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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Knipping: Die Samoa-Orkane im Februar und März 1889, ; 269 
NNE gewesen, was nach der Lage der niedergerissenen Bäume und abgedeckten 
Häuser jetzt noch zu sehen ist. Ueber den Stand des Barometers während des 
Orkans habe ich nichts erfahren können.“ 
Das Datum des Sturmes fehlt. Von den drei Bahnen der Tafel kann 
aber nur eine einzige in Frage kommen, denn von dem dritten Orkan haben wir 
die bestimmte Nachricht, dafs er Wallis nicht berührte, der zweite Orkan blieb 
200 Sm entfernt von der Insel, nur die vorläufige Bahn des ersten Orkans geht 
rückwärts verlängert ziemlich nahe (50 Sm) daran vorbei. Wahrscheinlich ist 
der Wallis-Orkan unser erster. Allerdings heifst es in dem Bericht, die Haupt- 
stärke des Windes sei zwischen SE und NNE gewesen; da aber die Fluthwelle 
die Westseite der Insel besonders mitgenommen hat, mufßs es auch aus NW oder 
SW geweht haben. Dann steht aber der Annahme einer südöstlichen Bahn nichts 
im Wege, und der Orkan hat bei Wallis seine Richtung geändert, ging erst 
nach WSW, dann nach ESE. 
Diese Vermuthung wird zur Gewifsheit durch einen Vergleich der Apia- 
Beobachtungen S. M. S. „Olga“ vor dem 13. Februar. Am 9./2. um 3p wurde 
der bis dahin südliche Wind Ost, um 10p ESE; am 10./2, um 103 Ost, Stärke 
6 bis 8; am 11./2. um 6a ENE, Stärke 8 bis 4. Das Centrum mufs sich in 
ziemlicher Entfernung befunden haben, denn die Windrichtung änderte sich nur 
um 2 Strich in 20 Stunden, und die Barometerschwankungen waren sehr gering. 
Um dieselben vom täglichen Gange zu befreien und sicher zu erkennen, wurden 
24 stündige Unterschiede genommen, 
Aenderung des Barometers in den letztverflossenen 24 Stunden in mm. 
Aria, S. M. S. „Olga“, 
Febr. 1889 9, 10. 12. 13. 
4a — 0,1 0,9 0,8 — 09 
Sa —09 0,3 n2 — 0,9 
Mittag . — 1,4 0,1 ‚6 —1,5 
4p —-1,1 —1,3 — 0,9 Lk 5 —21 
8p —0,1 —15 +1,11 +02 + 1,0 —29 
12p —0,7 — 08 +12 +07 —05 — 27 
Das Barometer fiel hiernach am meisten am 9. Februar Nachmittags, stieg 
dann allmählich bis zum 11./2. früh, blieb auf gleicher Höhe bis zum 12,/2,, 
fing aber am 12./2, um Mittag wieder stetig an zu fallen. Es sind also deutlich 
erkennbar: Vorübergang des Centrums nach Westen, Zunahme der Entfernung, 
Umbiegen und Annäherung des Centrums nach dem Umbiegen. Die reducirten 
Stände sind: 9./2. 4 p 756,0 mm, 11./2. 4a 756,6 mm, 12./2. Mittags 760,0 mm. 
Das Beispiel zeigt, ein wie empfindliches Instrument das Quecksilber- 
Barometer in den Tropen ist. Die Unterschiede steigen bis zum 13. Februar 
Mittags nur auf 3 mm} und doch spiegeln sich in ihnen deutlich die Bewegungen 
des Örkans wieder, obwohl das Centrum desselben sich bis zu 280 Sm von Apia 
entfernte. 
Die erste Böe aus NE mit Regen wurde am 8, Februar 6* 15 p eingetragen; 
die erste Bemerkung über hohen Seegang, aus NE, am 10. Februar 10 p. 
Die Geschwindigkeit des Orkans läfst sich für die ersten Tage auf 3'% 
bis 4 Sm schätzen, nach dem 14. Februar betrug sie 6 Sm. 
Am 10. Februar ging der deutsche Schoner „Matautu“ verloren, am 14, 
ein amerikanischer, „Constitution“, und ein Samoa-Schoner, alle drei im Hafen 
von Apia. . 
2. Orkan am 7. und 8. März 1889. 
Schon am 6. März lag der Luftdruck in Apia bei Windstille, leichtem 
SE- und SW-Zuge mehrere Millimeter unter dem Mittel. Er betrug um 12p 
755 mm, schnellte am 7. März 4a noch einmal bis 758,2 mm auf, um dann bis 
zum 8, März 2a stetig bis auf 747,4 mm zu fallen. Um 4a war er 747,6 mm, 
das Minimum trat also im Hafen gegen 3a ein, an Land übereinstimmend hier- 
mit um 2" 15a bis 3a. 
Die Windrichtung an Bord war zur Zeit der gröfsten Stärke NW und 
WNW. Die Stärke stieg zwischen 8p und 4a in den Böen bis auf 10, betrug 
Ann. d. Hvdr. etc., 1892. Heft YIIL
	        
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