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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1892.
3. Die Cayman-Inseln, Westindien. In „Goldthwaite’s Geo-
graphical Magazine“ vom Juli d. J. macht Herr Allan Eric eine Mittheilung
über diese selten besuchten Inseln. Die Küsten sind zum Theil steil und felsig,
aber keine Erhebung auf den drei Inseln der Gruppe beträgt mehr als 45m
(150‘) über dem Meere. Zwischen den Korallenriffen, welche die östliche und
einen Theil der nördlichen Küste von Grand Cayman umsäumen, giebt es viele
gute und tiefe Häfen, aber die Einfahrten sind zu eng, um andere Schiffe als
Küstenfahrer hineinzulassen. Die Inseln sind gut bewaldet mit Mahagony, Blau-
holz, Gelbholz ete. und von einer reichen Vogelwelt belebt. Pferde und Rinder
werden auf den üppigen Weiden in genügender Zahl für das Bedürfnifs der Ein-
wohner gezogen, und das umgebende Meer enthält Fische vieler Arten. Nahe
von Bodden Town auf Grofs-Cayman findet sich ein merkwürdiges Loch von
18 m Tiefe, welches durch eine enge Oeffnung in eine Tropfsteinhöhle mit
vielen großen Kammern führt. Eine noch gröfsere Merkwürdigkeit ist eine
natürliche Cisterne am Ostende der Insel, welche mit klarem Quellwasser gefüllt
ist. Sie ist 21 m lang, 15 m breit und 12 m tief und liegt in einem Felsen von
dichtem Quarzgestein (solid flint rock). Es wird behauptet, dafs dieses Wasser
bei Annäherung eines Sturmes ein trübes, milchiges Aussehen bekomme und
einen unangenehmen Geruch ausströme. Grand Cayman wird von etwa
4000 Menschen bewohnt, Farbigen und Weifsen, welche längs der Sandbänke
und Klippen der Küsten von Central-Amerika Schildkröten fangen und mit den
Inseln um Honduras herum Handel treiben. Sie bringen auch Schildkröten,
Kokosnüsse und Blauholz nach Jamaica und haben einen guten Verdienst an
den Phosphaten, welche in gewissen Gegenden reichlich vorkommen, Klein-
Cayman hat nur 35 bis 40 Einwohner, auf Cayman Brac aber leben 300 bis
400 Weiße und etwa 100 Farbige. Auf letzterer Insel finden sich sehr viele
Seevögel, deren Eier gesammelt und nach Jamaica gebracht werden.
4. Ueber die neue vulkanische Insel in der Tonga-Gruppe,
Falcon Island, üher deren Erscheinen in diesen Annalen, 1890, Seite 132, be-
richtet worden ist, theilt Comm. Wharton der englischen Zeitschrift „Nature“
unterm 20. Oktober d. J. Folgendes mit: |
Die Insel wurde vor Kurzem von dem französischen Kriegsschiffe
„Duchaffault“ gesichtet, nach dessen Bericht sie jetzt nicht mehr als 25 Fuß
hoch ist. Als sie im Oktober 1889 von Commander Oldham untersucht wurde,
war sie 153 Fufs hoch und etwas über 1 Sm lang. Da sie fast ganz aus „Asche“
bestand, so war sie in rascher Abspülung begriffen, und nach der obigen Nach-
richt scheint es, daß mehr als die Hälfte der Insel wieder verschwunden ist.
Die Witterung an der deutschen Küste im November 1892.
Mittel. Summen und Extreme
aus den meteorologischen Aufzeichnungen der Normal-Beobachtungsstationen der
Seewarte an der deutschen Küste.
Stations-Name
Luftdruck
] Monats-Extreme
red.auf MN u. 45° Br.
Max, | Dat. | Min. |! Dar
Lufttemperatur, °C.
Mittel‘
| | Abw.
"nur auf] om
ıQ° red. MN. | Mt
Borkum. . 104m 1768,2. 764,7 +5,2 | 775,0 £2. |.554| ‘
Wilhelmsbaven 8,5m 764,3; 765,7 +5,61 778,8 22. 7549| 1.ı ©
Keitum . . 113m 163,6 765,3 +6,1 776,1 22. 7516 30. | 3,3
Hamburg . . 26,0m 763,1 766.1 45,5 776.2 22. 754,7' 1." 19
Kiel . . . 472m
Wustrow „= . 70m
Swinemünde. 10,05 m'
Rügenwalderm. 4,0m
Neufahrwasser . 4.5m
Memel .. 2. . 40m
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