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Annalen, der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1892.
Stromversetrzung
auf 25° 38,7‘ S-Br 171° 49,0‘ O-Lg
24° 24,0‘ S-Br 175° 11,5‘ 0-Lg
23° 2,6'8S-Br 178° 34,0‘ O-Lg
21° 23,6‘ S-Br 178° 24,6‘ O-Lg
18° 37,3 S-Br 176° 8,7 O-Lg
N26° W 160 Sm
N 8° W180 „
N1I4° W238 |
N 345° W 21,0
N43° W 94
r2
Schliefslich ist noch zu berichten, dafs hier vor Kurzem ein festes Stangen
seezeichen (Stock mit durchbrochener Kugel als Toppzeichen -- beide roth
gestrichen - ) auf der westlichsten Spitze des Ostriffes der Einfahrt in den hiesigen
Hafen errichtet worden ist.
Das erwähnte Seezeichen liegt in der Richtung W%/sN mw. von dem Flaggen-
stock auf Matautu.
Für die hier anlaufenden Postdampfer wird Nachts an dem Topp des
Seezeichens eine Laterne geheifst,
Es ist dieses lediglich eine Marke für den Lootsen, der die betr. Dampfer
während des nur wenige Stunden dauernden Aufenthaltes in dem hiesigen Hafen
zwischen den Riffen verankert.
Bemerkungen über Fahrten und Häfen an der Nordküste Javas.
Von Kapt. L. A. MEYER, Schiff „Kriemhild“.
Durchsegelung der Sunda-Strafse. Um 7 Uhr Abends, den 14. Sep-
tember 1889, ankerten wir auf unserer Reise von Cardiff nach Batavia, deren
Dauer bisher 85 Tage betrug, im NNO von der Ersten Spitze, auf einer Wasser-
tiefe von 17 Faden — 31m —. Es wehte zur Zeit ein flauer ostsüdöstlicher
Wind, der Strom hatte eine westliche Richtung, und das Wetter war klar. Am
folgenden Morgen gingen wir um 2 Uhr bei leichter ESE-Briese und klarem
Wetter wieder Anker auf. Der Wind, der am Vormittag westlich holte, wurde
bald nach Mittag flau und gegen 3 Uhr völlig still, so dals wir wegen des schon
seit Mittag mit einer Geschwindigkeit von 1 Sm südlich setzenden Stromes
zenöthigt waren, 4 Sm südlich der Vierten Spitze zu ankern. Nachdem darauf
am folgenden Tage seit 10" a. m. gegen einen nördlichen Wind aufgekreuzt war,
mußte um 3 Uhr Nachmittags abermals wegen eines Gegenstromes auf der
Brouwers-Bank geankert werden. Zu dieser Zeit kamen Gewitterböen vom Lande
herüber. Mit der am Abend einsetzenden Landbriese gingen wir wieder unter
Segel, aber erst am Abend des 18. September erreichten wir, ohne wieder geankert
zu haben, und geleitet von leichten östlichen Winden, Land- und Seebriesen, die
Rhede von Tanjong Priok. Die Gezeitenströmung in der Sunda-Strafßse war sehr
anregelmäfsig und unberechenbar. | .
Tanjong Priok. Wir benöthigten kaum acht Tage, um in Tanjong Priok
unsere Kohlenladung durch Kulis löschen zu lassen. Der Gesundheitszustand der
Mannschaft war bis dahin ein guter gewesen; nachdem aber der Ballast ins
Schiff genommen und letzteres wieder auf die Rhede, 1'/2 Sm vom Lande, hinaus-
gelegt war, stellte sich das Fieber ein, und zwar in einem solchen Umfange, dafs
alle meine Leute, einer nach dem anderen, einige sogar zweimal, in das Hospital
geschickt werden mufsten. Ob nun die klimatischen Verhältnisse von Tanjong
Priok überhaupt oder der eingenommene Ballast — der beste (trockenste), der
zu haben war, — als der Erreger der Krankheit zu betrachten ist, lasse ich unent-
schieden. Wahrscheinlich ist die Ursache bei beiden zu suchen, den anderen hier
anwesenden Schiffen erging es ebenso wie uns. |
Tagal. Unser Aufenthalt in Tanjong Priok dehnte sich infolge davon,
Jafßs kein Frachtangebot vorhanden war, bis zum 1. November aus. Krst einige
Tage vor dem obengenannten Datum wurde eine Fracht abgeschlossen, der zufolge
wir zunächst nach dem 120 Sm weiter ostwärts an der Java-Küste belegenen
Orte Tagal zu segeln hatten, um dort den ersten Theil einer Zuckerladung ein-
zunehmen. Am d. November wurde dieser Platz erreicht, doch mußten wir