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10.
Zusammen f assung
Die untersuchte Methode - HNO,/HF-AufSchluß in Kombination mit der
TRFA-Messung (bzw. der ASV-Messung für Cd) - ist zur Bestimmung der
meisten untersuchten Spurenmetalle in marinen Schwebstoffen geeignet.
Für die Elemente Vanadium, Mangan, Kupfer, Nickel, Zink, Arsen,
Cadmium und Blei ist eine zuverlässige Bestimmung mit Wiederfindungs
raten zwischen 90 und 107% sowie einer durchschnittlichen Streuung von
< 10 X möglich, wie anhand von verschiedenen Referenzmaterialien
gezeigt werden konnte.
Titan wird unter den gewählten Aufschlußbedingungen nur zu maximal 85%
erfaßt, Chrom zu maximal 80%.
Die Bestimmung von Kobalt ist bei den üblicherweise in den Schweb
stoffen der Deutschen Bucht auftretenden Eisen/ Kobalt-Verhältnissen
von 1:300 aufgrund von Interferenzen nicht mit der TRFA möglich. Die
erhaltenen Schwebstoffkonzentrationen für dieses Element dürften
durchgängig um 300-600% zu hoch sein.
Die Erfassung von Quecksilber war mit den Nachweisgrenzen der TRFA für
dieses Element nicht möglich, es wurde daher auf die nachweisstarke
CVAAS zurückgegriffen. Für Quecksilber scheint die Methode, durch die
lange Erhitzungszeit während des Aufschlusses, ungeeignet; di e
Wiederauffindung von Quecksilber in Referenzmaterialien betrug durch
schnittlich nur 10%, vermutlich eine Folge der Flüchtigkeit dieses
Elementes.
Eine Minimierung der Blindwerte von Chrom, Titan und Eisen wurde durch
eine spezielle Reinigung der Salpetersäure mit dem Subboiling-
Verfahren erreicht. Die Chrom-, Eisen- und Bleigehalte konnten durch
eine Vorreinigung der Filter in 3 %iger HNO-j stark reduziert werden.
Es wurde gezeigt, daß der Schwebstoffgehalt der Proben von ent
scheidender Bedeutung für das Verhältnis der Probenkonzentrationen zu
ihren Blindwerten ist. So erreichten die Blindwerte von Blei und
Nickel bei den Sommerproben mit Schwebstoffbeladungen < 3 mg/Filter
bis zu 50 bzw. 80 % der Konzentration in den Aufschlußlösungen der
Schwebstoffe.
Bei Winterproben mit einer durchschnittlichen Belegung von 20mg
hingegen blieb der Blindwert für alle Elemente unter 8 %.
Für die 1988er Schwebstoffproben aus der Deutschen Bucht können di e
ermittelten Metallkonzentrationen der Proben mit einer Belegung von >
lmg/Filter als zuverlässig angesehen werden. Bei Belegungen < 1mg
ergaben sich Unsicherheiten durch Wägefehler, die in Folge elektro
statischer Aufladungen der Filter entstehen können.
Die Direktmessung von Filterausschnitten mit der TRFA ergab für di e
Metallkonzentrationen im Vergleich zu den mit dem Aufschluß der
gleichen Filter erreichten, fast durchgängig um 20-100% erhöhte Werte.
Die Ursache für dieses Phänomen konnte nicht abschließend geklärt
werden. Vermutlich handelt es sich um ein Problem der Aufbringung des
für die TRFA - Messung erforderlichen internen Standards.