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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Hydrographische Notizen von der Westküste von Afrika, 
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Island, dessen Leuchtthurm 12 Sm achteraus noch zu sehen war, während die 
Berge hinter Kapstadt schon verschwunden waren, nahm .die Dünung etwas ab 
und ging erst weiter herunter, als der Abstand von Land nach Passiren des 
Kaps Paternoster sich vergröfserte. Auf Dassen-Insel, die auf ca 5 Sm westlich 
passirt wurde, war man mit dem Erbauen eines Leuchtthurms beschäftigt, der in 
diesem Winter noch in Betrieb gesetzt werden soll. [ 
Querab von der Saldanha-Bai, deren Kaps und vorgelagerte Inseln bei 
ca 10 Sm Entfernung noch gut zu Peilungen zu verwenden waren, wurde gegen 
Sonnenuntergang der Kurs auf NzO!/20 geändert... Am 17. Juli 4* wurde in 
0%/N 10Sm von der sich gut markirenden Hondeclip-Bai N’40 und am 18. Juli 
direkt auf Port Nolloth zu gesteuert, Die ganze Küste war in eine Nebelbank 
gehüllt, welche sowohl das Ausmachen des Hafens sehr erschwerte, als auch 
grofse Fehler im Schätzen der Entfernung vom Lande verursachte. Während 
diese auf der Mittelwache als sehr grofs angenommen war, glaubte man in der 
Morgendämmerung grofse Steine und das hinter den Dünen sich erstreckende 
hohe Land ganz dicht zu sehen und überzeugte sich erst bei Tagesanbruch davon; 
dafs der Abstand von der Küste bedeutend gröfser war. Port Nolloth; ebenfalls 
durch die Nebelschicht verdeckt, wurde auf ca 9 Sm durch die auffallenden Sand- 
hügel, das nördlich vom Hafen dicht an die Küste herantretende höhere Land 
und das Vorhandensein zweier vor Anker liegender‘ Schiffe erkannt. Die Süd- 
bake erschien auf ca 1,5 Sm Entfernung, die anderen erst kurz vor der Einfahrt, 
Die Dünung nahm bei der Annäherung an Land wieder zu, auf dem Riff stand 
ziemliche Brandung, während die Einfahrt für Boote zu passiren war. Nach 
kurzer Rekognoscirung wurde Kurs auf Angra Pequena genommen. Die Mündung 
des Orange River, von der in Karte Titel VIII: No. 21 eine Vertonung im 
Abstande von 6 Sm verzeichnet ist, ließ sich nach ca 20 Sm Entfernung . für 
Peilungszwecke genügend gut ausmachen. 
Am 19. Juli wurde um Mittag nach Angra Pequena gesteuert, nachdem 
vorher durch Peilungen des Albatros Hill und des Possession Island das Besteck 
kontrolirt war, und im Robert-Hafen geankert. Die eingezeichneten und früher 
berichteten Flaggenstangen, Kreuze ete. wurden sämmtlich vorgefunden. Nach 
der Menge der auf Halifax- und Penguin-Insel lagernden Guanosäcke zu schließen, 
ist der Handel hiermit im besten Gange, dagegen scheint der Fischfang, wie ein 
selbst angestellter Versuch ergab und der dort befindliche Fischer bestätigte, 
bedeutend nachgelassen zu haben. Auch der Handel mit Kapstadt beschränkt 
sich nur noch auf einige bessere Fischsorten. Da es sich herausgestellt hat, 
dafs die jetzige Anlegestelle im Robert-Hafen für den Verkehr mit Schiffen 
erhebliche Schwierigkeiten bietet, so geht die deutsche Kolonialgesellschaft für 
Südwest-Afrika mit dem Gedanken um, die Gebäude an die Stelle der heutigen 
Fischerei, gegenüber der Südspitze von Shark Island zu verlegen. Diese Stelle 
ist auf dem Plan der Karte Titel VIII: No. 16 schon mit „good landing“ be- 
zeichnet und entspricht, wie eine Besichtigung und Auslothung ergeben hat, in see- 
männischer Beziehung allen Anforderungen. Geschützt ist sie durch vorliegende 
Felsen gegen Seegang aus jeder Richtung, hat beim niedrigsten Wasserstand 
genügende Tiefe, auch für beladene Boote, und daher dürfte in diesem Falle ein 
Wiederaufbau der durch den heftigen Seegang im Robert-Hafen zerstörten Pier 
nicht nöthig sein. Ob der Ankerplatz vor diesem Bootshafen für Schiffe dem 
hinter Penguin-Insel befindlichen vorzuziehen ist, kann. nur durch die Praxis fest- 
gestellt werden. . 
2. Wind und Strom. Beim Verlassen des Hafens von Kapstadt wehte 
ESE, der über SW nach West sprang und dann in einen ganz unbestimmten 
nördlichen Wind überging. Die Stärke blieb 1 bis 2. Von Kap Paternoster bis 
Hondeclip wehten zuerst leichte nordwestliche, später nordöstliche Winde; dann 
für acht Stunden SSW und SSE, denen bei Port Nolloth Stille folgte. Diese blieb 
bis Nachts um 11° den 18. Juli, zu welcher Zeit ein südsüdöstlicher Wind 
(2 bis 3) einsetzte. In Angra Pequena wurde, mit Ausnahme von 2" bis 5" nachts, 
wo SE (3) wehte, während des 24stündigen Aufenthaltes nur Windstille ange- 
troffen. Der Strom wurde während der ganzen Reise schwächer, als er nach der 
Segelanweisung laufen soll, beobachtet. Er betrug von Kapstadt bis Hondeclip 
bei einem mittleren Abstande von 10Sm N12°W 0,6Sm pro Stunde, . Von 
Hondeclip nach Port Nolloth N 1° W 0,4Sm. Zwischen letztgenanntem Punkte 
Ann. d. Hvdr. ete.. 1892, Heft XII.
	        
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