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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1893,
Stillen Ocean durch drei Schleusen statt-
finden wird.!) Auf dieser Strecke wurden
die Arbeiten hauptsächlich dadurch be-
hindert, dafs das Land östlich vom Tola-
Damm gartenähnlich kultivirt ist und
das nöthige Terrain erst den Besitzern
abgekauft werden mufste. Auf der langen
Strecke vom Atlantischen Ocean bis zum
See dagegen, welche zum gröfsten Theile
noch Wildnis ist, ist der Gesellschaft
durch einen von ihr mit den Regierungen
von Nicaragua und Costarica abge-
schlossenen Vertrag alles Land, das für
den Kanalbau erforderlich, so weit es
noch herrenlos, unentgeltlich zur Ver-
fügung gestellt worden. Auch haben die
beiden genannten Regierungen der Ge-
sellschaft reiche Schenkungen von Län-
dereien zu beiden Seiten der Kanallinie
gemacht, durch deren Verkauf die Ge-
sellschaft eine bedeutende Einnahme hat
und andererseits Nicaragua und Costa-
rica Ansiedler bekommen.
In diesem östlichen Theile des
Kanals genügt ein einziger Damm noch
nicht, sondern müssen mehrere solche
aufgeführt werden. Da der Fluß San
Juan grofsentheils sehr seicht und im
oberen Theile von Stromschnellen, im
unteren von Sand- und Schlammbänken
durchsetzt ist, welche ihren Ort häufig
ändern, so hat der Ingenieur A. G. Me-
nocal, von welchem das gegenwärtige
Bauprojekt für den Nicaragua-Kanal her-
rührt und der auch die Oberleitung über
dessen Ausführung hat, eine ca 380 m
lange und 16 m über den jetzigen Flufs-
spiegel sich erhebende Thalsperre beim
Dorfe Ochoa vorgesehen, von Wo aus
ostwärts der Kanal nicht mehr dem San
Juan folgen soll, sondern in gerader
Richtung nach Greytown durch einige
gesperrte und unter Wasser gesetzte
Thäler von Nebenflüssen und zuletzt,
nachdem er am Ostrande des Hügellandes
in drei Schleusen herabgestiegen ist,
durch ein im flachen Schwemmlande ge-
grabenes Bett dem Atlantischen Ocean
zugeführt werden soll. Namentlich ist
es das Thal des San Francisco und dann
das obere Thal des Deseado, die in dieser
Weise in künstliche Wasserbecken ver-
wandelt werden sollen, deren Spiegel
wenig mehr als 1m unter dem des
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hnellen
‚Schnellen
nallen
1) In der nebenstehenden Karte des Nicara-
zua-Kanals bedeuten die punktirten Flächen Ge-
biete, welche durch die Aufdämmungen unter
Wasser gesetzt werden sollen; im Profil daneben
bedeutet das schräg Gestreifte auszuhebende Boden-
masse, das Schwarze natürliche bezw. aufgestaute
Wassermasse.
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