accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Kuhfal: Mona-Insel, Westindien, 
- 
56): 
Mona-Insel, Westindien, 
Nach Berichten von Kapt. 0. KUHFAL, 
(Hierzu Tafel 4.) 
Von Herrn Theodor Schmidt in Hamburg, dessen Haus die auf der 
genannten Insel vorhandenen Guanolager von der spanischen Regierung auf Jahre 
gepachtet hat und dieselben bearbeiten läfst, erhielt die Seewarte nachstehenden, 
von dem Führer ihres Dampfers „General Contreras“, Herrn Kapitän 0, Kuhfal, 
eingeschickten Bericht.) 
Die Insel Mona hat eine Länge (in NW—SO-Richtung) von ungefähr 5'/, Sm 
und eine Breite von 3 Sm. Die Nord- und Ostseite ist bis 50m (170°) hoch; 
die: West- und SO-Seite zeigt niedriges, mit Bäumen und Sträuchern bewachsenes 
Vorland, hinter dem die Felsen bis 30m (100°) hoch steil ansteigen. Während 
die erstere Seite ohne Gefahr ist und steil ins Meer abfällt, ist die letztere von 
einem Gürtelriff umschlossen, .das nur an einigen wenigen Stellen („Passas“) 
Booten den Durchgang in das ruhige, zwischen Land und Riff gelegene Wasser 
gestattet. Es ist nicht rathsam, sich dieser Küste mehr als auf ungefähr %/«4 Sm 
zu nähern oder in weniger als 15m (8 Fad.) Wasser zu segeln, da auch der 
oft hier laufende sehr starke Strom bei flauer Briese den Schiffen leicht ge- 
fährlich wird. 
An der Westseite der Insel wird durch das hohe Kap Barrio nuevo und 
durch die niedrige Westspitze eine kleine Bucht — El Sardinero —- gebildet, die 
in den Monaten März bis Dezember in den Peilungen: Kap Barrio nuevo NOzN, 
Westspitze Süd und die Passage nach El Sardinero SOzO einen guten Anker- 
platz bietet. Man liegt hier auf 14,5 bis 16 m (8 bis 9 Fad.) Sandgrund, unge- 
ähr %s Sm vom Riffe entfernt. Weiter ab zu ankern- ist nicht rathsam, da 
der Boden steil abfällt und deshalb leicht ein Abtreiben der Schiffe nach See 
stattfindet. 
Es sind hier an der Westseite drei Passagen für Boote durch die Riffe vor- 
handen. Die beiden nördlichen haben eine grofse Tiefe, aber nur geringe Breite 
und starke Biegungen und werden deshalb wenig benutzt; die Hauptpassage 
führt direkt auf die Schuppen der Arbeiter zu, ist mit Stangen bezeichnet und 
hat eine Tiefe von 1,2 bis 1,5 m (4 bis 5%). Innerhalb des Riffs sind die Tiefen 
sehr unregelmäfsig zwischen 0,6 und 2,1 m (2 und 7°). 
Die Westspitze ist eine niedrige, spitz auslaufende Landzunge von weifsem 
Sand, die bis zu einem Abstande von 1!/» Kabllg. von Riffen umgeben ist. Man 
sollte diese Spitze nicht näher als auf '/2 Sm passiren. An der Südseite der 
Westspitze. liegt das an dem weifsen Sande leicht erkenntliche Playazo, dessen 
Ankerplatz besonders. bei nördlichen Winden ausgezeichneten Schutz gewährt. 
Das weifse Sandufer ist hier an vielen Stellen gänzlich frei von Klippen, und es 
findet sich auf 1 Kabllg. Abstand noch "eine Tiefe von 7m (4 Fad.). Man 
ankert am besten unter dem steil abfallenden Ufer in 13m (7 Fad.) Wassertiefe, 
feinem Sandgrund, 3 Kabllg. vom Lande. 
Von hier nach SO zieht sich die sogenannte Ubera :mit niedrigem, baum- 
reichem Uferland hin. Die Riffe liegen hier dem Lande bald näher, bald bis zu 
2 Kabllg. von demselben entfernt, mit nur wenig Wasser an ihrer Innenseite. 
Der beste Ankerplatz zur Zeit der nördlichen Winde ist hier auf 16 m (9 Fad.), 
quer ab von zwei weilsen Stellen am Ufer oder zwei dort einzeln stehenden 
Palmen. 
Zwischen der Spitze Caigo 6 no caigo und der Ostspitze liegen die Riffe 
sehr unregelmäfsig und bis '/ Sm vom Lande; Englische Spitze ist fast gänzlich 
frei von Untiefen. An der SO-Küste befinden sich die Niederlagen, Darren und 
Wohnhäuser der Guano-Gesellschaft, und von hier aus geht die Hauptrerschifung 
') Die Karte Tafel 4 ist nach einer Zeichnung und mündlicher Auskunft von Kapt. Kuh- 
fal auf der Seewarte hergestellt. Vgl. aufserdem diese Annalen 1881, S, 165 und 1874, S. 121. 
S. M. Knbt. „Albatrofs“ besuchte die Insel! Mona im Jahre 1874.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.