184 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1912.
seiner polwärts gerichteten Komponente Antipassat genannt. Dieser scheint
sich auch im Sommer über dem SO-Passat zu finden, aber erst von 10km
Höhe an. »Er dreht mit der Höhe nach links bis zu einer äußersten Richtung
und dann wieder zurück nach O.« Eine jährliche Höhenschwankung des Anti-
passat-Maximums zwischen 12 und 15km Höhe, die der Verfasser aus den
Isoplethen ableitet (S. 20), wird durch die Tabelle der Windvektoren übrigens
nicht bestätigt,
Über die Windrichtungen in den größten von den Piloten er-
reichten Höhen wird S. 21 noch eine besondere Tabelle aufgestellt, die in ein-
facher, auf die Richtungen der Windrose umgerechneter Form folgender-
maßen lautet:
Tabelle 4. Häufigkeit der oberen Windrichtungen in Prozenten,
Höhe in km:
%
NO
1:
So)
SW
W
NW
N
10.5
25
35
12
7
12.0
25
2Q
|
13.5
€
2
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15.0
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Mittel
14.0
26
40
10
3
8
{
Wir sehen, daß in den großen Höhen die östlichen Winde stark über-
wiegen, (mit 76°), daß aber auch W-Winde, besonders in 17 km Höhe, noch
ziemlich häufig aufzutreten scheinen, während N- und S-Winde gleich selten
vorkommen. Hiermit nicht ganz übereinstimmend schreibt der Verfasser S, 25
unten: »Die Beobachtungen oberhalb des Antipassats geben neben Ostwinden
auch W- und S-Winde, aber fast keine Nordwinde.«
Die, hohen W-Winde über dem Antipassat werden als »Übergangswinde
erklärt, die durch Reibungen und Stauungen zwischen dem Antipassat und dem
höheren „Oberpassat“ entstehen.« Da der letztere aber auch aus O wehen soll
(S. 28) wie der Antipassat (OzN), so ist diese Erklärung nicht recht zu verstehen.
Der Oberpassat soll ferner mit größerer Geschwindigkeit und Konstanz
wehen als die westlichen und südlichen (?) Übergangswinde. Der Verfasser führt
auch Peppler und Berson an, die auf eine hohe O-Strömung, letzterer für
Zentralafrika, bereits früher hingewiesen haben, van Bemmelen selbst hat sich
die Aufgabe gestellt, diesen Oberpassat mit größeren Gummiballonen noch genauer
über Java zu erforschen.
Auch die Geschwindigkeit des resultierenden Windes in den verschiedenen
Höhen und Jahreszeiten betrachtet der Verfasser eingehend; doch scheinen die
Unterschiede nach dem vorliegenden Material so gering und unstetig, daß die
gegebenen Einzelresultate nicht recht überzeugend wirken. Nur das eine können
wir sagen, daß die resultierende Geschwindigkeit bis 9 km Höhe ziemlich
gering ist (4.7 m p. Sek.). Aus den fünf Monatsgruppen habe ich die Jahres-
mittel der resultierenden Windgeschwindigkeit gebildet und in Tabelle 3 wieder-
gegeben; sie sind natürlich viel kleiner als die mittleren absoluten Geschwindig-
keiten, die ohne Rücksicht auf die Richtung des Windes berechnet sind (Tab. 2).
Schließlich sucht der Verfasser noch den Zusammenhang des Windes
in der Höhe mit den Luftdruck- und Temperaturverhältnissen fest-
zustellen. Die unten herrschenden Luftdruckdifferenzen sind in jenen Breiten
sehr klein, entsprechen aber der Richtung des über Java jeweils vorherrschenden
Windes, wie der Verfasser durch Vergleiche mit verschiedenen Stationen fest-
gestellt hat.