian liegt unter 53° 9 S-Br und 68° 14‘ W-Lg v. Gr. 
und ist der einzige Hafen an der Ostküste von Feuerland. Sie ist 50 Meilen 
vom „Cabo de las Virgenes‘“ entfernt und endigt in ihrem südlichen Theile mit 
lem Cabo San Sebastian, einem hohen und abschüssigen Vorgebirge von gelb- 
licher Farbe, das sich 54 m über das Meeresniveau erhebt und der Anfang einer 
Bergkette ist, welche absteigend nach Westen läuft. Im nördlichen Theil wird 
die Bucht durch eine Landzunge von 10 Meilen Ausdehnung begrenzt, welche 
„Punta de Arenas“ heifst und deren Breite nirgends ca 1000 m überschreitet, 
lirekt über der Meeresoberfläche bei Niedrigwasser gemessen. Der Umfang 
Jer Bucht ist gegen SW durch hohe weiße Vorgebirge bezeichnet, in denen 
Jurch den Anprall der Wogen bedeutende Höhlungen entstanden sind; in 
einer von diesen suchten wir eines Tages Zuflucht, als wir während der 
Messungen von der Fluth überrascht wurden. Diese Vorgebirge können bis zu 
dem Hügel „Vanguardia“ verfolgt werden, von wo an das Terrain sich voll- 
kommen verflacht und das Bild einer ungeheuren Ebene darbietet, bedeckt von 
Weiden, welche Guanacos in zahlreichen Herden nach allen Richtungen durchziehen. 
Die Bali ist fast ganz offen gegen den Atlantischen Ocean und kaum ge- 
schützt in ihrem südlichen und nördlichen Theile durch die Gebirge des Kaps 
San Sebastian und jene, die sich bis zur Höhe von Nombre Head erheben. 
Die Bucht hat einen guten Ankergrund; ibr Boden aus feinem Sande ver- 
hindert, dafs die Anker geschleppt werden, wenn nur die Kabel gut sind. 
Wenn Winde aus dem zweiten Quadranten vorherrschen, bildet sich bedeutender 
Wellenschlag, der die Bucht in ein wahres Meer verwandelt; denn der ganze 
Wogenprall von außen wirkt auf den Ankergrund und bewirkt schweres Arbeiten 
des Schiffes; auch die Häufigkeit und Kraft der Südwestwinde macht einen län- 
geren Aufenthalt sehr unbequem, da das Schiff fortwährend durch Wind und 
Strom belästigt wird. 
Die Arbeiten des Löschens und Ladens sind äufserst schwierig wegen der 
Brandung und können nur an ruhigen Tagen ausgeführt werden, welche während 
unserer Anwesenheit sehr selten waren. 
Die beständige Bewegung des Wassers und der Einfluß der Strömungen 
von Ebbe und Fluth machen die Schiffahrt auf der Bucht sehr gefährlich für 
Segelboote, was bei mehr als einer Gelegenheit die Boote des „Villarino“ 
empfunden haben, welche wahre Stürme erduldet und ernste Gefahren be- 
standen, so dafs die Mannschaft durch 16— 20stündige schwerste Arbeit entkräftet 
an Bord kam. Auf Grund dieser Schwierigkeiten sind viele Exkursionen für 
unsere Arbeiten erforderlich gewesen, und die Beschwerden, welche die Mann- 
schaft in ihnen erdulden mulste, waren sehr grof[s. 
Topographische Aufnahme. Diese Arbeit wurde sehr zeitraubend 
durch den Mangel an Transportmitteln und die Natur des Terrains südlich von 
der Bai: Felder, welche von den Tuco-Tucos, kleinen Nagethieren, so unter- 
minirt sind, dafs es unmöglich ist, einen längeren Weg mit schweren Gegen- 
ständen zu machen, ohne vollständig erschöpft zu sein. Auch Bootfahrten 
konnten des stürmischen Wetters wegen nur wenig ausgenutzt werden, weil die 
Leute immer wieder gezwungen wurden, beim Schiffe Schutz zu suchen. 
Astronomische Beobachtungen. Die geographische Bestimmung des 
Punktes der Beobachtungen, ausgewählt am südlichen Ende von Punta de Arenas, 
1) Estudios hidrogräficos en la Tierra del Fuego y Magallanes, hechos con motivo de la 
Demarcacion de Limites con Chile. 22 Seiten u. 2? Tafeln.
	        
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