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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Mazelle: Ueber die Windverhältnisse zu Triest, 
4 
3 
a 8] 
Ueber die Windverhältnisse zu Triest. 
Von EDUARD MAZELLE: 
Die beiden Abhandlungen, über deren Inhalt im Folgenden referirt wird,') 
stützen sich auf stündliche Aufzeichnungen eines selbstregistrirenden Anemo- 
graphen des K. K. astron. meteorolog. Observatoriums in Triest. Dieser Ane- 
mograph von Casella-London befindet sich auf der Plattform eines kleinen 
Gebäudes, im südlichen Theile des Triester Hafens, das Schalenkreuz und die 
Windfahne sind 10,9 m über dem mittleren Meeresniveau. 
Zur Bestimmung des täglichen Ganges der Häufigkeit und Stärke 
der einzelnen Windrichtungen wurden aus den fünf Beobachtungsjahren 1883 
bis 1887 die Aufzeichnungen nach Richtungen, Monaten und Stunden getrennt 
und für jeden einzelnen Monat der tägliche Gang für die acht Hauptwind- 
richtungen festgestellt. In obgenannten Publikationen finden sich die Zusammen- 
stellungen für die vier Jahreszeiten und jede Stunde, hier beschränke ich mich 
auf die Wiedergabe der Jahrestabelle für die Häufigkeit zu jeder zweiten Stunde. 
Häufigkeit der Windrichtungen in den fünf Jahren 1883—1887, 
i1—2ha 
3—4ha 
5—6ha | 
7—8 hg 
3—10ha 
11—Mittag 
L1L—2 hp 
3—=4hp 
5—6hp 
7—8 hp 
9—10 hp 
11—Mittern. 
Mittel 
+7 
| NE 
4 
1q 
20 
29 
9 
Rn 
457 
439 
475 
508 
481 
465 
41 
139 
163 
469 
500 
466 
468 5 
55 
7 
19 
28 
27 
41,1 
E 
| se 
533 
516 
551 
461 
329 
218 
176 
182 
256 
387 
437 | 
480 | 
378,2 
309 
397 
383 
380 
237 
120 
101 
113 
142 
234 
270 
293 
245.6 
Ss 
SW 
33 
30 
19 
67 213 
?9 286 
a 325 
36 294 
39 207 
42 89 
36 43 
38 4 
45,0 * 1415 
"9 
49 
42 
75 
} 
WW 
NW 
23 
28 
27 
25 
22 
14 
20 
49 
164 188 
262 289 
296 305 
266 291 
182 220 
84 108 
44 51 
| 39 29 
1192 133,4 
Aus dieser Tabelle ebenso wie aus den auf den Windweg bezüglichen des 
Originals ersieht man eine deutliche Drehung des Windes mit der Sonne im 
Laufe eines Tages, und zwar überwiegen des Morgens östliche Winde, Vormittags 
südliche, in den ersten Nachmittagsstunden westliche und Abends nördliche 
Winde. Das Eintreffen des Maximums der einzelnen Windrichtungen erscheint 
um 70° verfrüht im Vergleiche zum Azimuth der Sonne, wenn man. annimmt, 
dafs der Wind von der Sonne herweht. Die gleiche Regel läfst sich durch alle 
vier Jahreszeiten verfolgen, und gerade im Winter, wo die westlichen Seebriesen 
den geringsten Einflufs ausüben können, ist diese Drehung deutlich ersichtlich. 
Nur der NE-Wind zeigt ein zweifaches Maximum, das eine, welches ganz gut in 
die allgemeine Drehung bineinpafst, und ein zweites, welches auf den Vormittag 
fällt. Auf diese Erscheinung kommen wir später zurück. 
Sowohl in der Häufigkeit als auch in der Stärke überwiegt der NE über 
alle übrigen Winde, es folgen sodann der Ost, SE, SW, NW und West. Süd und Nord 
sind die seltensten Winde. Für ein mittleres Jahr ergeben sich für die einzelnen 
Windrichtungen: 
4) Mazelle: Der tägliche Gang der Häufigkeit und Stärke der einzelnen Windrichtungen 
zu Triest. Sitzungsberichte der Kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Mathem.-naturw. 
Klasse; Bd. C. Abth. IIa. März 1891 und . 
Untersuchungen über den täglichen und jährlichen Gang der Windgeschwindigkeit zu Triest, 
Sitzungsberichte der Akad. d. Wissensch., math.-naturw. Klasse; Bd. C. Abth. IIa. Dezember 1891.
	        
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