Börgen: Ueber die Berechnung eines einzelnen Hoch- oder Niedrigwassers.
DR
wir der Hülfstafel 8, und logr,, mit De und n, +», + ß, erhalten wir eben-
“ E 0
so f' und log r‘, mit er und k, + x, +8, + 8‘ ergeben sich ß” und log 1“
0 & $
und ‚endlich mit Sn a und 1, + 2, + ß +8 + 8" die Größen 8” und
log 1‘, dann ist: ° ;
2 —W=8 EP A BA E
log ra == log ro + log ı' + log r" + log 1”,
und ebenso ist bezüglich #, + k, — x, und log r, zu verfahren. Bei Entnahme
von 4 @2 brauchen wir uns um den zugehörigen log r nicht zu kümmern, weil
derselbe nicht gebraucht wird. Wir haben hier hm logarithmisch berechnet;
wie schon gesagt, hätte man ebenso gut die Koppeltafel benutzen können.
Die hier dargelegte Methode hat sehr viel Gemeinsames mit dem von
J. W. Lubbock vorgeschlagenen und bisher bei Berechnung von Gezeitentafeln
vielfach befolgten Verfahren, die Korrektionen für die die Zeit und Höhe der
gesuchten Exiremphase beeinflussenden Elemente (Parallaxe und Deklination)
an die mittlere Zeit der Phase und die mittlere Höhe derselben anzubringen,
Gehörig in Zeit verwandelt ist nämlich für die halbtägigen Tiden + ß,, die „halb-
monatliche Ungleichheit in Zeit“, 4 (8 + ß') die Korrektion der Zeit‘ wegen
der Parallaxe des Mondes und 4 ß“ der kombinirte Einflufs der Deklinationen
von Mond und Sonne. Aehnlich ist ro das Verhältnis der „halbmonatlichen
Ungleichheit in Höhe‘ zu der mittleren Höhe (M,), ı' + 1” = 1 +- das Verhältnifs
der Korrektion wegen der Parallaxe des Mondes zur halbmonatlichen Ungleich-
heit in Höhe und r“ = 1 + das Verhältnis der kombinirten Korrektion wegen
der Deklinationen von Mond und Sonne zu der wegen Parallaxe verbesserten
halbmonatlichen Ungleichheit in Höhe. T + (@, + i-90°) 0,069* und M, r,
sind Zeit und Höhe der betreffenden Phase der halbtägigen Welle. Ferner ist
4@®, (in Zeit verwandelt) die „tägliche Ungleichheit in Zeit“ und K,r,
cos (g — 1 + i-90°) diejenige in Höhe, während durch die Multiplikation
von Mzrz mit cos 2 (9 — #, + i- 90°) die Höhe der halbtägigen Welle von
der Zeit T + (@, + i- 90°) 0,069" der betreffenden Phase dieser Welle auf die
Zeit T + (+ i-+90°) 0,069* der gleichen Phase der Gesammtwelle reducirt
wird. Wir finden demnach in unserer zweiten Methode jeden Schritt wieder,
den man in der älteren Methode von Lubbock zu machen hat, doch mit dem
grofsen Unterschiede, dafs bei dem letzteren Verfahren mit Näherungswerthen
operirt wird, während bei dem hier vorgeschlagenen das Ergebnifs, soweit es die
berücksichtigten Tiden angeht und mit der bereits oben besprochenen kleinen
Einschränkung, daß die Argumente, mit denen gerechnet wird, nicht genau für
die Zeit der Phase gelten, ganz streng ist. Das ältere Verfahren, welches den
in europäischen Gewässern stattfindenden Verhältnissen angepalfst ist, läfst uns
deswegen im Stich, sobald die Verhältnisse wesentlich andere werden, und nament-
lich wenn die eintägigen Tiden grofs sind, während die hier vorgetragene Methode,
eben weil sie theoretisch streng ist, überall gleich anwendbar ist; Voraussetzung
ist nur, daß die harmonischen Konstanten mit genügender Sicherheit
bekannt sind.
1. Das nachstehend beschriebene Verfahren stellt nicht eine selbstständige
Methode dar, sondern giebt nur ein Mittel an die Hand, die Tabelle der log r
und ß, welche bei dem vorigen Verfahren gebraucht wurde, überflüssig zu machen,
indem dieselbe durch ein mechanisches Verfahren ersetzt wird.
Aus den Formeln:
r sin 6 = asin &
r cos g=1-+ acos a
{eiten wir, wie schon oben bei (33) gezeigt ist, ab:
sin ß sin &
BB) = ef) = ef
was identisch ist mit (33), wie man sofort sieht, wenn man — ß statt 6 setzt.