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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1892.
les Guanos vermittelst Leichter nach den aufserhalb der Riffe ankernden Schiffen
vor sich. Die Riffe ziehen sich von der Englischen Spitze bis zur Ostspitze mehr
vom Ufer ab; theilweise etwas aus dem Wasser hervorragend, bilden sie bei Playa
Pajaro gleichsam einen kleinen Hafen von sehr unregelmäfsigen Tiefen (1—-2'/2 m
= 3-— 8’ bei Niedrigwasser). Es sind hier drei Durchfahrten für Boote vorhanden,
von denen die beiden nördlichen jedoch nur bei ruhiger See brauchbar sind. Die
züdliche Hauptdurchfahrt ist an ihrer inneren Seite durch zwei Stangen mit rothen
Scheiben abgemarkt; sie hat eine Tiefe von 6 bis 2m (20 bis 6%4) und im
äufseren Theile die geringste Weite. In SO-Richtung vom HEingange liegt eine
kleine rothe Tonne in folgenden Peilungen: Ostspitze NOzN, Schornstein der
Darre NWzW und Englische Spitze WSW. Bei der Einfahrt halte man diese
Tonne recht achteraus und steuere zwischen den beiden Stangen hindurch, bei
der Ausfahrt steuere man, nachdem man die beiden Stangen passirt hat, recht
auf die Tonne zu, Auf diese Weise werden die vielen in der Passage liegenden
Felsen vermieden werden. Die Tonne liegt auf 11m (6 Fad.) Wasser; in letzter
Zeit sind auch in der Passage zu beiden Seiten kleine Bojen gelegt,
Beim Ansegeln von Playa Pajaro passire man die Östspitze in '/2 Sm Ab-
stand, aber nicht weiter ab, weil sonst Strom und Wind es leicht unmöglich
machen, den Ankerplatz zu erreichen, und steuere dann unter kleinen Segeln mit
SW-Kurs dem Ankerplatz zu. Ein auf Mona stationirter Kapitän wird den Schiffen
den passenden Ankerplatz anweisen. Dieser liegt: die Ostspitze NN0!'2O, der
Schornstein der Darre NWzW, Englische Spitze WSW’/sW. Hier wird man grofse
Flächen weißen Sandes und Wassertiefen von 16 bis 18m (9 bis 10 Fad.) an-
treffen. Man halte die kleine rothe Tonne westlich, 3 Kabllg. entfernt, nähere
sich dem Riff nicht mehr als auf 14,5 m (8 Fad.), lege das Schiff aber auch nicht
weiter ab als auf 20m (11 Fad.). Man gebe Obacht auf den Ankergrund, der
selbst in einer Tiefe von 30m (17 Fad.) noch genau zu erkennen ist, und werfe
den Anker nur auf Sandboden,
Während des Liegens bei Playa Pajaro versichere man sich täglich, dafs
die Ankerkette klar und kein Törn um einen der herumliegenden Steine ent-
standen ist, was sehr häufig vorkommt und leicht dahin führt, dafs bei Seegang
die Kette abstöfst. Man stecke auch nicht zu viel Kette aus und halte dieselbe
stets, besonders in der Orkanzeit, klar zum Einwinden.
Von Dezember bis März bietet Pajaro Schutz gegen die dann oft heftig
wehenden nördlichen Winde, jedoch in den Sommermonaten bringen die dann
herrschenden Winde aus Ost bis SE stets mehr oder weniger Seegang. Die
Hafenzeit ist 6* 20”; der Hub beträgt bis zu 1,2 m (4); der Strom erreicht oft
2 Kn Geschwindigkeit, die Fluth setzt NNO bis OzN, die Ebbe SSW bis S'AW,
jedoch oft auch in mehr oder weniger abweichender Richtung, wahrscheinlich
dem Winde folgend. Insbesondere beim Ahsegeln soll man ja den Strom be-
achten, da derselbe, vor Allem bei flauem Winde, leicht gefährlich werden kann,
wie es bei den letzten Schiffsverlusten der Fall gewesen ist.
Werden die vorstehenden Anweisungen genau befolgt, so ist das Ankern
unter Mona und das Einnehmen von Ladung dort mit keiner besonderen Ge-
fahr verknüpft, sofern die Schiffe mit gutem, solidem Ankergeschirr versehen sind,
Diesem Berichte hat Herr Kapt. Kuhfal bei seiner Anwesenheit in
Hamburg auf Wunsch der Redaktion noch folgende interessante Bemerkungen
über die Insel und den darauf gefundenen Guano hinzugefügt:
Die Insel Mona ist ein einziger, von Korallen gebildeter Fels, an dem
noch verschiedene Hebungsperioden durch alte Strandlinien zu erkennen sind,
So lange die jetzt gehobenen Theile sich unter Wasser befanden, hat dieses den
Fels ausgewaschen und so eine Menge sich oft weit ins Innere erstreckender
Höhlen gebildet, welche trocken gelegt worden sind, als der Fels sich bis zur
jetzigen Höhe gehoben hat.
Da das Gestein durch und durch porös ist, so sickert das Wasser von oben
fortwährend durch und hat auf diese Weise in den meisten Höhlen grofse, oft
sehr schöne Tropfsteinbildungen hervorgebracht, — Diese Höhlen haben wahr-
acheinlich seit Jahrtausenden unzähligen Vögeln als Brutplätze gedient und sind
dadurch im Laufe der Jahre zu Lagerstätten von Guano geworden, der durch das
stetig von oben durchsickernde Wasser mehr oder weniger ausgewaschen worden
ist und dadurch viele seiner organischen Bestandtheile verloren hat. Im getrock-