Kleine Notizen.
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eine Bake. Die beiden Baken auf der Insel Beacon in Linie gebracht, führt
durch die Mitte des Süd-Kanals, und sobald die beiden Baken auf der Insel
Woody sich in Deckung befinden, ist der Kanal durchsegelt. Alsdann hat man
seinen Kurs auf NzO zu verändern und weiter zu verfahren, wie von Kapitän
J. George von der englischen Bark „Argonaut“ in den mehrfach genannten
Mittheilungen über die Rat-Insel herichtet wird.
Trinkwasser giebt es auf Rat-Insel zur Zeit des südlichen Sommers, infolge
der grofsen Regenarmuth, nicht. Um sich frisches Fleisch zu verschaffen, thut
man am besten, einige Hammel von Freemantle oder Champion-Bai mitzubringen,
welche man auf Rat-Insel grasen lassen und von denen man dann nach Bedarf
einen einfangen und schlachten kann. Gute efsbare Eier finden sich in grofser
Menge auf der Insel vor, und man kann davon so viele haben, wie man will.
Reichen die Garnirungsmatten nicht aus, so lassen sich alte Guanosäcke, die
denselben Zweck erfüllen, zum Preise von 3 Schilling für das Dutzend von den
Guanoverschiffern kaufen.
Am 8. Januar 1890, also innerhalb eines Monats, war unser Schiff,
welches eine Größe von 496 Registertonnen hat, mit Guano beladen. Um noch
viele größere Schiffsladungen zu verschiffen, dürfte der Vorrath auf Rat - Insel
nicht ausreichen; schon in den nächsten Jahren werden wahrscheinlich die
Schiffe ihre Ladungen bei den Pelsard-Inseln nehmen müssen.
2, Zum Lootsenwesen in Townsville (Queensland). Kapitän J. Blefs
von der deutschen Bark „Hercules“, am 9. Juli 1889 in Townsville angekommen,
berichtet über eine Absonderlichkeit des Lootsenwesens daselbst in seinem mete-
orologischen Journal, wie folgt: Nachdem der „Hercules“ bereits eine geraume
Zeit auf der Rhede von Townsville vor Anker gelegen hatte und die Unter-
suchung des Schiffes seitens der Zoll- und der Gesundheitsbehörde bereits beendet
war, kam erst der Lootse an Bord, nur um sich noch vorzustellen — trotzdem
unsere Ankunft lange genug vorher von Kap Cleveland gemeldet war — und für
diese Mühewaltung beanspruchte derselbe das hohe volle Lootsengeld. Wenn-
gleich die Bai geräumig genug und ganz rein von Untiefen. ist und man daher
ganz gut ohne einen Lootsen einsegeln kann, so dürfte dieser doch wenigstens
zo zeitig an Bord kommen müssen, dafs er das Schiff noch verankern kann.
3. Auffallende Naturerscheinung in der Bai von Bengalen. Der
Dampfer „Sophie Rickmers“, Kapt. J. Wachsmuth, welcher am 28. Mai v. J.
seine Ladung in Akyab an Bord genommen hatte, blieb bis zum 30. auf der
Rhede liegen infolge eines Telegramms, nach welchem in der Bai eine Cyklone
wüthete, deren ‚Centrum über Diamond Island lag. Am 30. war es schönes
klares Wetter, das Schiff verliefs den Hafen und befand sich um 2* 30 p. m.
etwa 22 Sm von der Küste, mit Wind SW mäfßig, Kurs Süd, als sich in 8 bis
10 Sm Entfernung auf dem Wasser eine Art Wolkenbildung bemerkbar machte,
welche sich rasch ausdehnte und höher stieg, wobei es den Anschein hatte, dals
fortwährend ungeheuere Wassermassen mindestens 100 m in die Höhe geschleudert
wurden. Wir sichteten sie zuerst in SSW; während der 30 bis 35 Minuten,
welche die Erscheinung dauerte, bewegte sich das Ganze in NNW-BRichtung,
worauf es in der Peilung WSW verschwand. Der Weg, den die Erscheinung
durchlaufen hatte, machte sich noch längere Zeit durch hohe rollende Wellen
bemerkbar.
Irgend welche Aenderung in dem schönen Wetter, der Bewölkung und
dem Barometerstande fand nicht statt. Eine Wind- oder Wasserhose konnte
es nicht sein, da in der Wolkenbildung keines der allbekannten Anzeichen dafür
vorhanden war; es machte vielmehr den Eindruck eines vulkanischen Ausbruchs.
Ob eine Aenderung in den Verhältnissen des Meeresbodens stattgefunden. hat,
dürfte ohne große Schwierigkeit festzustellen sein. Das Schiff peilte zur Zeit
Tiger Point 0SO in 9 Sm Entfernung.
4. Bezüglich des Schlepplohns von Sydney nach Newcastle N.S.W
macht Kapitän P. Weifs von der deutschen Bark „Nestor“ in seinem meteoro-
logischen Journale folgende nützliche Bemerkung: „Für das Schleppen eines
Schiffes von Sydney nach Newcastle berechnet die Schleppdampfer-Gesellschaft
von Newcastle 1 Schilling die Registertonne. Da nun die Dampfer dieser