Börgen: Ueber die Berechnung eines einzelnen Hoch- oder Niedrigwassers,
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8 = + 3,6°, +, weil « > 180° ist.. Wir haben oben gefunden f' = + 3,6°
und log r = 9837. .
3. Gesucht /g,. Wir haben oben gefunden log En = 9,477, also
272 ;
ist log a = log „Br = 9,778 und ©, — , — 190° = 221,9, wofür wir die
2 Mor,
Ergänzung zu 360° zu nehmen haben, daher ist & = 138,1°. Hier kommt (37)
zur Anwendung ; wir bezeichnen daher den links liegenden der Striche, welche
log a begrenzen, mit (2 8), den rechts liegenden mit (@x — 8). Mit 4a = 0,300
entnehmen wir der obigen kleinen Tabelle der @, dafs Aw, um 14° oder 15°
herum liegen müsse, Nehmen wir zuerst 14°, so legen wir (2ß) an 28° an und
lesen ab (@ — 6) = 128,8. Die Summe («@« — ß) + } (28) = 142,8° ist > «.
Hierauf legen wir (28) an 30° an und lesen ab (@ — ß) = 124,0°, Summe (&«—Pß)
+4 (28) = 139,0° immer noch > &. Dann möge (2 @) an 30,6 angelegt werden,
wofür wir (@ — 6) = 122,5° ablesen, die Summe (@« — 8) + +4 (28) = 137,8 ist
nun etwas << a, der wahre Werth von (28) mufs daher zwischen 30,0° und 30,6°
liegen. Versuchen wir mit 30,4°, so wird (@ —- 8) = 122,9 und (@ — 8) + 4 (28)
= 138.1° — a. Daher ist 4%, = + 15,2°, +, weil #,—0, — 1+90° = 180° ist.
Im Allgemeinen ist dies Verfahren bei einigermafßsen sorgfältiger Aus-
führung etwas genauer als das unter II beschriebene, durch Benutzung einer
Tabelle der ß und log r, weil es nicht nöthig ist, die Winkelargumente auf
volle Grade abzurunden, da man hier mit gleicher Leichtigkeit auch auf die
Bruchtheile Rücksicht nehmen kann. Man wird leicht erkennen, daß der Um-
stand, dafs von 70° (110°) bezw. von 60° (120°) bis 90° die Winkelwerthe an
der Skala der log sin nur von 5° zu 5° haben markirt werden können, die
Genauigkeit des Verfahrens wenig oder gar nicht beeinträchtigt, da man den
rechts liegenden Strich, wenn er in diesen Theil der Skala fällt, leicht auf 1°
genau ablesen kann, ein Fehler von diesem Betrage aber die Ablesung der
linken Striche meist nur um: einen geringen Bruchtheil eines Grades unsicher
machen wird, es sei denn, dafs log a sehr nahe = 0,0 ist, in welchem Falle die
Unsicherheit allerdings etwas gröfser werden kann. Solange a < 1 ist, liegt die
gesuchte Größe ß links, ist also wie gesagt mit erheblich größerer Schärfe zu
ermitteln als « — ß, wird a => 1, so liegt zwar ß rechts, da aber dieser Fall
kaum anders als bei Ermittelung von 4%, vorkommt, so wird ein etwaiger Fehler
auf die Hälfte reducirt, weil man alsdann nach (37) rechts 28 abliest,
Wenn wir nun die im Vorhergehenden dargelegten Methoden, ein einzelnes
Hoch- oder Niedrigwasser zu berechnen, gegen einander abwägen, so möchte die
Methode I dem Seemanne am nächsten liegen, weil sie die gröfste Aehnlichkeit
mit seinem ‚täglichen Geschäfte der Kurskoppelung hat und lediglich dasselbe
Hülfsmittel, die „Koppel“- oder „Gradtafel“ erfordert, sie ist aber leicht Irr-
thümern ausgesetzt mit Bezug auf die Vorzeichen der einzelnen Glieder der
Formeln (19) und (20) und vielleicht werden sogar Verwechselungen von sin und
cos (Abweitung und Breitenunterschied) vorkommen können. Hiervon ist
Methode II ganz frei, und es ist bei derselben ein Irrthum so gut wie ausge-
schlossen. Aus diesem Grunde würde sie am meisten zu empfehlen sein, wenn
nicht eben der Anschlufßs an gewohnte Verfahrungsweisen der ersten Methode
einen großen Vorzug gäbe. Ob ‚man die Tabelle der log r und ß, welche bei
Methode II zur Anwendung kommt, durch die Verwendung einer Skala der log sin
ersetzen will, wie unter III dargelegt wurde, mufß dem Einzelnen überlassen
bleiben, es sei nur bemerkt, dafs die Auffindung des wahren Werthes von ß
durch einige Versuche nicht zeitraubender ist als die Interpolation zwischen
den Werthen der Tabelle der log r und ß. Auf jeden Fall ist es zu empfehlen,
die Skala der log sin für die Ableitung von 4%, zu verwenden, weil dies Ver-
fahren, namentlich bei grofsem Aw,, wo die durch wiederholte Rechnung ge-
fundenen Werthe dieser Gröfse langsam konvergiren. rascher zum Ziele führt
als die andere Methode. Auch vermeidet man bei Benutzung der Skala der
log sin die oben erwähnte Unsicherheit der Interpolation zwischen den Tafelwerthen,
wenn a etwas groß und &x sich dem Werthe 180° nähert, was als Empfehlung
des mechanischen Verfahrens angeführt zu werden verdient.