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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Scemann: Sechs Reisen um das Kap der guten Hoffnung im südlichen Winter. 331 
zum 15. Mai hatten wir uns dicht nach Kap Agulhas hingearbeitet. Von Mittags 
bis 3*p Windstille, dann kam schnell auffrischender WNW-Wind durch. Am 
Morgen des 16. heftiger Orkan mit Regen, das Schiff arbeitete stark, Luft zeit- 
weilig abklarend. Bekamen mehrere Sturzseen über, so dafs das Schiff sehr mit- 
genommen wurde. Sowie dasselbe von der Bank war, nahm die See ‘eine 
regelmäfsigere Form an, und die Höhe war dem Winde entsprechend. 
Die vierte Reise(1878) fand bis zum 16.Mai auf33°S und 29°O günstige Ge- 
legenheit vor. Um 10 Uhr Morgens an diesem Tage erhielten wir den ersten Sturm aus 
westlicher Richtung und drehten bei. Mittags lief der Wind schon auf SZzW; wir setzten 
Fock und Obermarssegel und lagen westwärts, Nachmittags Wind schnell abnehmend, 
setzten alle Segel wieder bei. Die oberen Wolken zogen aus NE. Am 17. Mai 
lief der südsüdwestliche Wind wieder westlich; wir lagen bis 5 Uhr nach NNW 
und wendeten dann südwärts. Hielten uns bis zum 19. im Strom, der jedoch nur 
unbedeutend war, und machten am Nachmittage dieses Tages die Küste bei 
leichten Winden aus westlicher Richtung. Am 20., mitten auf der Bank, bei 
WNW 5, hatten wir hohe See aus SSW; 4" p lotheten wir 32 Fad. (58,5 D). Am 
21. stieg die Windstärke bis zum Sturme aus WzS an; Blitzen im SW. Am 
22, Mittags WzN 5. Bemerkung im Journal: Schiff stampfte heftig. Kurs S 26° W. 
Nachts Wind WzS 6, konnten wenig Segel führen wegen der hohen, kurzen 
See von. vorne. Die ganzen Tage, vom 20. bis 23. Mai, hatten wir eine öst- 
liche Stromversetzung, Wir verweisen über den weiteren Verlauf der Reise auf 
die Angaben der Tafel 5. 
1879 im Mai endigte der SE-Passat schon auf 28,5° S-Br und 43° O-Lg. 
Der Wind lief durch NE’ auf NNW, war jedoch sehr flau. Abends am 15. auf 
29° S-Br und 41° O-Lg nahm der NNW bis Stärke 8 zu; schwaches Blitzen im 
WNW. Am 16. Morgens 4 Uhr böige Luft bei NNW 9;' Blitzen im NW bis 
Süd; 6ba WNW 3; 8a West 2, aufklarende Luft; 10a Windstille; 12* a auf 
29,4° S-Br und 41,1° O-Lg SSW 1. Dann lief der flaue Wind auf WSW und 
frischte bis Mitternacht bis Stärke 7 auf, hielt sich bis Mitternacht den 17. in 
unbeständiger Stärke zwischen 5 und 7, lief dann auf WNW und nahm ab. 
Ueber den weiteren Verlauf siehe "Tafel 5. Zu erwähnen ist noch, dafs das 
Wetter im Allgemeinen böig war mit häufigem Regen und vielfachem Blitzen 
im SW und NW. 
Vom 23. auf den 24. hatten wir eine Stromversetzung von S 49° W 62 Meilen. 
Vom 24, auf den 25. eine solche von 837° W 51 Meilen. Am nächsten Tage 
hatten wir bei trüber Luft und. häufigen Regenschauern keine astronomischen 
Beobachtungen und am 27., wo wir auf der Bank waren, fanden wir die Ver- 
setzung in den letzten beiden Tagen S 65° W 40 Meilen. Nachmittags sehr lange 
SW-Dünung bei sehr schönem Wetter, Auch ohne sonstige Beobachtungen hätten 
wir das Anlaufen der Bank aus den Wassertemperaturen entnehmen können. 
Ich will dieselben hier folgen lassen. 
4b a 83 12 a 
am 25. Mai 231 © 218 22,1 
„ 26. 20,9 21,5 21,6 
DT, 19,0 18,4 18,3 
Y 
42 p 8& p 12 p 
22,4 22,1 21,9 
20,9 20,9 195 
185 18,9 17,8 
Vom 27. bis 28., wo wir uns bei schönem Wetter und mälsigen östlichen 
Winden auf der Bank befanden, schwankte die Wassertemperatur zwischen 19,4° 
und 17,6° C (194° bei heiterem Wetter am Mittag den 28.); hatten eine, Ver- 
setzung nach S 9° O0 10 Meilen und am nächsten Tage eine solche von 28 Meilen 
nach West. Hier bestätigte sich, dafs Ost von Kap. Agulhas unter Land der 
Strom nach Osten, West aber von Agulhas der Strom nach Westen setzt. 
Am 29, Morgens hatten wir die Bank verlassen und da wir wegen Nebel 
und bedeckter Luft erst nach 3 Tagen wieder Observationen erhielten, während 
„welcher Zeit meist schwache nördliche Winde geherrscht hatten, konnten wir 
erst am 1. Juni auf 321° S-Br und 14,9° O-Lg wieder Strombestimmungen 
machen. Wir fanden, daß uns in diesen drei Tagen der Strom nach N 65° W 
38 Meilen versetzt hatte. 
Die Erinnerungen an meine letzte Reise 1880 um das Kap der guten 
Hoffnung sind nicht angenehmer Natur. Tief beladen mit Reis hatten wir am 
Sonnabend den 21. Februar 1880 Rangun für Europa verlassen. Mälsige Winde, 
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