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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Kleine Notizen, 
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Das Wetter war zur Zeit schön und die Luft sternenklar, bei leichtem westlichem 
Winde. Gleichzeitig war ein Nordlicht im NW rw theilweise sichtbar, in einer 
weiter nördlichen und östlichen Richtung durch Cumuluswolken in einer Höhe von 
30° etwa verdeckt. Ungefähr 20 Min. lang zeichnete sich der helle Lichtstreifen 
wie ein breites Band mit grofser Schärfe am dunkeln Sternhimmel ab, erblafste 
dann allmählich und war um 8 Uhr 45 Min, wieder vollständig verschwunden. 
Das Nordlicht kam später, nachdem die Wolken sich mehr gesenkt hatten, heller 
zum Vorschein und erstreckte sich ununterbrochen über einen Bogen des Horizonts 
von West durch Nord nach Ost.“ 
5. Datum auf Samoa. Bis vor kurzem rechnete Samoa das Datum 
übereinstimmend mit Australien; am 4, Juli d. J. trat jedoch auf Anordnung 
des Königs Malietoa eine Aenderung ein. Dienstag, der 5. Juli wurde zu 
Montag, dem 4. Juli umbenannt und dadurch eine Uebereinstimmung mit der 
amerikanischen Zeitrechnung ‚hergestellt. Da Samoa östlich von 180° v. Gr. 
liegt, so war die Beibehaltung der alten Zeitrechnung im Widerspruch mit dem 
sgeemännischen Gebrauch, welcher jetzt überall durchdringt. 
6. Trift der Stücke eines Wracks in entgegengesetzter Richtung. 
Am 22, Juni d. J. wurde ‚auf 40° 19 N-Br und 68° 33‘ W-Lg der „Fred. B. 
Taylor“ von der „Trave‘‘ in zwei Theile zerschnitten. Im Laufe der Monate 
Juli bis September ist das Vordertheil des Wracks mit dem kalten Küstenstrome 
zuerst westwärts, dann südwestwärts getrieben, ungefähr auf der 100 Faden- 
Tiefenlinie, so dals es am 22. September etwa gegenüber dem Eingang der 
Chesapeake Bai sich befand; am bedeutendsten, 100 Sm in 4 Tagen, war die Trift 
am 15. bis 19. Juli. Dagegen ist das Hintertheil des Schiffes, das offenbar dem 
Winde mehr Angriffspunkte darbot, nach Norden und dann nach WSW getrieben 
und am 7. August in Wells Beach an der Küste von Maine, halbwegs zwischen 
Portland und Portsmouth, gestrandet; in der ersten Hälfte des Juli, wo süd- 
liche Winde vorwalteten, hat es eine Fahrt von ca 150 Sın gemacht. In der 
„Pilot Chart“ des Hydrographischen Amtes zu Washington, welcher wir diese 
Angaben entnehmen, finden sich.25 Meldungen von Schiffen, die das Vorder- 
theil. des „Taylor“ gesehen haben, und 19 von solchen, die dessen Hintertheil 
angetroffen haben. 
7. Der neue Emma-Hafen zu Padang, Sumatra. - Im „Java’sche 
Courant‘“ vom 6. September d. J. ist eine Hafenordnung für diesen neuen Hafen 
erlassen, welche im Wesentlichen mit derjenigen für Tjilatjap übereinstimmt 
(vgl. diese Annalen 1890, S. 494). Als Emma-Hafen ist darin derjenige Theil 
der Königinnen-Bai definirt, welche durch den Wellenbrecher und dessen Ver- 
längerung bis zur Südspitze von Boekit Jampat eingeschlossen wird, 
Sobald die vom Ufer des Emma-Hafens nach den Ombilien-Kohlenfeldern 
führende Eisenbahn vollständig dem Verkehr übergeben ist, was binnen kürzester 
Frist der Fall sein wird, steht dieser Hafen den nach Ostasien, Australien und 
der Südsee gehenden und von dort kommenden Schiffen aller Nationen als 
Kohlen- und Verproviantirungsstation zur Verfügung. 
Der Hafen ist gut und sehr gesund, und das Vorhandensein jeder Art 
von Proviant in Padang, der Hauptstadt des fruchtbarsten Theiles der West- 
küste von Sumatra und bedeutenden Handelsstadt, ist unbedingt gesichert. Ent- 
spricht ferner das in den Ombilien-Kohlenfeldern gewonnene KErzeugnifßs in Güte 
wirklich, wie behauptet wird, der englischen Kohle,. so wird Padang auch als 
Kohlenstation mit Singapore in Wettbewerb treten, da der Preis der Kohlen 
sich hier viel niedriger stellen wird, um so mehr, als sowohl die Kohlenminen als 
die Eisenbahn vom Staate betrieben werden. 
8. Key-Inseln. Die „Tijdschrift van het Aardrijkskundig Genootschap, 
2, Serie, deel IX, No. 5 (1892)“ bringt einen Bericht des niederländischen Ma- 
rine-Lieutenants H. 0. W. Planten über seine 1889 bis 1890 erfolgte Erfor- 
schung der Key- oder Ewaf-Inseln, nebst einer Karte. Kine verkleinerte Kopie 
der Karte und ein Auszug aus jenem Bericht finden unsere Leser im „Globus“, 
von R. Andree, Band LXII, No. 20.
	        
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