368 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1892,
des 16. weht es noch immer stürmisch aus NE, doch werden die gerefften Mars-
segel gesetzt, und der Kurs nach SW wird wieder aufgenommen.
Für den 16. finden wir für m keine Positionsangaben, und wir haben den
Schifisort nach unserm eigenen besten Ermessen niedergelegt,
Dann liefert uns k einen weiteren Anhalt, wie wir oben schon erwähnt,
zu der eigenthümlich verschlungenen Bahn des alten Wirbels. Am Morgen des 14.
hat k den Wind aus SSW, und das Wetter ist unbeständig. Mittags umgehender
Wind nach Süd mit schwerem Regen; um 2 Uhr nachmittags umlaufende frische
Briese mit Böen und schwerem Regen. Barometer 751,8 mm. 8 Uhr abends
mäfsiger Sturm aus NNE mit einer konfusen See. Mitternacht Sturm mit
schwerem Regen und Gewitter.
Am 15. morgens wird das Schiff an den Wind gelegt, der Sturm aus NE
war immer heftiger geworden. 8 Uhr Sturm im Zunehmen; das Schiff arbeitet
schwer; 9" a werden zwei Mann über das Ruder geworfen und schwer beschädigt,
Mittags weht ein heftiger Orkan. Das Barometer zeigt jetzt den niedrigen Stand
von 718,8 mm und fällt immer noch weiter.
Um 3% Uhr nachmittags weht es so stark, dafs das Schiff ganz auf der
Seite liegt. Um 4 Uhr fliegt das Grofsmarssegel weg, um 5’'/2a Uhr nimmt der
Orkan etwas ab. Es wird jetzt versucht, k vor den Wind zu bringen, welches
Manöver auch gelingt, jedoch läuft das Schiff gleich wieder aus dem Ruder und
Ureht von selbst auf St. B.-Halsen an den Wind. — Die Ursache, dafs das Schiff
dem Ruder nicht gehorchen wollte, lag darin, wie später gefunden wurde, dafs
das Ruder nicht funktionirte, weil der Ruderkopf abgedreht war. — Das Peilen
der Pumpen ergiebt 5 Fuß Wasser im Schiffe. Mitternacht Sturm mit hohem
Seegang.
Zwischen Mittag und 3" p wird das Centrum dem k am nächsten gewesen sein.
Der Wirbelsturm ist jetzt aufs Höchste ausgebildet; ein Barometerstand von
718,8 mm in 8° bis 9° S-Br ist gewiß eine außerordentliche Erscheinung.
Die Angaben von k über seine Positionen sind bis zum 17, nicht verläßslich.
Folgen wir jetzt dem Manöver des l. Auch seine Positionen sind vom
13., 14. und 15. nicht ganz verläfslich, denn am 12. war die letzte astronomische
Ortsbestimmung und dann erst wieder am 16. Für die zwischenliegenden Tage
liegen nur Loggerechnungen vor, die bei den Wetterverhältnissen, die in diesen
Tagen für eine weite Umgebung geherrscht haben, naturgemäß schr zweifelhaft
sein dürften.
Am 16., wo Beobachtungen über den Schiffsort erlangt wurden, führten
die rückläufigen Kurse zu dem von uns für den 15. angenommenen Schiffsort,
der aber dann wieder auch für den 14. eine südlichere Lage, als nach der Logge-
rechnung angegeben ist, zur Bedingung macht. Wir haben daher den 14. um
15 Sm südlicher verlegt; für den 15. giebt auch Meldrum an: Position unsicher,
LI segelt mit starken bis stürmischen östlichen Winden vom 13, an nach
Westen; er hat am 14. heftige Böen, eine hohe See und heftigen Regen. Das
Schiff arbeitet stark. Am 15. ebenfalls schwerer Sturm, der das Schiff am
Mittag zwang, unter dichtgerefften Marssegeln beizudrehen. Um 2*p weht ein
vollständiger Orkan, das Barometer stand auf 741,7 mm (leider hat Prof. Mel-
drum die Korrektion des Instrumentes nicht ermitteln können, weil das Schiff
bald nach dem Sturm gesunken ist), 1] leidet furchtbar. Um 4*p steht das
Barometer noch um 2,5 mm niedriger als um Mittag und wird um 2 Uhr, als
sich das Centrum ganz in der Nähe des Schiffes befand, gewifs noch um ein
Bedeutendes niedriger gestanden haben.
Nach unserer Auffassung mufs dieser neue Wirbel, unter dessen Einflufs
| vom 14, an steht, sich am 13. oder morgens am 14. nördlich von 1 gebildet
haben, und nachdem das Schiff am 15. an den Wind gelegt worden ist, wird es von
demselben überholt. Es ist nicht unmöglich, dafs l eine günstigere Lage zum
Centrum erhalten hätte, wenn er vom 15. morgens an den Wind etwas von B.B.
eingenommen hätte und nach WSW hätte laufen lassen, er hätte die Bahn des
Centrums vielleicht schneiden können und wäre dann an die günstige Seite der
Cyklone gelangt. Doch ist seine Fahrgeschwindigkeit wohl keine bedeutende,
denn vom 14. bis 15. hat er nur ungefähr 90 Sm, also kaum 4 Sm in der Stunde
glatt vor dem Winde gelaufen. Mit einem solchen Schiffe darf man allerdings
nicht wagen, die Bahn einer Cyklone schneiden zu wollen.