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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Reise der deutschen Bark „Marseille“ von Newcastle nach Mazatlan. 9271 
Von Newcastle N. S. W. nach Mazatlan) und von dort nach 
Salina Cruz und Nebenhäfen. 
Aus dem Reisebericht der deutschen Bark „Marseille“, Kapt. R. BLANKE, 
Am 22, März 1889 um 9 Uhr Morgens trat die deutsche Bark „Marseille“ 
eine Reise von Newcastle N. S. W. nach Mazatlan an. Die Anwesenheit einer 
grofsen Anzahl von Schiffen in ersterem Hafen war die Ursache gewesen, wes- 
halb man einen vollen Monat auf die Lieferung der Kohlenladung zu warten 
hatte. Um 10 Uhr verliefs der Schlepper das Schiff; aufserhalb des Hafens 
stand eine hohe südliche Dünung, und da es gerade windstill war, so rollte das 
Schiff sehr. Um 12 Uhr Mittags kam leichte südöstliche Briese durch, bei der 
mit St-B.-Halsen bei dem Winde weiter gesegelt wurde. Durch die späteren 
ungünstigen Windverhältnisse wurde das Schiff südwärts von der gewöhnlichen 
Breite abgedrängt und befand sich am Mittage des 1. April auf 37° S-Br in 
168,6° O-Lg. Kapitän Blanke fafste den Entschlufs, mit dem zur Zeit herr- 
schenden. frischen Nordostwinde Kurs nach der Cook-Strafse zu steuern. Allein 
da der Wind östlich holte, wurde am folgenden Mittage wieder nordwärts 
yewendet, worauf man in der Nacht vom 3. zum 4. April, bei mäfsiger südöst- 
licher Briese, dunstigem Wetter und Wetterleuchten im Ost und West, die Nord- 
westspitze Neuseelands, in Sicht des Feners vom Kap Maria van Diemen 
passirte. Auf der Weiterfahrt befand sich das Schiff am 10. April auf 38° S-Br 
in 177,5° O-Lg und am 13. April auf 39,7° S-Br in 170,2° W-Lg. 
In Bezug auf den bisherigen Reiseverlauf bemerkt Kapitän Blanke 
Folgendes: „Es wäre wohl besser gewesen, wenn wir gleich, nachdem wir frei 
von der Australischen Küste gekommen waren, für das Südende von Neuseeland 
gesteuert hätten, da wir uns von dieser Zeit an bis zum 10, April fast aus- 
schliefslich gegen östliche Winde abzumühen hatien. Ich hatte aber nicht 
erwartet, dafs letztere von einer solch langen Dauer sein würden, und scheuete 
auch den Umweg. Nachdem der schon erwähnte Schnittpunkt vom 13. April 
auf 39,7° S-Br und 170,2° W-Lg erreicht war, hielt ich es für besser, weil wir 
ja nach Mazatlan bestimmt waren, mit den nunmehr eingesetzten westlichen 
Winden ostwärts von den Niedrigen Inseln zu passiren.“ 
Mit vorwiegend westlichen Winden gelangte „Marseille“ am 28, April 
nach 31,8° S-Br in 1281° W-Lg. Hier setzten mäßige östliche Winde ein. 
Der Passat hatte anhaltend eine solche Richtung, dafs er eher den Namen eines 
Nordost-, als eines Südostpassates verdiente, ein Umstand, auf den freilich schon 
in der genannten Segelanweisung hingewiesen war. Aus diesem Grunde liefs es 
sich auch nur ermöglichen, den Aequator am 11. Mai in 131,8° W-Lg zu 
schneiden. Beim Durchstechen des Nordostpassates kam das Schiff am 25. Mai 
in 136,1° W-Lg zu seiner nördlichsten Breite von 28,8° Nord. In den nächsten 
Tagen wurde .ostwärts gekreuzt und dann bei dem allmählich nordwestlich, 
später westlich und südwestlich ‘holenden Winde Kurs auf Mazatlan gesteuert, 
woselbst am 11. Juni die Reise nach einer Dauer von 82 Tagen beschlossen wurde. 
„Es wäre vielleicht besser gewesen“, so schreibt Kapitän Blanke, „wenn 
wir von unserem Schnittpunkt des Aequators nach dem Lande zu gestanden 
hätten. Meine Segelanweisung von J. Imray sagt über die Winde an der 
Westküste von Mexiko sehr wenig, und dazu machte ich meine erste Reise nach 
dieser Gegend. 
„Während unseres Aufenthaltes in Mazatlan vom 11. Juni bis zum 11. Juli 
1889 war die Witterung im Allgemeinen, nachdem am 17. des ersteren Monats die 
Regenzeit eingesetzt hatte, sehr unbeständig, und es lief meistens eine hohe süd- 
westliche Dünung in den Hafen hinein. Unser Schiff lag aber gewöhnlich auf 
dem Strome, welcher längs der Küste setzt, also quer zu der Dünung, was zur 
Folge hatte, daß es stark schlingerte und die Arbeit des Kohlenlöschens sehr 
erschwert wurde. Die Hitze war bedeutend und betrug in der Kajüte in der 
Regel 33° bis 34° C. 
y S. auch diese Annalen 1891, Seite 1.
	        
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