Guayaquil und Callo.
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werden, :kann man keine Gartenerzeugnisse bekommen. Das Dorf Callo, in dem
die meisten Arbeiter wohnen und wo auch die Hafen- und Zollbehörde ihren
Sitz haben, liegt etwa 20 Minuten Gehens von der Einschiffungsstelle der Stein-
nüsse entfernt.
Die Hafenabgaben betrugen für „Pacific“, mit Inbegriff der Gebühren für
einen Gesundheitspafs und den Stempel, zusammen 31,20 weiche Dollar, oder ungefähr
65 Mark. Zum Schluß möchte ich noch das willkürliche Verfahren der Zoll-
behörde in Guayaquil betonen, wodurch „Pacific“ zur Klarirung nach Manta
beordert wurde, während die Schiffe „Eden“ und „Marie Becker“ direkt nach
Callo segeln konnten. :
Meiner Ansicht nach sollte dieser Platz, wegen seiner unsicheren Rhede,
in der Zeit von Dezember bis Knde Mai überhaupt ganz und gar von Schiffen
yemieden werden.
Von der Sunda-Strafse nach Singapore und weiter nach Pulo Pinang.
(Aus dem Bericht des Kapt, C, Sander, Führer der deutschen Bark „Standard“.)
Am Morgen des 2. Oktober 1889 liefen wir bei anfangs leichten, ver-
änderlichen Winden zwischen SE und SW, später flauer, südlicher Briese und
schönem Wetter nach einer 109tägigen Reise von Penarth in die Sunda-Strafse ein
und peilten um 8 Uhr die Insel Topper’s Hoedje NW*%/4W und den Leuchtthurm
von Merak OzN, nachdem wir uns zuvor um 4 Uhr 2,5 Sm im SW'AW von der
Vierten Spitze befunden hatten.
Die Zurücklegung des Weges von der Sunda- bis zur Banka- Strafse
erfolgte im Allgemeinen unter günstigen Verhältnissen, bei zwar flauen, aber
gröfstentheils aus dem südlichen Quadranten wehenden Winden und einigen
heftigen Gewittern mit starkem Regen. Am 4, Oktober um 8 Uhr Morgens
zichteten wir die Insel Dapur im N0z0%40 und kreuzten dann gegen einen
leichten östlichen Wind bis 8 Uhr Abends, als auf einer Wassertiefe von 16,5 m
— 9 Faden —, Lucipara-Insel im SWzW und die Insel Dapur im N0%40,
geankert wurde. Auf diesem Ankerplatze setzte der Strom nach SO. Am
folgenden Morgen, dem 5. Oktober, gingen wir um 7'% Uhr bei sehr flauem
SSE-Winde und nordwestlich setzendem Strom wieder Anker auf, Die Durch-
segelung der Banka-Strafßse bewerkstelligten wir bei schönem Wetter und ver-
änderlichen, doch meistens günstigen Winden- und ohne dafs wir nochmals zu
ankern, genöthigt waren. Um 12 Uhr in der Nacht vom 6. zum 7. Oktober
peilten die Spitze Kalian SS0'20 und Oelar S0z0'/20, womit wir klar vor
der Stralse waren.
Seitdem der südliche Eingang zur Banka-Strafse durch ein gutes Feuer
auf der Insel Dapur gekennzeichnet ist, kann man in die Strafe, trotz der unregel-
mäfsigen Strömung, auch zur Nachtzeit bei günstigem Winde einlaufen, da man
sich durch Peilung des Feuers über seinen Schiffsort vergewissern kann, Die in
meiner Karte am Kingange zur Straße auf der Banka-Küste als vorhanden
gemeldeten hohen und vereinzelt stehenden Bäume habe ich nicht ausmachen
können. Die Boje auf der Klippe Timbaga war nicht an ihrem Platze; an ihrer
Stelle lag ein gestrandetes grofßses englisches eisernes Vollschiff, welches anschei-
nend nicht wieder abzubringen sein wird. Ebenso wenig habe ich die Bojen und
Baken des Riffs Brom-Brom und die Bake auf der Vierten Spitze ausfindig
machen können; trotzdem wir letztere in einem Abstande von nur 2 Sm passirten.
Das Feuerschiff vor dem Lucipara-Kanal ist eingezogen worden, und an seiner
Stelle liegen jetzt Bojen.
Nachdem dann später die Rhio- und der westliche Theil der Singapore-
Strafse durchsegelt waren, ankerten wir am 9. Oktober, nach eiuer Reise von
116 Tagen, auf der Rhede von Singapore.
; In Singapore erhielten wir, nachdem die Kohlen gelöscht waren, 500 Tonnen
Ladung. und versegelten dann am 10. November nach Pinang, um dort aufzufüllen.