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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

288 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1892. 
sammengetroffen, wahrscheinlich weil sie, den Anweisungen der Seewarte folgend, 
auf dem Wege von Kap Horn sich durchschnittlich westlicher halten. 
1892. Mai 20. bis 22. „Neotsfield“, 45,5° S-Br, 38,3° W-Lg bis 41,8° S-Br, 
31,5° W-Lg. Das von Sydney in London angekommene Schiff „Neotsßeld‘“ hatte, 
nachdem es die Breite der Falkland-Inseln passirt hatte, Nebel, welcher vom 
17. bis zum 20. Mai anhielt. Am letzteren Tage war das Schiff von Eisbergen 
umgeben, welche zwischen 90 und 120m hoch waren und zwischen denen sich 
voraus nur ein kleiner Kanal befand. Das Schiff segelte 70 Sm durch diesen 
Kanal, ehe ‘sich im Nordwesten eine Oeffnung zeigte, und auch im Südosten 
waren nur wenige Oeffnungen vorhanden. Das erste Eis zeigte sich auf 45° 
30‘ S-Br und 38° 15’ W-Lg. Am nächsten Tage zeigte sich wieder Eis in allen 
Richtungen, jedoch nicht so dicht wie am Vortage, Am 22. Mai auf 41° 50‘S-Br 
und 31° 30' W-Lg wurde das letzte Eis gesehen, 
Juni 2. „Kilmory‘, 42,6° S-Br, 39,0° W-Lg. Zwei grofse Eisberge. Wind 
zur Zeit WNW, steife Briese. 
Juni 2. „County of Edinburgh“, 44,7° S-Br, 37,3° W-Lg. Eine grofse Zahl 
Eisfelder und viele Berge von 60 bis 270 m (?) Höhe. Das HEisgebiet, welches 
das Schiff durchsegelte, hatte eine Ausdehnung von über 100 Sm. 
Juni 18. bis 20. „Alice“, 43,7° S-Br, 33,0° W-Lg bis etwa 41°S.Br, 31° W-Lg. 
Die von Auckland — Neu-Seeland — in New York angekommene Bark „Alice“ 
bekam am 18. Jnni auf 43° 40‘S-Br und 33° W-Lg einen Eisberg in Sicht, 
welcher 90 bis 120 m hoch war; gegen Mittag desselben Tages kamen weitere 
Eisberge in Sicht. Am 19. Juni segelte man eine Strecke von 35Sm an einer 
festen Eismauer entlang und zählte über 200 Berge. Während der Nacht wurden 
9 grofse Kisberge passirt, und am nächsten Tage segelte man wieder 40 Sm am 
Eise entlang, welches in Höhe zwischen 6 und 120 m schwankte. 
Deutsche Seewarte: Segelhandbuch für den Indischen Ocean.” 
Die Deutsche Seewarte zu Hamburg hat durch die kürzlich erfolgte Heraus- 
gabe eines „Segelhandbuches für den Indischen Ocean“ (der dazu gehörige Atlas 
konnte schon vor Jahresfrist fertiggestellt und herausgegeben werden) einen 
weiteren, bedeutsamen Schritt in der Richtung vorwärts gethan, die deutschen 
Schiffsführer, welche bisher lediglich auf Sailing-Directions und Ocean-Pilots 
anderer Nationen angewiesen waren, auch in dieser Hinsicht frei und selbstständig 
zu machen. 
Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, dafs es sich hier nicht allein um 
die Sprache oder gar um eine Uebersetzung handelt. Im Gegentheil, man kann 
wohl sagen, dafs zur Zeit keine andere Nation ein Segelhandbuch im engeren 
Sinne besitzt, welches hinsichtlich der Reichhaltigkeit der darin niedergelegten 
wissenschaftlichen und praktischen Erfahrung dem vorliegenden Handbuch in 
Verbindung mit dem dazu gehörigen Atlas an die Seite gestellt werden könnte. 
In den wesentlichsten Theilen dieses Werkes hat ebenso, wie in dem schon 
1885 erschienenen Segelhandbuch für den Atlantischen Ocean, deutsches Material 
zu Grunde gelegt werden können, und konnten neue Gesichtspunkte oder neuere 
Resultate Anwendung finden. 
Die Zahl der zur Zeit bei der Seewarte gesammelten, sorgfältig geführten 
Journale (bezw. Auszüge) deutscher Kriegsschiffe beträgt etwa 900, diejenige 
deutscher Kauffahrer etwa 6000, darunter 2000 von Dampfern. Die Reisen ver- 
theilen sich natürlich über alle Oceane. Die Zuverlässigkeit der Beobachtungen 
AA durch die Prüfungen der Instrumente und Vergleiche mit Normalinstrumenten 
erhöht. 
Wenn ein derartiges Material der wissenschaftlichen und den neuesten 
Forschungen und Anschauungen entsprechenden Bearbeitung zur Verfügung stand, 
!) Mit 41 in den Text gedruckten Figuren und 3 Steindrucktafeln und einem Atlas von 
35 Karten, Hamburg, 1891 und 1892,
	        
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