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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1892. 
wird. Alles steht im Thurme. Jede Sirene ist mit einem Trompetenrohre ver- 
bunden, und die Mündungen dieser Rohre ragen aus dem Thurm hinaus in einer 
Höhe von 285m über dem Meere. Die eine Trompetenmündung ist gegen 
N 86° O gerichtet, die andere gegen S 44° W, rechtweisend. Der Apparat ist 
dermafsen regulirt, dafs von der einen oder der anderen Sirene in zwei kurz 
auf einander folgenden Stöfsen ein etwas tiefer Ton einige Sekunden lang hör- 
bar wird, und zwischen je zwei Doppelstöfßsen ist eine Zeit von etwa zwei 
Minuten. 
An der meteorologischen Station auf Färder, einer von den Stationen 
2. Ordnung des meteorologischen Instituts, konnte Barometer, Psychrometer, 
Windrichtung, Windstärke, Bewölkung und Seegang beobachtet werden. Das 
Psychrometer steht in einer Höhe von 13m über dem Meere. 
An Bord des „Blink“ hatte ich ein Psychrometer in einer Beschirmung 
aus Kupfer, von einem Holzhäuschen umgeben, aufgestellt, denselben Apparat, 
welchen ich an Bord des „Vöringen“ 1876—78 auf unserer Nordmeer-Expedition 
benutzte. Die Thermometer standen 2m über der Meeresfläche. An Bord wurde 
auch, aufser dem Psychrometer, die Richtung des Windes nach dem Kompafs 
und die Geschwindigkeit des Windes mit meinem Handanemometer beobachtet. 
Der Reibungskoefficient von diesem wurde an Bord bestimmt unter Fahrt bei 
stillem Wetter. 
Auf der Galerie des eisernen Leuchtthurmes wurde, 45 m über dem Meere, 
ein kupfernes Thermometerhäuschen derselben Art wie an Bord des „Blink“ 
mit einem Psychrometer aufgestellt. Dasselbe stand immer im Schatten des 
Thurmes und hatte immer guten Luftzug. 
Durch diese Anordnungen war es möglich, die Aenderung der Lufttempe- 
ratur und der Luftfeuchtigkeit mit der Höhe zu bestimmen, welche Faktoren nach 
meiner Ansicht Einflufßs haben müssen auf die Weise, in der sich der Schall 
vom Nebelsignal-Apparate fortpflanzt. 
Ich hatte außerdem ein Schleuderthermometer bei mir. An Bord hatte 
ich ein Thermometer für die Temperatur der Oberfläche des Wassers. Die Kor- 
rektionen waren genau bestimmt für sämmtliche Thermometer. 
Die Versuche wurden nach dem folgenden Plan ausgeführt: Die Uhren 
am Land und an Bord wurden nach der Telegraphenuhr an der Station gestellt. 
Jede der Sirenen sollte ihre Signale durch eine ganze Viertelstunde hindurch 
geben, in der nächsten Viertelstunde die andere Sirene. Die südliche (südwest- 
Lliche) Sirene tönte von 0” bis 13” und von 30” bis 43”, die östliche Sirene 
von 15” bis 28” und von 45°” bis 58 m. Die meteorologischen Instrumente 
wurden auf Färder jede halbe Stunde, um 0” und 30”, beobachtet. Zur selben 
Zeit wurden korrespondirende Beobachtungen an Bord gemacht, wo auch die 
Temperatur der Meeresoberfläche genommen wurde. 
Wenn möglich, sollten die Signalisirung und die Beobachtungen auf Färder 
im Gange sein von 9*a.m. bis 4"p.m. Im Falle etwas bei den Maschinen in 
Unordnung sein würde, sollte dies durch eine vom „Blink“ aus sichtbare Flagge 
von der Thurmgalerie signalisirt werden. 
An Bord wurde die Stärke des Schalles nach der Skala 0 bis 5 notirt. 
Die höchste Zahl bezeichnete die Stärke des Signals, wie es an Bord des „Blink“ 
auf dem Ankerplatze beim Thurme ertönte. Es zeigte sich, dafs Kapt. Schiött und 
ich die Stärke des Schalles ganz oder beinahe ganz übereinstimmend beurtheilten. 
Der Ort des Dampfers auf dem Meere wurde bestimmt durch Messung 
mit dem Sextanten von Horizontalwinkeln zwischen bekannten, in der Karte 
genau angegebenen Punkten oder durch Kreuzpeilungen. 
Am 11. Oktober um 1* p. m. konnten die Versuche ihren Anfang nehmen. 
Wir dampften zuerst nordwärts gegen die Insel Store Färder (Grol[s-Färder), 
darauf langsam südwärts gegen Lille Färder und zuletzt wieder nordwärts bis 
zur Nordspitze von Store Färder, wo auf der Ostseite geankert wurde. Hier 
war der Schall von den Signalen recht schwach. Auf der höchsten Spitze von 
Store Färder stehen die Ueberreste einer alten Kohblenwarte, des ältesten Leucht- 
thurms in Norwegen, wo einst ein gewaltiges Kohlenfeuer als Leuchtsignal diente. 
Von 3" 48” bis 4 beobachteten Kapt. Schiött und ich die Schallsignale von 
diesem Punkt, im Schutz des ziemlich frischen Windes am Fufse des Thurmes 
stehend. Hier wurden die Schallsignale gut gehört, Stärke 2 bis 2,5, während
	        
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