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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

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Datum 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1892. 
Temperatur 
Luft | Wasser 
Min. | Min, | 31/2 p 
—44 00 
—5,4 | 0,0 
Bemerkungen 
a 
Ruhiges nebeliges Frostwetter. Morgens nur schwache Spuren 
von Siggeis bemerkbar, 31/3 p Lufttemperatur — 0,50. 
Nachts und Vormittags dick von Nebel bei Windstille; später 
heiteres Frostwetter. Stark gesiggt; Elbe gröfstentheils 
voll von jungem Siggeis. 
Ruhiges nebeliges Frostwetter; Wind Östlich, sehr leicht. 
Nachts stark gesiggt; Elbe halb voll von jungem Siggeis. 
Wie am Tage vorher. 
Wind und Wetter wie an den vorhergehenden Tagen. Das 
Thermometer war mit Siggeis besetzt, doch nicht so stark, 
dafs es aufgetrieben war. 
Sehr leichter östlicher Wind; nebelig; leichtes Frostwetter; ganz 
schwach gesiggt. 
Leichter östlicher Wind; Nachts Temperatur bei 0° schwankend, 
am Tage sinkend; 31/2 p — 2,3°. Abends siggte es. 
Sehr leichter östlicher Wind; nebelig. Nachts siggte es. 2p 
Lufttemperatur 0,0°. 
Sehr leichter östlicher Wind: Morgens nur sehr vereinzelt 
Spuren von jungem Siggeis, Nachmittags Lufttemperatur 
sinkend bei heiterem Himmel, 
Sehr stark gesiggt; Elbe gedrängt voll von Siggeis; das Thermo- 
meter war ebenfalls damit besetzt, Wind östlich leicht, 
Starker Frost; die Kette, woran das Thermometer hing, war 
zwischen den Pfählen in einen grofsen Eisklumpen ein- 
gefroren; es war daher nicht möglich, das Thermometer ab- 
zulesen; auch in der nächsten Zeit war es nicht möglich, 
die Kette mit dem Thermometer loszueisen, weil der ganze 
Raum zwischen den Pfählen eine kompakte Eismasse 
wurde; erst als die Elbe mit einer festen Eisdecke belegt 
war, bekam ich das Thermometer wieder frei. 
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— 10.9 
0.0 
0.0 
£ 
Am 3. Januar 1891 wurden dann noch Versuche gemacht, die Wasser- 
temperatur am Boden des Flusses unter der festen Eisdecke zu ermitteln, doch 
waren die Resultate fast werthlos, weil zu diesem Zwecke die Vorrichtungen 
and Instrumente sich als ungenügend erwiesen. Es konnte nur mit Sicherheit 
auf der tiefsten Stelle — 5 Fad. = 8'7m — eine Wasserwärme von nicht 
unter -} 0,4° C konstatirt werden. 
Schon gegen Ende des vorigen Jahrhunderts erregte die „Existenz“ des 
Grundeises eine lebhafte Diskussion in einem Theile der gelehrten Welt, welche 
dadurch ihre einstweilige Erledigung fand, dafs die Akademie der Wissenschaften 
in Paris diese ganze Erscheinung einfach verneinte, trotz der vortrefflichen Be- 
obachtungen und Beschreibungen dieses Phänomens durch den Amtmann Brauns 
von der Elbinsel Wilhelmsburg.!) Später haben periodisch öfter Debatten über 
die Natur dieser Erscheinung stattgefunden, doch ist eine genügende Aufklärung 
der physikalischen Verhältnisse und Bedingungen, wohl wegen der grofsen Schwie- 
rigkeit bei den Untersuchungen, bis heute nicht erfolgt. 
Es wird meistens angenommen, dafs sämmtliches sogenannte Grundeis am 
Boden der Gewässer entsteht, wobei die Erklärungen dieses Phänomens weit 
auseinandergehen. Während Einige behaupten, es finde ein Unterkalten des 
fließenden Wassers statt, welches beim Berühren fester Körper erstarrt, wollen 
Andere die Ursache in der Kältestrahlung durch das Wasser bis zum Boden der 
Gewässer suchen, welcher infolge dessen zuerst erkalten und HEisbildung 
zeigen soll. 
Die folgende Feststellung einiger auf die Bildung von Grundeis bezüglichen 
Vorgänge und Thatsachen sowie die daran geknüpften Folgerungen sind zum 
großen Theile das Resultat gemeinschaftlicher Arbeiten von Herrn Johannes 
ijeveking, Assistenten der Deutschen Seewarte, und mir. 
Gefriert das stehende Süßwasser infolge der natürlichen Dichtigkeit und 
Schwere an seiner Oberfläche zu Eis, so kann das darunter befindliche Wasser, 
1) Hannoversches Magazin 1787.
	        
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