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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

294 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1892, 
Kern verschwunden war, sichtbar blieb. Sie bildete eine leicht gekrümmte 
Linie, ähnlich dem Schweife eines Kometen, wurde aber nach und nach unregel- 
mäfsig und wellenförmig, bis sie sich bald darauf verdunkelte. Der schon an 
den vorhergehenden Tagen beobachtete Komet war zur selben Zeit wieder 
zu sehen.“ 
2, Die Direktion der k. k. nautischen Schule in Lussinpiccolo theilt mit, 
dafs vom 11. Juli d. J. an die Signalisirung des mittleren Mittages an 
dieser Anstalt nach mitteleuropäischer Zeit erfolgt (== 23* Greenw. Zeit), 
3. Auftreten einer Wasserhose. Kapitän B. Sauermilch, Führer des 
deutschen Vollschiffes „Columbus‘“, macht folgende Bemerkung in seinem 
meteorologischen Journal: Als wir uns am 20. November 1888, auf der Reise 
von Cardiff nach Singapore, im Nordatlantischen Ocean auf etwa 4,5° N-Br und 
26,4° W-Lg befanden, zog um 4'/2 Uhr Morgens von SO her eine Wasserhose 
über das Schiff hinweg und rifßs die Grofß- und Vorbramstänge und den Klüverbaum 
herunter, ohne den Kreuztop zu berühren. Es war ein schreckliches Durch- 
einander entstanden, der Klüverbaum trieb längsseit des Schiffes im Wasser, und 
die beiden Bramstängen hingen mit den Bram- und Oberbramraaen über den 
Obermarsraaen und waren theilweise durch die Marssegel hindurchgefahren. 
Der wachthabende Steuermann sagte aus, dafs die Annäherung der Hose nicht 
zu bemerken gewesen sei 
Seit 3 Uhr Morgens fiel anhaltend ein feiner Regen, um 4 Uhr herrschte 
Windstille, die Nacht war sehr finster, und ein einziger Blitz wurde im SO ge- 
sehen. Als man eben dabei beschäftigt war, die kleinen Segel wegzunehmen, fiel die 
Wasserhose auf das Schiff und richtete den erwähnten Schaden an. Gleich 
darauf kam ein 10 Minuten anhaltender, wolkenbruchartiger Regen herunter. 
Gegen Mitternacht vom 20. zum 21. November waren die Trümmer aufgeklart 
und andere Marssegel untergeschlagen, so dafs sich das Schiff nunmehr wieder 
in einem segelfähigen Zustande befand. Um 8 Uhr am folgenden Abend war 
Alles soweit wieder hergerichtet, dafs das Grofsbramsegel und der Klüver gesetzt 
werden konnten. Eine neue Vorbramstänge stand nicht zur Verfügung, indefs 
hätten wir eine solche auch nicht aufbringen können, weil der Top der Vor- 
marsstänge gebrochen war. 
Die Witterung an der deutschen Küste im Juli 1892. 
Mittel, Summen und Extreme 
aus den meteorologischen Aufzeichnungen der Normal-Beobachtungsstationen der 
Seewarte an der deutschen Küste. 
Stations-Name 
Luftdruck 
und 
nn Mittel Monats-Extreme i 
| Abw. . . 45° Br. 
jr aut re8 an zo red.auf MN u. 45° Br. 
0 re ABO BE 
760,4 761,9 +1,2 
760,6. 762,0 40,9 
„759,6 761,3 0,5 
758,7. 761,7 +-0,3 
Seehöhe des Barometers 
Borkum . . 104m 
Wilhelmshaven 8,5 m 
Keitum . » 113m 
Hamburg . . 26,0m 
Kiel . , . 47,3m [756,5 761,5 41,2 
Wustrow . . 7,0m | 759,7, 760,9 + 0,3 
Swinemünde, 10,05 m! 759,5 761.0 0,3 
Max. | Dat. | Min. | Dat. 
769,6. 24. .75.,9, 
769,3 23. 24. 751,6. 
768,9 28. 7491| 
768,7 27. 752,6. 
769,0 28. 
769,1. 28. 
769.9: 98 
751,3. 7. 
751,8 7. 
7514 18. 
Rügenwalderm. 4,0m 
Neufahrwasser . 45m 
Memel ,„‚ 2. . . 4,0m 
759,2 760,2 — 
758,7. 759,7.—0,8 
757,3. 758,4 —1,3 
769,2. 28, 
769,9 28. 
769,1‘ 29, 
751,1, 15. 
747,8, 15. 
749,4 15. 
Lufttemperatur, °C. 
; Abw. 
8a |2p. 8. Intittel| Dr 
ME) 
bo u 
19 ax 14,8; — 1, 
4.6 17,1! 14,2, 14,7i —1,0 
1.7 183. 16.1. 154 —14 
7 
„Ay 17,23 14,1 
14,8| 17,0, 180 
15,7i 18,0. 16,1 
14,2] 3,7 
15,2 —17 
15,71 —1,6 
r ' 
15,9 17,5, 15,3, 156) — 
16,2; 18,5 16,1 16,0 —1,5 
15,00 17,3 14,8 14,8 —2,4
	        
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