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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Die Oceanographie auf der Britischen Naturforscher- Versammlung von 1892. 
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herabgelassen wurde und das Schiff demselben unter Dampf folgte, so .dafs die 
Leine senkrecht erhalten wurde; Richtung und Strecke der Fahrt wurden 
dabei sorgfältig bestimmt. . 
Täglich wurde eine. Flasche über Bord geworfen mit der gewöhnlichen 
Aufforderung darin; vier davon sind dem Verfasser zugegangen: i 
. Angie _ Aufgenommen Getrieben Richtung Smp. 
Datum Breite Länge Datum Breite Länge Tage Sm Tag 
6./1. 86 6° 40‘N 12° 32’W 5./3. 865°47 N 0°35'0 58 862 Ost 15 
8/1. 86 4° 49N 9° 38W 2./3. 866° 8'N 1°17'0 53 690 Ost . 13 
14/3. 86 6° 25'N 14° 31‘ W 12./5. 864° 45N 8°31'W 59372 S74°0 638 
29./1. 86 0° 21'’N 7° 360 25./6. 863° 14'N 9° 57 0147 230 N41°0 16 
Die ersten beiden Flaschen wurden westlich vom Kap Palmas ausgeworfen, 
schnell nach Osten getrieben und nahe vom Kap St. Paul aufgefunden. . Die 
äritte Flasche wurde zwei Monate später weiter vom Lande ausgeworfen. Sie 
trieb quer über den Weg der beiden ersten und strandete an der Kru-Küste. 
Die zuletzt aufgeführte Flasche wurde zwischen dem Gabun und S. Thome aus- 
gesetzt und strandete nordöstlich davon lange danach bei. Kamerun, Ohne 
Zweifel ist sie von den entgegengesetzten Strömungen dieser Gegend mehrfach 
hin- und hergetrieben worden. . 
4. Die physikalische Geographie des Firth of Forth, von Hugh 
Robert Mill, D. Se. Die Beobachtungen an festen Stationen, welche vom 
„Fishery Board for Scotland“ in Gang gesetzt sind, geben neue Auskünfte be- 
sonders‘ über den HEinflufs der Tiden auf Temperatur und Salzgehalt des 
Wassers und auf die Zunahme der Durchsichtigkeit von der Flußsmündung 
seewärts. 
{m Sommer ist das Wasser des Aestuariums wärmer, im Winter kälter 
als die See, so daß, wenn man von der Wirkung der Sonne absieht, das Wasser 
in der Nähe der Mündung des Aestuariums seine höchste Temperatur im Sommer 
bei Niedrigwasser, im Winter bei Hochwasser erreicht. Daneben besteht eine 
tägliche Wärmeschwankung durch die Wirkung der KEin- und Ausstrahlung, 
welche, ohne die Tiden, ein Maximum am Nachmittag und ein Minimum am 
frühen Morgen erzeugen würde. Springtiden kehren alle zwei Wochen um die- 
zelbe Stunde wieder und weisen die obigen Züge in erhöhtem Mafse auf; die 
Beobachtungen um: 9* a und 3% p zeigen die Erscheinungen in höchster Ausbildung. 
Im Sommer ist am Abertey-Feuerschiff, wenn Niedrigwasser am Nachmittag ein- 
tritt, das Wasser mehr als 1° C wärmer als am Morgen; tritt aber dann Hoch- 
wasser. ein, so ist sie etwa 1° C niedriger als am Morgen, einerlei wie stark die 
Sonnenstrahlung sei, 
5. Dr. A. Buchan theilte einige vorläufige Resultate der Untersuchung 
über oceanische Cirkulation mit, an welcher er und Prof, Tait seit Jahren 
arbeiten und in der die Beobachtungen des „Challenger“ ergänzt wurden durch 
eine Menge solcher, die von neueren Expeditionen stammen. Indem er sich auf 
den Atlantischen Ocean beschränkte, zeigte Dr. Buchan die enge Verknüpfung 
der oceanischen Cirkulation mit.der atmosphärischen, indem die Oberflächen- 
Strömungen mit. den Winden an der Oberfläche übereinstimmen. Durch die 
Wirkung der Passate wird die Temperatur des Wassers auf der westlichen Seite 
des Oceans in dessen mittlerem Theile in den Tiefen von 100 bis 500 Fad. um 
mindestens 6° C über jene erhöht, welche auf der Ostseite in denselben. Tiefen 
herrscht.. In 500 Fad. (900m) Tiefe ist die Temperatur auf beiden Seiten un- 
gefähr dieselbe, in gröfseren: Tiefen ist der Westen kälter, da sich die arktischen 
Ströme mehr an der amerikanischen, die warmen schweren Wasser aus dem 
Mittelmeere dagegen mehr an der Ostküste halten. Dieses warme Wasser der 
Ostseite reicht nordwärts bis zum Wyville-Thomson-Rücken, an dessen. Südseite 
das Wasser in 700 Fad. Tiefe wärmer ist, als‘ in irgend einem Theile der tropischen 
(offenen) Oceane auf derselben Tiefe. Nördlich vom Wyville-Thomson-Rücken 
hat das Tiefenwasser eine. konstante Temperatur von —1,4° C. Genaueres wird 
der betreffende Band des „Challenger“-Werkes bringen. 
. 6. In einer Mittheilung „über die physikalischen Verhältnisse der 
Gewässer des Englischen Kanals“ beschrieb H. N. Dickson die Beobach-
	        
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