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Gebrauch von Oel als Beruhigungsmittel der See.
efährlicher Höhe gestiegen und rollte alle Augenblicke über das schwer
—— leidende Schiff, Hier erwies sich das Oel von grofsem Erfolge, so da(s
keine See mehr am Heck überkam und der Dampfer seinen Kurs vor dem Winde
beibehalten konnte.
5. Der britische Dampfer „Southery‘, Kapitän Saville, war vom 19. bis
23, September südöstlich der Bermuda-Inseln einem Sturme aus der Richtung
ESE und SW ausgesetzt und gebrauchte während dieser Zeit Oel zur Beruhigung
der See mit gutem Erfolge. Am 20. September gegen 4" p.m. kam eine hohe
See aus drei Richtungen (ESE, SSW und ENE), der Wind aus ESE. Das
Schiff wurde über B-B.-Bug an den Wind gebracht, nachdem an der Luvseite
drei Segeltuchbeutel mit Oel ausgehängt waren. Der Dampfer lag unter Sturm-
toppsegel und einer starken Persenning im Grofswant quersees. Das Oel breitete
sich jedoch Iluvwärts ungefähr 15m weit aus, und liefs keine Brecher mehr
über Deck kommen.
6. Ueber die Anwendung von Oel bei Gelegenheit eines Rettungsversuches
berichtet der Führer des britischen Dampfers „Siberian“, Kapitän Park,
Folgendes:
Am 24. September traf ich gegen 3* 30” p. m. auf 50° 40‘ N-Br und
41° 10‘ W-Lg das in Noth befindliche, treibende Wrack des englischen Fahrzeuges
„Little Wonder“. Nachdem ich luvwärts von demselben gedampft war, ließ ich
eine grofse Menge Oel durch das vordere Wasserkloset ausgießen. Obgleich
eine hohe schwere See stand, wurde sie doch in Lee von dem Dampfer ver-
hältnifsmäfsig ruhig, nur eine lange Dünung zurücklassend, so dafs ein Rettungs-
boot ausgesetzt werden konnte. Dasselbe wurde reichlich mit Oel ausgerüstet
and fuhr ungefährdet nach dem Wrack und zurück, fast ohne Wasser überzu-
nehmen.
7. Der Führer des deutschen Dampfers „Bohemia“, Kapitän Schroeder
begegnete mit seinem Schiffe auf 48° 19‘ S-Br und 38° 16‘ W-Lg einem NW-Sturm
in der Stärke 11, der von sehr unregelmäfsiger See begleitet war. Er liefs an
der Luvseite in der Fock- und Grofsrüst sowie unter der Kommandobrücke drei
mit Werg gefüllte Segeltuchsäcke aufhängen, in welche gewöhnliches ameri-
kanisches Maschinenöl gegossen war. Ebenso wurden die Klosetbehälter hinter
der Kommandobrücke und in der Heckkajüte an beiden Seiten mit Werg und
Del gefüllt. Hierdurch wäre es ihm möglich gewesen, berichtet er, vor dem
achterlichen Winde weiter zu laufen, während er ohne diese Vorsichtsmafsregel
hätte beidrehen müssen.
8. Am 4., 5. und 6 Oktober hatte der britische Dampfer „Ripon City“,
Kapitän Millard, zwischen 49° 11‘ und 48° 55’ N-Br sowie 39° 8‘ und 29° 6
W-Lg einen schweren Sturm zu bestehen. Die See war namentlich während des
ganzen 5. Oktober bis zum Mittage des 6. von so gefährlicher Höhe und Stärke,
dafs der Dampfer 2 bis 3 Strich von seinem Kurse abhalten mufste. Es wurden
Segeltuchbeutel mit gekochtem Leinöl gefüllt und sowohl in die vorderen als
auch in die hinteren Klosets gelegt, wodurch die See ziemlich beruhigt wurde.
Nur eine schwere See brach über Bord und zwar in dem Augenblicke, als der
vordere Oelbeutel leer geworden und gerade wieder aufgefüllt werden sollte.
Ohne den Gebrauch von Oel hätte das Schiff beidrehen müssen. Während der
ganzen Zeit wurden nur 7 Gallonen (ungefähr 32 Liter) Oel verbraucht.
9. Der britische Dampfer „Circassian“, Kapitän Moore, hatte während
eines starken Weststurmes auf 56° 36‘ N-Br und 22° 35’ W-Lg Oelsäcke aus-
gehängt und das vordere Kloset mit Werg und Oel aufgefüllt. Das Schiff war
bei steiler, hoher See an den Wind gebracht worden und dampfte mit langsamer
Fahrt gegenan. In dieser Weise wurde das Schiff ohne Unfall durch den
Sturm gebracht.
Der Führer des französischen Passagierdampfers „Dupuy de Löme“, Kapitän
Dechaille, berichtet über die Anwendung von Oel bei schwer erregter See
Folgendes:
Am 138. Oktober gegen 7*a. m. befand sich das Schiff auf 32° 30‘ N-Br
und 60° 5‘W-Lg. Das starke und schnelle Fallen des Barometers sowie die
stetige westliche Richtung des Windes und die Beobachtung von Wetter und
Wolken liefs mich erkennen, daß wir uns im Bereiche eines Wirbelsturmes be-
fanden. Ich liefs 6 Oelhbeutel in gleichen Abständen an der St-B.-Seite des