Koldewey: Ein Apparat zur Bestimmung des Excentricitätsfehlers der Sextanten, 265
ınd, wenn das Wetter es erlaubt, die Verdunkelungsgläser geprüft und die
Stellung des grofsen Spiegels, wenn nöthig, berichtigt ist, erfolgt die Unter-
suchung der richtigen Stellung des Fernrohrträgers in der Weise, dafs nach
einer Dosenlibelle zunächst. der Sextant nahe horizontal gestellt wird und hierauf
die Dosenlibelle auf verschiedene Stellen des eingeschraubten Fernrohrs gesetzt
wird. Bewegt sich alsdann die Blase der Libelle bei geringer seitlicher Be-
wegung der letzteren durch die Mitte, so steht das Fernrohr parallel zur Ebene
des Instruments, was anderenfalls durch Lösen und Anziehen der Justirschrauben
am Träger herzustellen ist. Hierauf wird die Befestigung der Füße am Körper
des Sextanten nachgesehen und die Füße, wenn nothwendig, fest angezogen.
Erst dann. wird der Sextant auf der Platte in der beschriebenen Weise befestigt
and sodann zunächst die Nivellirung des Theodoliten mittelst der Röhrenlibelle L
kontrolirt und eventuell berichtigt. Danach wird auch der Sextant mittelst
einer auf den Gradbogen gesetzten Dosenlibelle nahezu horizontal gestellt und
nun zunächst die senkrechte Stellung des kleinen Spiegels nachgesehen bezw.
hergestellt und der Indexfehler nahezu berichtigt. Der Nullpunkt des Nonius
am Sextanten wird nun in der Nähe vom Nullpunkte des Limbus eingestellt,
vor den kleinen Spiegel des Sextanten werden die Verdunkelungsgläser vor-
geschlagen und mittelst Drehung des Theodoliten das Spiegelbilä der Mire im
Sextantenfernrohr aufgesucht. Durch Voranbewegen des Nonius am Sextanten
and gleichzeitiges Verfolgen des Mirenbildes mittelst Drehung des Theodoliten
wird nun kontrolirt, ob die Drehungsaxen von Sextant und Theodolit genau
parallel zu einander stehen. Es mufs nämlich in diesem Falle das Bild der
Mire stets in derselben Höhe im Gesichtsfelde des Fernrohrs verbleiben.
Das Verfahren bei der nunmehr beginnenden Winkelmessung ist aus dem
folgenden Beispiel genau ersichtlich,
Beispiel.
Sextant ohne Namen des Verfertigers und ohne Fabriknummer. Prüfungs-
nummer der Seewarte 2208. ;
Theilung des Limbus 10‘, mit Noniusablesung zu 10“.
Vergrößerung des astronomischen Fernrohrs sechsfach.
Instrument aus Messing, Theilung auf Silber.
Eigenthümerin: Navigationsschule zu Rostock.
Geprüft am 16. Juni 1892.
Die Theilung des Nonius ist fehlerhaft.
Das drittoberste der oberen und das unterste der unteren Verdunkelungs-
sind prismatisch, die übrigen gut.
Fernrohr und Spiegel gut. ;
Die Art der Befestigung des kleinen Spiegels ist eine unsichere, so dafs
die richtige Stellung desselben öfters kontrolirt werden mulfs.
Beim Anklemmen der Alhidade biegt sich dieselbe leicht durch.
gläser
Einstellung des
Nullstrichs am Nonius
Mire: Kirchth. v. Harburg!
Ablesung am
Theodolitkreise:
Korrektion
Berechnete
Korrektion
Differenz
Beob. —
Rechnung
auf:
99
100
lie
nos
Do
255
0°
299° 59‘ 81)
294° 59‘ 0"2)
289° 58’ 56%
284° 58’ 51°
279° 58 42°
274° 58‘ 370
7699 58: 36H
+ 8
+ 12
+ 17%
+ 26“
+ 31“
A 3900
3
+ 6“
+ 11“
+ 177
+ 22"
+ 277
4 990
+ gu
1%
On
„dr
. 4"
dr
1) Mittel aus acht Einstellungen,
%) Mittel aus zwei Einstellungen, einmal bei vorwärts und einmal bei rückwärts be-
wegtem Nonius,
3) Nach der Methode der kleinsten Quadrate berechnet p= 331°, 2&= 150“ und hieraus durch
Rückrechnung gefunden.