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Bemerkenswerthe Stürme.
Gradient zwischen Hamburg und Kiel war zwischen 8* a. m. und 7* p. m. 4,5 mm,
diesem entsprach eine mittlere Windgeschwindigkeit zu Hamburg von 21,2 m, zu
Kiel von 18,4 m in der Sekunde.
Borkum Wilhelmsh. Keitum Hamburg Kiel Wustrow Swinem, Neufahrw. Memel
Max. am 11. Dez. 1891: 34 30 13 32 26 33 24 16 (>19)
Sturmnorm 21 16 13 15 15 15 13 10 13
Abweichung +7+14 04+17 +11 +18 +1 + 6 (> +6
Max. d. regist. Windst. 340 31 27 319 31 31 24 21 27
Datum 31/9.90 20/10.80 28/10.84 15/3.76 2810.84 21/10,80 15.10.81 1510.80 29'10.8%
Die Aenderungen der Windrichtungen waren während des Verlaufes des
Sturmes verhältnifsmäfßsig gering; nur an der deutschen Nordsee betrug die
Drehung meistens 90°, an der westlichen Ostsee war sie etwa 45°, während sie
an der östlichen Ostsee unter diesem Werthe blieb. An der Nordsee drehte in
den Vormittagsstunden zwischen 8 und 10 Uhr der Wind von SW nach WSW
and W, um Mittag schofs er nach W und WNW aus; an der westlichen Ostsee,
etwa bis Rostock, lief um etwa 2* p. m. der Wind nach W,: ebenso zwischen
2 und 3* p.m. auf Rügen; an der pommerschen Küste erfolgte eine derartige
Drehung zwischen 3 und 4* p. m., wogegen die ostpreufsische Küste keine
Aenderung in der Richtung zeigte. Im Allgemeinen zeigt sich, daß mit dem
Uebergange des Windes nach einer westlicheren Richtung hin auch das An-
schwellen des Windes zum Maximum erfolgte.
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Sturm am 11. Dezember 1891 (Hamburg).
Ein sehr übersichtliches Bild über den Verlauf dieses Sturmes giebt
unser Diagramm, welches für Hamburg den Gang des Luftdruckes, der
Temperatur, sowie der Stärke und Richtung des Windes für den Zeitraum von
2 Uhr Morgens bis 5 Uhr Nachmittags (am 11. Dezember 1891) veranschaulicht.
Die beigeschriebenen Zahlen für Winddruck auf das Quadratmeter haben nur
eine angenäherte Richtigkeit, da für das in Betracht kommende Anemometer
diese Werthe noch nicht genau festgestellt sind. Die unter der Windrichtung
stehenden Zahlen bedeuten mittlere stündliche Windgeschwindigkeiten (m in der
Sekunde).
Zu Hamburg wehten in den ersten Morgenstunden ziemlich lebhafte, aber
nicht stürmische südwestliche Winde, welche zwischen 4 und 5 Uhr Morgens
einen stürmischen Charakter annahmen. Etwas nach 5 Uhr Morgens fand eine
heftige Böe statt, welcher bald nachher, besonders aber kurz vor 6 Uhr, weitere
noch heftigere folgten. Dann wurde der Wind wieder schwächer, frischte aber
kurz vor (* a. m. wieder rasch auf und erreichte etwa 10 Minuten nach 7 Uhr
1) Von 1876 an war das Anemometer auf dem Wohnhause des Beobachters (81/2 m über
Erdboden), seit 1885 auf dem 41 m hohen alten Leuchtthurm aufgestellt. (Mittlere Geschwindigkeit
bei ersterer Aufstellung 5,5 m, bei letzterer 9,2 m in der Sekunde.)
2) Das Anemometer befand sich seit November 1885 auf dem Seemanushause, vor dieser
Zeit auf dem Dienstgebäude der Seewarte, 712 m höher als früher. Der Reduktionsfaktor der alten
Registrirungen auf die neueren beträgt für stärkere Winde 1,2, für Südwestwinde 1,06. In obiger
Tabelle sind die Werthe unverändert gegeben. (Auf die neue Aufstellung reducirt, betrug die Wind-
geschwindigkeit am 15. März 1876 33 m in der Sekunde.)