Die Karte der Linien gleicher magnetischer Deklination für 1890,0.
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Polarstation Karmakul (Nowaja Semla) unterdessen herausgegebenen magnetischen
Arbeiten einen erwünschten Beleg für die für jene Gegenden abgeleiteten Werthe
der magnetischen Deklination.
Es kann hier nicht die Absicht sein, einen vollständigen Literaturnachweis
über das der Karte zu Grunde liegende Material zu geben. HEin solcher bleibt
für die Zeit vorbehalten, wenn auch die übrigen magnetischen Elemente in
Karten für eine recente Periode werden dargestellt werden. Es mögen hier nur
noch in Kürze einige der Beobachter, sofern sie nicht schon im Obigen aufgeführt
worden sind, namhaft gemacht werden. Wir nennen hier nur: Assaffrey,
Carlheim-Gyllenskiöld, Chistoni, Duderstadt, Eschenhagen, Hooge-
werff, Liznar, Mielberg, Moureaux; Neumayer, Paulsen, Schaper,
von Tillo u. A. mehr. Dafs die Resultate sämmtlicher magnetischer
Observatorien der Erde bei der Ermittelung der Werthe der absoluten Deklination
sowohl, wie auch jener der Säkularänderungen derselben zu Rathe gezogen
worden sind für die Zwecke der Konstruktion der vorliegenden Isogonenkarte,
bedarf wohl kaum erst einer besonderen Erwähnung.
Kleine Notizen.
1. Bezüglich der Durchsegelung der Strafse Le Maire bemerkt Kapitän
J. Gahde, Führer des deutschen Vollschiffes „Urania“, Folgendes:
Auf unserer Reise von New-Castle o. T. nach Valparaiso liefen wir am
Vormittage des 17. Dezember 1888, bei steifem, stofsartig wehendem westlichen
Winde und klarer Luft in Sicht des Feuerlandes und peilten um 10 Uhr Kap
St. Diego in einem Abstande von 6 Sm SSO und um 12 Uhr Mittags, als eben
die nach Norden setzende Fluthströmung eintrat, SzW!/„W 8 Sm entfernt. Da
ich unter denselben Wind- und Gezeitenverhältnissen hinsichtlich der Strom-
raselung am Kap St. Diego auf einer früheren Reise unangenehme Erfahrungen
gemacht hatte, so beschlofs ich beizudrehen, um Hochwasser abzuwarten. Um
5'% Uhr Nachmittags, als dieses eingetreten war, befanden wir uns wieder an
demselben Orte, auf dem wir um 12 Uhr Mittags gestanden hatten, und konnten
nun mit günstigem Strome und frischer, puffiger Briese von WNW die Durch-
segelung der Stralße in 1'% Stunden vollenden.
Öbwohl Kap St, Diego in dem geringen Abstande von 3 Sm, WSW
peilend, passirt wurde, hatten wir keine Stromraselung, sondern ruhiges, schlichtes
Wasser. Dieser Zustand begünstigte uns auch südlich der Stralse, wo wir mit
dem herrschenden steifen und böigen NW-Winde bis unweit Kap Horn Kurs
halten konnten.
Feuerland und die Staaten-Insel zeigten sich leicht mit Schnee bedeckt.
Um 8 Uhr Morgens am 18. peilte Kap Deceit NzO 3 Sm entfernt.
Von Kap Good Success bis hierher hatten wir einen starken Gegenstrom von
2 bis 4 Knoten, ebenso von 9 Uhr bis 11 Uhr bei Windstille.
Um 12 Uhr Mittags peilte Kap Horn in einem Abstande von 5 Sm NW’AN.
2. Plötzliche Temperatur- und Wetteränderung in der Nähe
von Kap Guardafui (Ost-Afrika). Kapitän C. Rix vom Dampfer „Cassius“
berichtet in seinem meteorologischen Journal einer kürzlich vollendeten Reise
nach Ostafrika über eine ungewöhnlich rasche Aenderung der Temperatur der Luft und
des Wassers, die er am 28. Juni 1891 bei der Umsegelung des Kap Guardafui
beobachtete und die ohne Zweifel auf den Einflufs des bekannten Kaltwasser-
Auftriebs an der Küste südlich von dem genannten Kap zurückzuführen ist. Er
schreibt: „Als wir, von Westen kommend und sehr nahe unter Land hinsteuernd,
Kap Guardafuti passirten, kam uns, nachdem vorher bei heißsem Wetter ein
leichter SE-Wind geweht hatte, plötzlich ein sehr kalter Südwind entgegen. Die
Temperatur, sowohl der Luft als des Wassers, fiel innerhalb einer Stunde um
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