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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

270 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1892. 
aber zu den regelmäfsigen Beobachtungsstunden, 12 p, 2a und 4a, nur 8. Dafs 
ein Orkancentrum am 8. März um 3a SW bis Süd von Apia lag, ist zweifellos, 
es fragt sich nur, wie es dahin kam. 
Eingeleitet wurde der Orkan am 7., 2* 30a, durch eine einzige heftige 
Böe aus SW, Stärke 8, von 10 Minuten Dauer, der Windstille folgte, dann 
jeiser Zug aus SE, Süd und um 10a NNW. Die Richtung blieb dann 10 Stunden 
lang unverändert NNW, die Stärke nahm aber stetig zu. Sieht man von der 
geringen Aenderung der Richtung bei hoher Stärke, NW bis WNW, vorläufig 
ab, so lassen sich diese Beobachtungen am besten durch die Annahme erklären, 
dafs sich der Orkan am 7. März bei Apia gebildet, nach SW bewegt und dabeı 
sich so vertieft und entwickelt hat, dafs der Luftdruck in Apia noch fiel, die 
Windstärke zunahm, während und trotzdem sich das Centrum entfernte. 
Die Beobachtungen am Lande, die leider nicht den ganzen Tag umfassen, 
lassen auf eine Bewegung in demselben Sinne schliefsen. Um 4p wehte NW- 
Briese, zwischen 7p und 8" 50p West, WSW- und West-Sturm, um 1a harter 
NW-Sturm. Hier ist die Ost — West-Bewegung des Centrums ebenfalls deutlich 
ausgesprochen. Die Zeit des Vorüberganges schätzen wir im Mittel auf 3 p. 
Bei einem Vergleich dieser Beobachtungen ist zu berücksichtigen, dafs im 
Anfangsstadium eines Orkans alle Verhältnisse noch vielfach schwankende und 
Jokal abweichende sind; erst mit der weiteren Entwickelung treten derartige 
Unterschiede immer mehr zurück. 
Ueber die Lage des Centrums genau zur Zeit des Barometer-Minimums in 
Apia giebt uns ein Bericht des Schoners „Niutobutabu‘“'), Kapt. A. v. Hoff, 
Auskunft. Am 6. März 1889 Abends wurde die Apolima-Strafse zwischen Sarvali 
und Upolu passirt und mit flauer NE-Briese der Kurs nach Tongatabu genommen. 
Der Wind wurde allmählich steifer, und am 7. März 5p mufste nach Osten bei- 
gedreht werden. Der Seegang von NW war fast ebensohoch wie der von NE. 
Um Mitternacht war das Barometer {44 mm. In NW Blitzen; der Seegang von 
NW wurde immer ungestümer. Am 8. März um 3a bei dem niedrigsten Baro- 
meterstand (739 mm) zog sich, den Blitzen nach zu rechnen, das Centrum nicht 
weniger als 10 Sm hinter uns herum. Der Wind legte sich etwas und wurde 
nördlicher. Am 9. konnte wieder Kurs nach Tongatabu genommen werden, wo 
am 13. geankert wurde. 
Breite und Länge sind nicht angegeben, sondern nach obigen Bemerkungen 
zu 16° S-Br und 173° W-Lg geschätzt. 
Am Abend desselben Tages, des 8. März, ging das Centrum in 21,5° S-Br 
und 171,5° W-Lg über das Schiff „Hagarstown‘“, Kapt. O0. Meyer, hinweg (siehe 
Annalen 1891, Seite 14). Der Orkan begann hier aus ESE, die Windstille 
dauerte von 7p bis 9p, nachher frischte die West-Briese wieder zum Sturme 
auf. Der niedrigste (red.) Luftdruck war 725,7 mm um 9 p. 
Als Zeit des Vorüberganges bei Apia nehmen wir nach den Windbeob- 
achtungen am 7. März, 3p, an, in See die Zeiten der tiefsten Barometerstände, 
am 8. März 3a und 9p. Als Richtungen ergeben sich SW und SzE. als Ge- 
schwindigkeiten 15 und 18 Sm die Stunde. 
Es mag auffallend erscheinen, dafs trotz des NE-Windes an Bord der 
„Niutobutabu“ die Bahn nördlich vom Schiff nach SW geführt ist. Da aber 
an dem Zusammenhang der drei Beobachtungsreihen nicht zu zweifeln ist, kann 
die Bahn nicht anders liegen, der Richtungswinkel mufs sich auch hier. wie beim 
„Mazatlan‘“, beträchtlich geändert haben. 
Die Barometerstände waren in Apia, 14° S-Br, um 3p 751mm, um 3a 
747 mm; in 16° S-Br 739 mm (Aneroid), in 21° S-Br 726 mm: die Tiefe nahm 
also rasch zu. 
Nach den Beobachtungen an Bord der „Hagarstown“, Wind Ost bis SEzS, 
Stärke 11—12, betrugen die Richtungswinkel der Reihe nach 10, 12, 15, 12 und 
11 Strich, hinter dem Centrum bei Westwind 10 Strich, bei Nord 6 aber 
17 Strich. 
3 Siehe Fufsnote2) auf Seite 268.
	        
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