318 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1892,
befand. Leider war der Himmel am Morgen des 18. August dicht bedeckt, so
dafs die zur Berechnung der Deklinationsbestimmung nöthigen Sonnenpeilungen
nicht gemacht werden konnten.
Die Größe der Horizontal-Intensität ergab sich zu 0,17751 €. G. 8.
(7 54 a), die der Inklination zu 68° 15,0‘’N (8 38% a). Diese Werthe stimmen
so nahe mit jenen auf der Insel beobachteten überein, dafs man wohl für dies
Gebiet eine Lokalstörung als ausgeschlossen betrachten darf.
Die Witterung war den Beobachtungen aufserordentlich günstig, der
Himmel meist so frei von Wolken, dafs aın Morgen und Abend des 17. August,
sowie am Abend des 18. August ungestört die astronomischen Beobachtungen
gemacht werden konnten. Der Wind war meist leicht und frischte nur im Laufe
des 17. August etwas auf, ohne jedoch geradezu störend zu werden. Regen fiel
nur am Vormittag des 18. August, aber erst nach Abschlufßs der Beobachtungen.
E. Duderstadt.
Hydrographische Bemerkungen von der Ostküste von Afrika,
dem Rothen Meer und dem Suez-Kanal.
(Aus dem Reisebericht S. M. S. „Sophie“, Kommandant Korrv.-Kapt. KIRCHHOFF.)
Tanga. Während des Aufenthaltes S. M. S. „Sophie“ im Hafen von Tanga am
2. und 3. Mai 1892 wurden in Bezug auf die gelegten Einsegelungsmarken fol-
gende Beobachtungen gemacht:
Die schwarz und rothe Spierentonne mit einem T als Toppzeichen und
einem liegenden Kreuz („Nachr. f. Seef.“ 1891, 168, No. 2) lag nicht aus, eben-
so wenig wurde die Tonne zwischen Yambe Island und Niule Reef bemerkt; ob
die schwarze Tonne („Nachr. f. Seef.‘“ 1891, 168, No. 9) auf Position lag, konnte
nicht festgestellt werden. Sämmtliche anderen Tonnen lagen richtig und waren
gemarkt, wie in den „Nachr. f. Seef.“ 1891 angegeben. Die Bäkenlinie bezeichnet
allerdings die tiefste Fahrwasserrinne im inneren Hafen, man ankert aber besser
südlich von derselben, da das Riff von Tanga Island sich ziemlich weit nach
Süden erstreckt und steil abfällt.
Ankerplatz bei Maziwi-Insel. In der Nacht vom 3. zum 4. Mai 1892
ankerte S. M. S. „Sophie“ auf der Fahrt von Tanga nach Dar es Salam bei der
Insel Maziwi. Der Ankerplatz ist leicht anzusteuern und gewährt einen sehr
guten Schutz gegen den SW-Monsun. Trotzdem durch den bis Stärke 6 wehenden
SW-Monsun eine recht erhebliche See verursacht war, lag S. M. S. „Sophie“ in
völlig ruhigem Wasser. Es empfiehlt sich, ziemlich dicht an die Insel heranzu-
gehen, die Südkante derselben SO peilend. Dort ist wohl etwas tieferes Wasser
(22 Fad.) als weiter nach dem Festlande zu, doch durch die südlich liegenden
Riffe ein besserer Schutz.
Auf der Fahrt von Dar es Salam nach Bagamoyo am 28. Mai 1892 wurde
die Tonne bei Kitapumbe-Riff („Nachr. f. Seef.“ 1891, 166, No. 1) nicht vorge-
funden. Als ein ausgezeichnetes Peilobjekt zeigte sich „Funga Yasin“; der Rand
dieses Riffes ist stets gut sichtbar und jetzt durch eine dreieckige Bake gekenn-
zeichnet worden.
Dar es Salam. Bei der Ansegelung von Dar es Salam eignet sich, schon
auf 10 Sm sichtbar zum Peilen, das auf Öst-Fähr-Huk stehende kleine weiße
Wachthaus (ein Signalmast daneben). Auf West-Fähr-Huk steht ein weit sicht-
barer Bootsschuppen, erkennbar an dem hellrothen Dach. Von Norden kommend
ist ein weißes Haus bei Bueni auf ca 12 Sm sichtbar und deshalb als Peilobjekt
geeignet. Der in der Segelanweisung angeführte Gunja Peak läßt sich am
besten dadurch erkennen, dafs er der höchste Berg des Vorlandes ist und auf
der Spitze Bäume von ungleichmäfßiger Höhe hat, wodurch er ausgezackt
erscheint.
Auf der Reise S. M. S. „Sophie“ von Zanzibar nach Aden wurden
in Bezug auf nautische Interessen folgende Bemerkungen gemacht: