Reise von Auckland durch das deutsche Schutzgebiet der Südsee nach Apia, 355
geankert. Das Wetter während der ganzen Reise war gut, Matupi wurde am
12. um 4* 45" p verlassen, um die Marschall-Inseln zu besuchen,
Nachdem kurze Zeit vor Herbertshöh gehalten, wurde der Kurs durch
den St. George-Kanal genommen und darauf zwischen Prinipel und Wormeram
hindurchgesteuert. Am 19. wurde die Hunter-Insel passirt. Dieselbe liegt 8 Sm
südlicher, als in der Karte verzeichnet. Um 12% wurde im Atoll von Jaluit ge-
ankert. Am 23. wurde Jaluit verlassen und nach dem Mulgrave-Atoll gedampft,
woselbst am 24. nach dem Passiren durch die; Port Rhein-Passage um 12" ge-
ankert wurde. Um 5:40"®a den 25. wurde Anker‘ gelichtet, um nach Arno zu
gehen. Das Schiff kam aber um 6° 17% auf Riffgrund und konnte erst/um 1* 47"
wieder los kommen, über welchen Vorfall besonders berichtet ist. Bei der Fahrt
längs der Küste von Arno wurde bemerkt, dafs diese in einer mehr nördlichen
Richtung verläuft, als die Karte angiebt. Da Arno erst bei Dunkelwerden er-
reicht wurde, wurde mit der Einfahrt bis zum nächsten Morgen gewartet und die
Nacht über mit gestoppter Maschine gelegen. Um 7% den 26. wurde durch die
Dodo-Passage gedampft und um 7° 50" vor der Insel Ine geankert; um 11* 40°
wurde Anker gelichtet und nach Majuro gedampft, wo um 6* 42" p in der Calalin
Passage geankert wurde. Am nächsten Tage um 8" wurde die Fahrt weiter in den
Atoll hinein fortgesetzt. Derselbe ist voll von Riffen und Steinen, so dafs man nur
nach dem Auge steuern kann, jedoch bei guter Beleuchtung und hohem Stand-
punkte der Sonne die Navigirung ohne sonderliche Schwierigkeiten. Um 9* 10"
wurde vor der Insel Majuro geankert, um 12% 45" wurde Anker gelichtet und
durch die Lagune nach der Insel Jellab gesteuert, wo um 5* geankert wurde.
Es mufs hierbei bemerkt werden, dafs der Lootse das Revier vor der Insel als
völlig rein erklärt hatte; wir fanden jedoch kurz nach dem Ankern in größter
Nähe des Schiffes einen Stein, der bis 3 m unter Wasser heraufreichte, so dafs
der Ankerplatz verlegt werden mußte. Am 28, wurde der Atoll verlassen und
nach Maloelab gedampft. Da gegen Mittag den 29. das Wetter unsichtig wurde,
so wurde eine Stunde lang die Maschine gehalten und das Schiff beigelegt. Um
12 20= konnte die Fahrt fortgesetzt werden, und um 1* wurde die südliche Kin-
fahrt des Atolls passirt und 12* 30%“ geankert. Am 30. um 10*a wurde Maloelab
verlassen und nach Namorick gedampft, woselbst um 2* 12" gestoppt und bis
11% 45% der Kreuzer beigelegt wurde. Darauf wurde nach dem Ebon Atoll
weitergedampft, welches am 1. Juni um 10* 45“ erreicht wurde. Vor der Ein-
fahrt wurde gestoppt, um 6*p die Fahrt wieder nach Jaluit aufgenommen, wWo-
selbst am 2. um 8* 10“ geankert wurde.
Jaluit wurde Mittags den 8. verlassen, um die Fahrt nach Apia anzutreten.
An den ersten drei Tagen wurde ein Strom nach NW festgestellt, welcher seinen
größten Betrag zu 36 Sm innerhalb 18 Stunden am 10. hatte. Der Wind während
der Reise war SEzE Stärke 3—4, das Wetter böig und regnerisch. Am 16, kam
der Kreuzer in Apila an.
Reisen im Golf von Guinea.
Aus dem Reisebericht S. M. Krz. „Habicht“, Kommandant Korv.-Kapt. HESSNER.
I. Auf der Reise S. M. Krz. „Habicht“ von Kamerun nach Kapstadt und
zurück (Januar bezw. März 1892) wurden die in den „Annalen der Hydro-
graphie“ 1891, Heft 9, Seite 352 und 353, gemachten Angaben geprüft und für
richtig und zutreffend befunden.
Der Kreuzer hat denselben Reiseweg eingeschlagen, wie ihn diese Segel-
anweisung vorschlägt, und zwar:
1. Von Kamerun bis Walfisch-Bay längs der Küste dampfend.
Die vorgefundene Windrichtung war zumeist SSW in durchschnittlicher
Stärke von 2—3. |
In Nähe des Landes (etwa 8—10 Sm ab) wurde Land- und Seebriese
nicht bemerkt.