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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Kleine Notizen. 
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eine Bake. Die beiden Baken auf der Insel Beacon in Linie gebracht, führt 
durch die Mitte des Süd-Kanals, und sobald die beiden Baken auf der Insel 
Woody sich in Deckung befinden, ist der Kanal durchsegelt. Alsdann hat man 
seinen Kurs auf NzO zu verändern und weiter zu verfahren, wie von Kapitän 
J. George von der englischen Bark „Argonaut“ in den mehrfach genannten 
Mittheilungen über die Rat-Insel herichtet wird. 
Trinkwasser giebt es auf Rat-Insel zur Zeit des südlichen Sommers, infolge 
der grofsen Regenarmuth, nicht. Um sich frisches Fleisch zu verschaffen, thut 
man am besten, einige Hammel von Freemantle oder Champion-Bai mitzubringen, 
welche man auf Rat-Insel grasen lassen und von denen man dann nach Bedarf 
einen einfangen und schlachten kann. Gute efsbare Eier finden sich in grofser 
Menge auf der Insel vor, und man kann davon so viele haben, wie man will. 
Reichen die Garnirungsmatten nicht aus, so lassen sich alte Guanosäcke, die 
denselben Zweck erfüllen, zum Preise von 3 Schilling für das Dutzend von den 
Guanoverschiffern kaufen. 
Am 8. Januar 1890, also innerhalb eines Monats, war unser Schiff, 
welches eine Größe von 496 Registertonnen hat, mit Guano beladen. Um noch 
viele größere Schiffsladungen zu verschiffen, dürfte der Vorrath auf Rat - Insel 
nicht ausreichen; schon in den nächsten Jahren werden wahrscheinlich die 
Schiffe ihre Ladungen bei den Pelsard-Inseln nehmen müssen. 
2, Zum Lootsenwesen in Townsville (Queensland). Kapitän J. Blefs 
von der deutschen Bark „Hercules“, am 9. Juli 1889 in Townsville angekommen, 
berichtet über eine Absonderlichkeit des Lootsenwesens daselbst in seinem mete- 
orologischen Journal, wie folgt: Nachdem der „Hercules“ bereits eine geraume 
Zeit auf der Rhede von Townsville vor Anker gelegen hatte und die Unter- 
suchung des Schiffes seitens der Zoll- und der Gesundheitsbehörde bereits beendet 
war, kam erst der Lootse an Bord, nur um sich noch vorzustellen — trotzdem 
unsere Ankunft lange genug vorher von Kap Cleveland gemeldet war — und für 
diese Mühewaltung beanspruchte derselbe das hohe volle Lootsengeld. Wenn- 
gleich die Bai geräumig genug und ganz rein von Untiefen. ist und man daher 
ganz gut ohne einen Lootsen einsegeln kann, so dürfte dieser doch wenigstens 
zo zeitig an Bord kommen müssen, dafs er das Schiff noch verankern kann. 
3. Auffallende Naturerscheinung in der Bai von Bengalen. Der 
Dampfer „Sophie Rickmers“, Kapt. J. Wachsmuth, welcher am 28. Mai v. J. 
seine Ladung in Akyab an Bord genommen hatte, blieb bis zum 30. auf der 
Rhede liegen infolge eines Telegramms, nach welchem in der Bai eine Cyklone 
wüthete, deren ‚Centrum über Diamond Island lag. Am 30. war es schönes 
klares Wetter, das Schiff verliefs den Hafen und befand sich um 2* 30 p. m. 
etwa 22 Sm von der Küste, mit Wind SW mäfßig, Kurs Süd, als sich in 8 bis 
10 Sm Entfernung auf dem Wasser eine Art Wolkenbildung bemerkbar machte, 
welche sich rasch ausdehnte und höher stieg, wobei es den Anschein hatte, dals 
fortwährend ungeheuere Wassermassen mindestens 100 m in die Höhe geschleudert 
wurden. Wir sichteten sie zuerst in SSW; während der 30 bis 35 Minuten, 
welche die Erscheinung dauerte, bewegte sich das Ganze in NNW-BRichtung, 
worauf es in der Peilung WSW verschwand. Der Weg, den die Erscheinung 
durchlaufen hatte, machte sich noch längere Zeit durch hohe rollende Wellen 
bemerkbar. 
Irgend welche Aenderung in dem schönen Wetter, der Bewölkung und 
dem Barometerstande fand nicht statt. Eine Wind- oder Wasserhose konnte 
es nicht sein, da in der Wolkenbildung keines der allbekannten Anzeichen dafür 
vorhanden war; es machte vielmehr den Eindruck eines vulkanischen Ausbruchs. 
Ob eine Aenderung in den Verhältnissen des Meeresbodens stattgefunden. hat, 
dürfte ohne große Schwierigkeit festzustellen sein. Das Schiff peilte zur Zeit 
Tiger Point 0SO in 9 Sm Entfernung. 
4. Bezüglich des Schlepplohns von Sydney nach Newcastle N.S.W 
macht Kapitän P. Weifs von der deutschen Bark „Nestor“ in seinem meteoro- 
logischen Journale folgende nützliche Bemerkung: „Für das Schleppen eines 
Schiffes von Sydney nach Newcastle berechnet die Schleppdampfer-Gesellschaft 
von Newcastle 1 Schilling die Registertonne. Da nun die Dampfer dieser
	        
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