124 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1892,
kommen gleichzeitig eine etwaige Stromversetzung angiebt. Beim Insichtkommen
von Matoya-light Kurs ändern zum Passiren von Ooshima. Auf diese Weise
werden die Einflüsse des Kurosiwo vermieden, und eine etwaige starke Strom-
versetzung nach Norden, wie sie in diesen Gegenden häufig vorkommt, wird
rechtzeitig erkannt. Hat man beim Passiren von Rock Island festgestellt, dafs
der Kurosiwo nicht vorhanden ist, so kann man direkten Kurs nach Ooshima
absetzen, wobei allerdings gut auf Stromversetzung aufgepalst werden mus.
Im. Haifische auf der Rhede von Tshifu.
Bei Schiefßübungen S. M. S. „Leipzig“ auf dieser Rhede wurden Haie
gesehen. Von diesem Umstande war in den vorhandenen Nachrichten nie Er-
wähnung gethan, im Gegentheil die Rhede stets als sehr geeignet zum Abhalten
von Schwimmunterricht hingestellt worden; angestellte Erkundigungen ergaben,
dafs Haie auf der Rhede nicht selten sind und schon mehrfache Verletzungen
durch sie zu verzeichnen sind.
Reisen an der Westküste von Afrika.
Aus dem Reisebericht S. M. Krz. „Habicht“, Kommandant Korv.-Kapt. HESSNER.
1. Von Klein-Popo nach Freetown.
In einer Entfernung von 10—20 Sm von der Küste setzte zwischen Klein-
Popo und 3° W-Lg der Strom nicht, wie erwartet werden mufste, in östlicher,
sondern in westlicher Richtung, allerdings nur in der unbedeutenden Stärke von
3 bis 5 Sm im Etmal. Zwischen 3° und 4° W-Lg ging der Strom zu ostnord-
östlicher Richtung über, nahm an Stärke von 6* W-Lg ab schnell zu und er-
reichte östlich von Kap Palmas zwischen 7° 25‘ und 7° 37 W mit 3,9 Sm pro
Stunde sein gröfstes Mafs, unter gleichzeitiger Veränderung seiner Richtung
nach Nord. — Von Kap Palmas ab bis zur Insel Sherbro behielt der Strom
östliche Richtung, seine Stärke schwankte zwischen 2,0 und 0,8 Sm pro Stunde.
Das auf der Karte von Sierra Leone (Tit. VI No. 116) mit „Fort
Thornton“ bezeichnete Fort kann als Kinsegelungsmarke in den Hafen, sowie
als Ankerpeilungsobjekt („Africa Pilot“, Theil II, Seite 35) nicht mehr benutzt
werden, da dieses frühere Fort, welches z. Z. als Umwehrungsmauer des
Gouvernementsgebäudes dient, durch Gebäude und Bäume vollständig verdeckt
wird und als Fort selbst vom Ankerplatze aus nicht zu erkennen ist.
Für den in der Segelanweisung angeführten Ankerplatz ist an Stelle des
Fort Thornton die südwestlich von den Baracken gelegene Battery in die an-
gegebene Peilung zu nehmen.
Die in der Specialansicht des Hafens auf derselben Karte verzeichneten
drei Festmache-Bojen sind nicht vorhanden.
2. Von Freetown nach Porto Grande.
Die Stromversetzung auf der Reise von Freetown nach Porto Grande war
nachfolgende:
Länge
13° 28‘ W
15° 58‘ W
18° 19 W —
19° 55‘ W N 86° W 10 Sm
23° ZW N 73° W 23,5 Sm.
Der Nordost-Passat wurde in 20° W-Lg auf 13° N-Br angetroffen, er
setzte aus nördlicher Richtung in Stärke 1—3
Breite
8° 33 N
9° 10° N
11° 5 MM
13° 45’ N
15° 934 N
Strom