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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1892. 
so folgt dem Minimum, welches nach Osten gewandert ist, ein Luftdruckmaximum. 
Dann geht der Südwind schnell nach ENE, und dieser Wind tritt nicht selten 
stürmisch auf. Folgt dann dem Maximum wieder in schneller Reihenfolge ein 
neues Minimum, dann geht der Wind auf NE, Nord und NW (16. bis 17. Juni 1875). 
So lange sich der Wind nördlicher als NW hält, bleibt das Barometer niedrig 
758 bis 759 mm), geht der Wind dann westlich, steigt das Barometer, oft schon 
mit WNW-Wind. Steigt es rasch, so ist der nachfolgende SW, obgleich schwer, 
aur von kurzer Dauer. Das schnelle Steigen des Luftdruckes ist ein Zeichen der 
schnellen Ostwärtswanderung der Depression. 
Geht das Barometer bei verhältnifsmäfsig ruhigem Wetter unter 756 mm, 
dann kann man jeden Augenblick stürmischen Wind aus NNW bis NW erwarten. 
Bei einem Barometerstande von 752 mm (9. und 16. Juni 1877) wehte ein orkan- 
artiger Sturm aus NW, sowie der Wind auf WNW lief, stieg das Barometer. 
Geht das Steigen des Luftdruckes sehr schnell vor sich, dann geht der Wind 
südlich und nimmt nach wenig Stunden oft bis zur völligen Windstille ab. Steigt 
das Barometer nicht höher als bis 757 resp. 760 mm, dann wird die Luft wieder 
trübe, der Wind geht auf NNW resp. NW zurück, und dasselbe Wetter wie vor- 
hin nimmt wieder seinen Anfang. 
Es kommt jedoch auch vor, dafs auf ein Maximum des Luftdruckes, ge- 
trennt durch eine Furche niedrigen Luftdruckes, ein anderes Maximum folgt. 
Dann ist der Witterungsverlauf auch ein anderer. Wir haben ein Beispiel 
in der Reise von 1875. Nach dem Steigen des Luftdruckes (siehe Kurve) am 14., 
iritt Morgens am 15. ENE-Wind und stürmisches Weiter auf. Das Barometer, 
welches sehr hoch ist, fällt dann. Ein tiefes Minimum nähert sich vom Westen, 
und um Mitternacht vom 16. bis 17. liegt das Centrum südlich vom Schiffe. Der 
ENE-Wind hat sich nach NE gedreht. Als derselbe nun nach NW geht, steigt 
das Barometer und nach langsamem Steigen weht den ganzen Tag und den fol- 
genden Morgen Sturm aus WNW, der allmählich auf WSW und SW geht. Am 
18. Mittags plötzlich Windstille bei hohem Barometerstande. Hier war es kein 
Centrum eines Wirbels, welches die Windstille hervorvorgerufen hatte, sondern ein 
bedeutendes Hochdruckgebiet. Dieses Hochdruckgebiet mufs mit seinem centralen 
Theil das Schiff passirt haben. Darauf deutet auch die NNE-Windrichtung nach 
dem Passiren des Kernes des Luftdruckmaximums hin: NNE-Wind mufste als aus- 
strömender Wind auf der Westseite des Maximums auftreten. Darauf fällt das 
Barometer und der NNE-Wind geht in NW-Wind über, zunächst noch stürmisch 
wehend und dann abnehmend. Das Barometer steigt, und nun folgt eine Periode 
verhältnifsmäfsiger Ruhe in der Atmosphäre. 
Trotz bedeutender Schwankungen ist das Barometer in den Reisen 1875 
und 1876 kaum unter 760 mm gefallen; wir sind mit dem Schiffe in diesen beiden 
Jahren dem Hochdruckgebiete an den Passatgrenzen näher gewesen, oder viel- 
mehr dieses Gebiet hat südlicher gelegen, als es gewöhnlich im südlichen Winter 
der Fall sein wird, und wir haben daher auch noch verhältnilsmälsig günstige 
Gelegenheiten mit angetroffen, 
1877 hatten wir tieferen Barometerstand und daher auch schwerere Stürme 
aus westlicher Richtung. 
abklarender Luft, während die anderen Östlicheren Schiffe noch voll unter dem KEinflusse der 
Depression II stehen, 
Von Mitternacht den 27. bis 28, Ga fällt bei a das Barometer auf 763 mm und nimmt der 
Wind. südwestlich bleibend, bis Stärke 11 zu: Nachmittags bis Nachts Gewitter und bedeckte Luft. 
Am 28. liegt die Depression III recht im Süden unserer Schiffe a und c. Am 29. liegt sie 
im SO und Ost der sämmtlichen Betheiligten. Das Barometer steigt an diesem Tage bei a stark, 
und der Sturm nimmt am Abend etwas ab, während an diesem Tage die ganze übrige Flotte noch 
schweren SW- resp. Weststurm hat. Am 30. (für den 30. und 31. haben wir keine Kärtchen 
gegeben, um Raum zu sparen) steigt das Barometer überall stark, doch wehen bei b und g noch 
schwere Stürme aus WSW, während die anderen Schiffe nur noch Windstärken 6 bis 8 ver- 
zeichnen. Am 31, überall flaue Winde und einen Barometerstand über 770 mm. 
Freilich hatte damit die stürmische Witterung noch lange nicht ihren Abschlufs gefunden, 
wir müssen es uns aber versagen, noch weiter darauf einzugehen, 
a hat am 30. Mai Port Elisabeth als Nothhafen aufsuchen müssen, b ebenfalls am 9. Juni, 
d ist erst am 29. Juni auf 30° S-Br und 15° O-Lg angelangt, e am 23. Juni auf 30° S-Br und 11° 
O-Lg und f am 25. Juni auf 30° S-Br und 12° O-Lg, c segelte nach Osten. 
Erst am 11. Juli fand dieser stürmische Zeitabschnitt seinen Abschluls.
	        
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