accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Neue Seekanäle. 
07 
3. Mit Rücksicht auf die zu 1 erwähnte und verschiedene andere Ab- 
änderungen des Bauentwurfs von geringerer Bedeutung erhöhte sich die auszu- 
hebende Bodenmasse von rund 63 400 000 cbm auf rund 77400 000 cbm, 
4. Der erste Entwurf hatte zum Schutz gegen den Wellenschlag die Ab- 
deckung einer Böschungsfläche von 749000 qm mit Steinmaterial in Aussicht 
genommen. Diese Fläche erhöhte sich auf Grund der speciellen Entwurfs- 
arbeiten auf 1232 000 qm. . 
5. In dem Voranschlag waren folgende Schleusenbauten an den Kanal- 
mündungen vorgesehen: Für die Mündung an der Elbe drei Schleusen, eine von 
126 m nutzbarer Länge und 25 m Breite, eine von 84 m Länge und 12,5 m Breite 
und eine sogenannte Kesselschleuse von 21600 qm nutzbarer Fläche, für die 
Mündung am Kieler Hafen eine Schleuse mit 126 m nutzbarer Länge und 25m 
Breite. Nach dem endgültig festgestellten Bauentwurf werden unter Berücksich- 
tigung der von der Marineverwaltung inzwischen gestellten Anforderungen Doppel- 
schleusen mit je zwei Oeffnungen von 150 m nutzbarer Länge und 25 m Breite 
hergestellt. 
6. Nach dem vorläufigen Entwurf sollte die Westholsteinische Eisenbahn 
vermittelst einer Drehbrücke, der Verkehr auf der Chaussee Itzehoe—Heide ver- 
mittelst einer Fähre über den Kanal geführt werden. Die Kanal-Bauverwaltung 
entschied sich im Hinblick auf den durch nähere Ermittelungen in seiner Be- 
deutung festgestellten Verkehr später dafür, eine gemeinsame Ueberführung der 
Eisenbahn und der Chaussee herzustellen und demgemäfßs eine für beide Ver- 
bindungen bestimmte Hochbrücke bei Grünenthal zu errichten. 
7. Zu Gunsten der Arbeiter waren in dem vorläufigen Entwurf Einrichtungen 
überhaupt noch nicht vorgesehen. Erst später wurde beschlossen, für die Unter- 
bringung und Verpflegung der Arbeiter in umfassender Weise auf Kosten des 
Baufonds Sorge zu tragen. 
In fünf Baujahren sind bis jetzt rund 52000 000 cbm Bodenmasse aus- 
gehoben worden. Die grofsen Schleusenbauten bei Holtenau, Rendsburg und 
Brunsbüttelhafen sind im Mauerwerk so kräftig gefördert, dafs auf ihre recht- 
zeitige Fertigstellung gerechnet werden kann, An den Thoren sowie den maschi- 
nellen Einrichtungen für diese Schleusen wird gearbeitet... Verschiedene Neben- 
anlagen, wie Ent- und Bewässerungsanlagen, sind hergestellt. Mit der Abdeckung 
der Böschungen ist man auf der ganzen Kanalstrecke beschäftigt. Die Hoch- 
brücke bei Grünenthal ist ausgeführt und dem HKEisenbahnverkehr übergeben. 
Nachdem im Jahre 1891 die Absenkung des Wasserspiegels von der Scheitel- 
strecke des Eider-Kanals stattgefunden hat, wird in diesem Winter mit der Senkung 
des Wassers auf einer gröfseren Strecke des alten Kanals fortgefahren werden. 
Auf einigen Strecken des neuen Kanals findet bereits an Stelle des Eider-Kanals 
ein Betrieb für die kleinere Schiffahrt statt. 
Im Anfang Oktober d. J. waren 5868 Arbeiter an dem Nord-Ostsee-Kanal 
beschäftigt. Bis zum 1. Oktober d. J. waren von dem Baufonds verausgabt 
80176 413 M. Zur Ausführung bereits begonnener. Arbeiten und Lieferungen ist 
ferner verfügt über 35 590 887 M. Noch nicht begonnene Arbeiten und Liefe- 
rungen sind veranschlagt im Betrage von 40 437 437 M. Summa 156 204 737 M. Auf 
den mit 11 867 600 M. ausgestatteten Ausschlagstitel für unvorhergesehene Aus- 
gaben hat bereits wiederholt zurückgegriffen werden müssen, so infolge ver- 
mehrten Bedarfs für den Grunderwerb und zu Nutzungsentschädigungen mit 
2.038 000 M. und für besondere Arbeiten zur Befestigung der Böschungen, deren 
Nothwendigkeit sich erst während der Bauausführung ergab, mit 6 540 000 M. 
Neuerdings hat sich die Bauverwaltung noch für die Einrichtung einer 
zweiten Hochbrücke über den Kanal bei Levensau entscheiden zu müssen ge- 
glaubt. Auch an diesem Punkt des Kanals war, wie bei Grünenthal, die Ueber- 
führung der Eisenbahn (Kiel—Flensburg) vermittelst einer Drehbrücke, die Ueber- 
führung des Verkehrs auf der Chaussee (Kiel—KEckernförde) vermittelst einer 
Fähre in Aussicht genommen. Später stellte sich heraus, dafs der Fährbetrieb 
nicht genügen könne, um den Verkehr mit Landfuhrwerken zu bewältigen. Man 
glaubte zunächst diesen Verkehr der Drehbrücke zuweisen zu dürfen. Eingehende 
Erwägungen haben es aber als unvermeidlich erscheinen lassen, auch hier die 
Errichtung einer Hochbrücke in das Auge zu fassen. Die Drehbrücke, für welche 
von Seiten der Kaiserlichen Marine eine Durchfahrtsöffnung von 50m als er- 
Ann. d. Hydr. etc., 1893, Heft III
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.