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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

420 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1892. 
Bucht laufen wollen, empfohlen werden. Dieselbe hat 16m Wasser, ca 300 m 
von Land entfernt und befindet sich bei dem südlichsten Fischerplatz. Drei 
Hütten stehen dort nebeneinander, die rechte (nördlichste) ist weiß gestrichen 
and peilt SWzW. Diese Peilung recht achteraus haltend wurden 2,5 Sm genau 
nach Uhr und Umdrehungen und dann der in der erwähnten Segelanweisung 
angegebene Kurs Nz0!/20 bis zum Ausgang der Bucht 9,5 Sm gesteuert. Die 
Tiefen nahmen langsam von 16 auf 19m zu, stiegen dann auf 22 m und blieben 
über 22 m wärend der ganzen Fahrt. Während dieser wurden die verschiedenen 
Fischerniederlassungen gepeilt, um die ungefähre Lage der in der Karte mit 
Griffon-Bank verzeichneten Untiefe zu diesen Fischerhütten zu ermitteln. Der 
Abstand von Tiger Point betrug 1,2 Sm, als das Schiff gerade querab war. Hier- 
nach stellte es sich heraus, daß die besagte Bank zwischen der dritten und 
vierten Niederlassung liegen muß, weun man das dicht bei Tiger Point befind- 
liche Haus als erste, die gröfste Ortschaft, in welcher auch die portugiesische 
Flagge weht, als zweite, die beiden nächsten dicht nebeneinander liegenden Ort- 
schaften als dritte, die folgende als vierte und die dem erwähnten Ankerplatz 
gegenüber liegenden drei Hütten als fünfte bezeichnet. 
Am 10. August 5"p wurde Kurs auf Mossamedes abgesetzt und dort am 
11. August 1* 50” p in der kleinen Bucht zwischen Negra und Noronha Point 
auf 8 m geankert. 
2. Wind und Strom. Auf der Fahrt von Angra Pequena nach Wal- 
fisch-Bai wehte nur am Nachmittag ein leichter südwestlicher Wind; die übrige 
Zeit herrschte Windstille vor. In Walfisch-Bai wehte diese Seebriese stärker, 
während die Landbriese nur ganz selten durchkam. Nach Verlassen der Walfisch- 
Bay wechselten ganz flaue westsüdwestliche Winde mit Windstillen und südöst- 
lichen Landwinden. Auf ca 21° Süd und 12° 41‘ Ost bei einem Abstand von 
über 30 Sm von der Küste kam erst etwas stärkere südliche Briese durch (Stärke 
2 bis 3) die auf ca 19° 20‘ S-Br und 12° O-Lg in einen frischen SSE-Wind (5) 
überging, welcher das mit allen Segeln und gelichteter Schraube fahrende 
Kanonenboot mit einer Geschwindigkeit bis zu 8,5 Sm in der Stunde vorwärts 
brachte. Doch schon am nächsten Morgen, also nach ca 20 Stunden, flaute der 
Wind um 6% ganz plötzlich ab und sprang auf EzN, eine bedeutende See und 
Dünung zurücklassend. Auf der weiteren Fahrt von der Grofsen Fischbucht nach 
Mossamedes hielt die Seebriese bis gegen Morgen an, zu welcher Zeit ein 
leichter NW einsetzte. 
Noch unbestimmter wie der Wind war während dieser Reise der Strom, 
welcher nach der Segelanweisung 1 Sm in der Stunde in Richtung der Küste 
nach Nord setzen sollte. 
Von Angra Pequena nach der Walfisch-Bai hatte S. M. Knbt. „Hyaene“ 
am ersten Tage eine Stromversetzung von N 50° W 0,4 Sm, am zweiten eine 
solche von N 12° W 0,6 Sm. 
Auf der Segelfahrt von dort nach dem Sandwich-Hafen wurde ein Strom 
von N41° W 1,0 Sm gefunden, während auf der Rückfahrt absolut kein 
Strom lief. Dasselbe war der Fall in den ersten Tagen der Reise von 
Walfisch-Bai nach der grofsen Fisch-Bucht. Erst im Abstande von ca 40 Sm 
von der Küste wurde eine 0,2 bis 0,4 Sm setzende nordwestliche Stromversetzung 
beobachtet. 
Il. Von Mossamedes nach St. Paul de Loanda. 
Am 13. August 2"p verliefßs S. M. Knbt. „Hyaene“ mit der aus West 
wehenden Seebriese unter Segel den Hafen von Mossamedes; dieselbe ging bald 
nach SW und erst nachts um 5* über Süd nach SSE, an Stärke nicht bedeutend 
nachlassend. Gegen Mittag des 14. August kam der Südwestwind wieder durch 
und flaute am nächsten Morgen langsam ab. Bei klarer Luft kam Salinas-Feuer 
auf 11 Sm in und 145Sm aus Sicht. 
Strom wurde bei 10 Sm mittlerem Abstand von der Küste bis Salinas 
Point überhaupt nicht, von dort bis St. Philipps Bonnet ganz schwach nordwestlich 
setzend beobachtet. 
In Benguela ankerte S. M. Knbt. „Hyaene“ um 2° 40” p den 15. August 
bei der den Ankerplatz bezeichnenden kleinen, rothen Tonne auf 9,5 m und ging 
am nächsten Abend 9% 45" Anker auf, Das Feuer von St. Philipps Bonnet ver-
	        
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