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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Seemann und Köppen: Tropische Wirbelstürme im südlichen Indischen Ocean, 367 
schrecklich und die rabenschwarze Dunkelheit der Nacht unheimlich. Das Baro- 
meter fällt weiter und steht um 4"a bei einem Orkan aus SW auf 755,0 mm. 
Das Centrum wird sich jetzt ungefähr 30 Sm entfernt vom Schiffe befunden haben. 
Jm 7a weht der Orkan aus Nord mit gewaltigen Regengüssen. Baro- 
meter 748,6 mm. 10a Wind Ost, Barometer 746,1 mm. Das Schiff lenzt weiter. 
Mittags den 15. auf ungefähr 8,8° S-Br und 84,5° O-Lg, Barometerstand 743,6 mm, 
Luft schwer bedeckt; der Orkan weht jetzt mit schrecklicher Gewalt aus SzE. 
Um Mitternacht vom 14. bis 15. giebt der Wirbel seine ENE—WSW- 
Richtung, die er vom 13. an verfolgt hat, auf und schlägt nach einer scharfen 
Biegung jetzt eine ESE-Richtung ein. Dafs diese Annahme gerechtfertigt ist, 
Jäflst sich aus den Angaben des Schiffes „Herald“ (k) nachweisen. Diesem Schiffe 
nähert sich am 15. ein Wirbelcentrum von Westen her und geht dann wieder 
von ihm: ab, ohne dafs die Winde bei ihm aus der nordöstlichen Richtung 
herausgehen. 
h, der nun schon einmal das Centrum des Wirbels umsegelt, hat am 
Nachmittage des 15. erst den Wind aus Süd, dann nach zwei Stunden, während 
er nach Norden läuft, aus West, immer noch in Orkansstärke. Durch dieses 
Lenzen vor dem Winde ist h dem Centrum immer näher gekommen, und als 
dieses vom Mittag den 15. bis 4 Uhr nachmittags die ESE-Richtung nicht mehr 
verfolgt und wieder nach einer scharfen Biegung nach WSW geht, kommt.h, 
hinter demselben herumsegelnd, in seine nächste Nähe. Um 4"p steht sein 
Barometer auf 742,3 mm bei einem Orkan aus Nord. Kurs Süd. Nach einer 
Stunde ist der Wind bei h schon NE, und sein Kurs geht nach SW. Hier sieht 
h einen Leidensgefährten, der jedoch beigedreht liegt und Klüverbaum und 
Vormarssegel verloren hat. Eben nördlich von dem lenzenden h geht die Bahr 
des Wirbels nach Westen bezw. NW. Das mit 11 bis 12 Sm vorwärts segelnde 
Schiff überholt etwas das’ Centrnm. Um Mitternacht steht das Barometer auf 
739,7mm; um 1*a am 16, weht der Orkan aus SzE; Luft in ENE rabenschwarz, Um 
diese Zeit muß sich das Centrum ungefähr in ENE befunden haben. Um 3ha 
war der Wind Süd, und der Kurs war Nord mit 10 bis 11 Sm Fahrt. Noch 
immer führt h seine Fock, aber jetzt wird es ihm zu munter, und alle Mann 
stehen bereit, dieselbe wegzunehmen, Barometer 730,9 mm; da plötzlich um 
3'hA% a wird es für zehn Minuten windstill. Das Centrum berührt das Schiff. 
Die Luft klart etwas ab; dann kam der Wind leicht aus NNW durch. Mit dem Ein- 
setzen dieses Windes nimmt das Schiff seinen, Lauf vor dem Winde wieder auf; 
sein Kurs ist SSE, und um 5 Uhr, wo der Wind auf NNE gegangen ist und stark 
zugenommen hat, lenzt es wieder mit einer Fahrt von 11 Sm. Bis Mittag den 16. 
hält sich der Wind zwischen Nord und NE. Um 7*a starker Regen, um 8 Uhr 
brechen die Seen übers Schiff, Barometer am Mittag des 16. 744,8 mm. 
Am Nachmittage weht es noch hart aus NE mit sehr starken Böen, Regen 
und hoher See. Kurs SW mit 10 bis 11 Sm Fahrt. Dann werden die Royal 
Rasen herunter genommen. Um 6*p wird beigedreht. 
Verlassen wir jetzt‘ h, den wir am 18. in einem ähnlichen Unwetter wieder- 
finden werden, und wenden wir uns der „Fairy‘ (m) zu. 
m hat am 14. auf 7,7° S-Br und 85,7° O-Lg starke Winde, ein schlechtes 
Aussehen der Luft und eine unangenehme See. m mufs alle zwei Stunden pumpen, 
um- über seinen Leck Herr zu werden. Nachmittags nimmt der Wind langsam 
Sturmesstärke an. Das Schiff lenzt vor dem Winde unter kleinen Segeln, Am 
15., als der Wind mehr und mehr zunimmt, werden immer mehr Segel weg- 
genommen. Um 6 Uhr nachmittags, nachdem der Wind von Ost nach West 
umgegangen ist, wächst derselbe zu einem Orkan an. Die „Fairy“ kann nun 
nicht mehr gegen die schwere östliche See anlaufen. Das dichtgereffte Vor- 
marssegel wird festgemacht, und es wird auf St. B.-Halsen beigedreht. Der Orkan 
dreht schnell durch Süd nach NW. Von 8 Uhr nachmittags bis Mitternacht 
weht derselbe mit furchtbarer Gewalt. 
m und h müssen am 15. mittags nicht weit voneinander entfernt gewesen 
sein; beide haben den Wind aus SSE. h läuft mit grofser Fahrt nach Nord und 
später nach Ost, während die Segelfähigkeit des m nur eine geringe ist, und 
wie ihn sein Kurs vor dem Winde nach Osten führt, muß er es aufgeben und 
um 6" p beidrehen, denn die See aus Osten ist ihm zu schwer. 8 Uhr morgens
	        
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