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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Aus dem Reisebericht des Kapitän J. G. Nichelson. 
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Der nordwestliche Wind, den wir erhalten hatten; war bald zum Sturme an- 
gewachsen, und um 5* a. m., bei einem niedrigsten Barometerstande von 738 mm, 
sprang der Wind in einer Böe von NW auf SW. Es folgte jedoch bald wieder 
nordwestliche Briese. Am 1. Mai steigerte sich dieselbe zum Sturme, der am 2,, 
nach vorhergegangenen schweren Böen von der Stärke 10 bis 11 aus NNW, 
bei einem Luftdruck von 742 mm und regnerischem Wetter, im Laufe des Tages 
schwächer wurde. Indels.blieb der Wind bis zum folgenden Nachmittage stürmisch; 
dann trat eine entschiedene Abnahme bei wenig veränderter Richtung ein, bis 
am 4. sehr leichte nördliche. bis nordöstliche, am 5., bei nebeligem Wetter sehr 
leichte östliche Winde wehten. Am Mittage des 4. war der Schiffsort nach Besteck- 
rechnung 56° 59‘ S-Br und 66°43‘ W-Lg und somit die Länge des Kap Horn nach 
einer Reise von 37 Tagen passirt. 
Der östliche Wind dauerte mit verschiedener Stärke und vielfach regnerischem 
und nebeligem Wetter bis zum Mittage des 7. Mai; dann trat Mallung ein, die 
am 8. durch einen schnell auffrischenden südlichen Wind aufgehoben. wurde. 
Dieser, von Nebel und Regen begleitet, endete am 11., als es wieder still wurde. 
Vom 13. bis 17, waren wieder mäßige Winde zwischen S und W vorherrschend, 
bei gutem Wetter. Am 19. Abends wehte nordwestlicher Sturm von kurzer Dauer 
und darauf bis zum 23. frische böige westnordwestliche Briese.: Mit veränderlichen 
Winden aus dem westlichen Halbkreise war am Mittage des 28, 29,9° S-Br. und 
30,0° W-Lg erreicht. Nach vielen Veränderungen von Wind und Wetter kam 
endlich der lange ersehnte Passat auf 17,6° S-Br und 26,4° W-Lg durch. Derselbe 
war anfangs flau, nahm dann aber bald an Stärke zu und brachte ‚,Theodore“, 
nachdem er zuvor eine südliche Richtung angenommen hatte, am 14. Juni, nach 
einer 40tägigen Reise von Kap Horn, zum Aequator. Die Schnittpunkte im 
Südatlantischen Ocean waren 50° S-Br in 52,0° W-Lg, 40° S-Br in 40,3 W-Lg, 
30° S-Br in 30,0° W-Lg, 20° S-Br in 26,5° W-Lg und 10° S-Br in 26,8° W-Lg. 
Im Nordatlantischen Ocean hielt sich die Windrichtung an den beiden 
ersten Tagen noch zwischen SSE und SE, dann war sie veränderlich aus dem 
westlichen Halbkreise, bis es am 18, ganz still wurde. Am 20. Juni kam auf 
8,0° N-Br und 26,2° W-Lg der Passat aus NNE durch, um am folgenden Tage 
auf ENE zu holen und aufzufrischen. Hierauf segelte ‚Theodore‘“ bei frischem 
Passatwinde nordwärts bis zum 2. Juli, als es flau wurde und Windstille eintrat. 
Am 3. und 4. wehte nochmals nördlicher Wind von leichter Stärke, worauf am 
Abend des letztgenannten Tages, auf 31,0° N-Br und 40,7° W-Lg Wind aus NW 
durchkam, der später auf W und am: 6. auf SW holte, Aus dieser Richtung 
hielt er mit der Stärke 3 bis 5 bis zum 9. Juli an, dann frischte er mehr auf 
und lief mit Regenböen auf NW und am 10. auf NE. Nach Windstille kam erst 
am 13. wieder westliche Briese durch, welche langsam lebhafter wurde und am 17. 
mäfsig bis frisch wehte. Am 25, liefen wir bei leichten westlichen Winden und 
schauerigem Wetter in Sicht von Lizard, wo wir einen Lootsen an Bord nahmen, 
der das Schiff am Abend in Falmouth . vor Anker brachte, nach einer 41tägigen 
Reise vom Aequator und einer 119tägigen von Iquique. 
Geschnitten wurde im Nordatlantischen Ocean 10° N-Br auf 29° W-Lg, 
90° N-Br auf 36° W-Le, 30° N-Br auf 41° W-Lg und 40° N-Br auf 32,3 W-Lg. 
Bemerkungen über die an der Westküste von Nicaragua 
gelegenen Häfen Corinto und Venadillo. 
Von Kapitän H. Rickert, Führer der deutschen Bark „Caroline Behn.“ 
Corinto ist ein guter, sicherer Hafen mit ‚einer schmalen Einfahrt, die nur 
bei günstigem Winde passirt werden kann. Die zwei von der Regierung an- 
gestellten Lootsen sind tüchtige und zuverlässige Leute. In den Wintermonaten, 
in denen die Papagayos auftreten, müssen die Schiffe oft tagelang, draufsen vor Anker 
liegend, auf eine günstige Gelegenheit zum Einsegeln warten, weil die gewöhnlich
	        
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