Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1892,
Okt. Nov. Dez. Jan. Febr. März April Mai Juni Juli
„Fortschreitende“ 2 12 23 52 55 40 26 8 ı 1
„Stationäre“ 3 13 10 19 6 19 24 11 2 1
„Im Ganzen“ 5 25 33 71 61 59 50 19 3 2
Auf die einzelnen Jahrgänge vertheilen sich diese Cyklonen wie folgt:
1848 78/9 1850 1851 1852 185% 1854 21855 21856 1857
4 3 # 3 3 7 5
1858 18% 1861 21862 1863 1864 21865 21866 1867
12 1” 12 14 13 7 8 16 6
1868 1860 21870 1871 1872 1873 1874 21875 1876 1877
9 16 16 14 12 11 12 8 8 7
1878 1879 1880 21881 21882 21883 1884 1885
10 6 5 7 8 7 12 9
Da 1860, 1870 und 1883—84 Maxima der Sonnenfleckenmenge und 1856,
1867 und 1878 Minima derselben waren, so bestätigt diese Zahlenreihe die von
Meldrum bekanntlich schon vor 20 Jahren ausgesprochene Ansicht, dafs die
Mauritius-Cyklonen um so häufiger seien, je mehr Flecken auf der Sonne sichtbar
sind, und sie also die elfjährige Periodicität der Sonnenflecken theilen,
Die Cyklonenbahnen auf diesen Karten sind sehr abgerundet und in regel-
mäfsige Kurven gebracht, nicht ohne zuweilen den Beobachtungen etwas Gewalt
anzuthun. So waren die Bewegungen der beiden mächtigen Orkanwirbel, welche
in der Mitte des Februar 1861 den tropischen Theil des Südindischen Oceans
sinnahmen, den von Meldrum selbst herausgegebenen täglichen Wetterkarten ')
nach bedeutend unregelmäfsiger, als auf diesen Bahnenkarten angegeben ist. Der
östliche Wirbel ging danach vom 10. an direkt nach Ost, und sein Centrum lag
am 13. in 83° O-Lg unter 14!/44° S-Br; dort wendete er unter spitzem Winkel um
and schlug eine noch etwas westlich von Süd gerichtete Bahn ein. In den
neuen Bahnenkarten dagegen weist Meldrum auch der Bahn dieses Wirbels eine an-
nähernde Parabelform an, indem er sein Centrum am 13. nach 79'/%° O-Lg und
17° S-Br verlegt; allein es ist nicht zu verstehen, wie man dieses erreichen soll,
ohne aufserordentlich grofse Fehler in den Schiffsörtern an diesem und den be-
nachbarten Tagen anzunehmen, Der westliche Wirbel wiederum blieb vom 11.
bis zum 15. Februar nahezu stationär nördlich von Mauritius,
Wenn auch in diesen Fällen einige Unsicherheit zurückbleibt, so können
wir jedenfalls die vorliegenden, von dem anerkannt besten Kenner der Cyklonen
des südlichen Indischen Oceans entworfenen Bahnenkarten als höchst werthvolle
Grundlage für weitere Untersuchungen ansehen und sie demgemälfs verwenden.
Denn die großen Züge der einzelnen Bahnen kann man als richtig voraussetzen,
auch wenn hier und da eine Bahn keine so einfache Kurve, sondern Windungen
oder Verschlingungen und Neubildungen gezeigt haben sollte, wie sie eben auch
bei den tropischen Cyklonen sich viel häufiger herausstellen, als man früher
nach dem spärlicheren Material geglaubt hat.
Bekanntlich ist die Bewegung der Mehrzahl der tropischen Orkanwirbel in
Meeren zwischen 10° und 15° Breite nach West gerichtet, und biegt sie darauf mehr
und mehr polwärts um (meist unter Verlangsamung), um jenseits der Wende-
kreise allmählich eine ostwärts gerichtete Richtung anzunehmen.
Ueber den Ort dieser Umbiegung ist in dem soeben erschienenen Segel-
handbuch der Seewarte für den Indischen Ocean (Hamburg, Friederichsen & Co.)
auf Seite 267—268 eine kleine Untersuchung an der Hand dieses neuen Bahnen-
atlas angestellt, deren Ergebnils wir zunächst unseren Lesern vorführen wollen.
Eine ganz ähnliche Tabelle für die westindischen Orkane findet sich im Segel-
handbuch der Seewarte für den Atlantischen Ocean, Seite 173.
Von den 220 im Atlas dargestellten Cyklonenbahnen lassen 89 den Ort
der Umbiegung erkennen, während bei den übrigen nur der westliche oder der
1) Synoptie Weather Charts of the Indian Ocean for January, February und March 1861.
Prepared and published under the auspices of the Meteorological Society of Mauritius.