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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Ann. 4. Hydr. etc., XX. Jahrg. (1892), Heft VIII 
“61 
Beschreibung eines Apparats zur Bestimmung des Excentri- 
citätsfehlers der Sextanten. / 7447 2.) 
Von C. KOLDEWEY, Admiralitätsrath, 
Ueber die auf der Seewarte ausgeführte Prüfung von Spiegelsextanten 
sind bislang verschiedene Veröffentlichungen erfolgt und zwar im ersten Jahres- 
bericht der Seewarte (Aus dem Archiv der Seewarte, 1878, No. I, Seite 92 u. f), 
sowie ferner in den „Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie“, 
Jahrgang 1876, Seite 166 u. f.: Ueber die Bestimmung des Kxcentricitätsfehlers 
bei Sextanten“, im Jahrgang 1878 Seite 574 u. f.: Ueber die Ergebnisse der 
Prüfung von Spiegelsextanten“ und endlich im: Aus dem Archiv der Seewarte 
1881, No. 4 „Der Sextant“, letztere drei von dem Assistenten der Seewarte 
H. Eylert, 
In diesen Veröffentlichungen wurde das der Prüfung, insbesondere der 
Bestimmung des Excentricitätsfehlers, zu Grunde gelegte Verfahren ausführlich 
grörtert. 
Infolge der gänzlich veränderten Verhältnisse des Hamburger Hafens, 
wie sie durch den inzwischen erfolgten Zollanschlufs Hamburgs hervorgerufen 
wurden, waren aber die bislang zur Winkelmessung dienenden Objekte (entfernte 
Kirchthürme) theilweise. durch davorliegende Schiffe, dann aber auch durch die 
sich immer mehr steigernde Fabrikthätigkeit und den damit verbundenen Rauch 
vom Observationsthurm der Seewarte aus nicht mehr sichtbar, so dafs selbst an 
den wenigen Tagen mit fernsichtigem Wetter, wie sie durch die klimatischen Ver- 
hältnisse Hamburgs bedingt sind, nur selten sämmtliche Winkel und meistens 
nur einige derselben gemessen werden konnten. 
Es trat daher immer fühlbarer das Bedürfnifs hervor, eine Methode zur 
Bestimmung des Excentricitätsfehlers von Sextanten in Anwendung zu bringen, 
welche auch an den Tagen mit geringer Fernsicht die Untersuchung derselben 
ermöglichte. Versuche mit nahegelegenen Gegenständen (Kirchthürme, Schorn- 
steine u. s. w.) hatten schon in früherer Zeit zu einem negativen Resultate 
geführt und zwar namentlich wegen der dabei erforderlichen genauen Centrirung 
des Mittelpunkts des grofsen Spiegels, welche für jedes Instrument schwer 
durchführbar ist; andererseits auch schon wegen der Spiegelparallaxe des 
Sextanten selbst. 
Wie hierorts bekannt, benutzt das Kew-Observatorium, welches die 
Prüfung der Sextanten in nahezu derselben Weise durchführt wie die Seewarte, 
statt der entfernten Thürme die Fäden von Kollimatorfernrohren. Für die Hin- 
führung dieser Methode, welche eine grofse Genauigkeit in Bezug auf eine 
durchaus sichere Aufstellung der Kollimatoren zur Grundbedingung hat, sind bei 
der Seewarte die baulichen Verhältnisse nicht günstig. 
Es blieb daher nur übrig, ein anderes Princip als das der Winkelmessung 
zwischen direkt anvisirten Gegenständen zu Grunde zu legen, d. h. zur Methode 
der Vergleichung eines Bogenstückes des Sextanten mit dem korrespondirenden 
Bogenstück eines richtig getheilten Vollkreises zu greifen, wie ein solches Ver- 
fahren auf Sternwarten bereits früher unter Benutzung des Meridiankreises zur 
Anwendung gebracht ist. 
Nach Angaben des Herrn A. G. Winterhalter, Lieutenant der U. S. 
Navy vom U. S. Naval Observatory, welcher im August 1887 die Seewarte 
besuchte, wird nach diesem Verfahren, und zwar unter Benutzung eines guten 
Theodoliten, am U. S. Naval Observatory bereits seit einiger Zeit die Ex- 
centricität der Sextanten bestimmt. 
Das hierbei zu Grunde liegende Princip ist folgendes: Man befestigt 
einen Sextanten so auf einem mit genauer Theilung versehenen Theodoliten, 
dafs die Drehungsaxen beider Instrumente parallel sind. Indem man nun die 
Größe der Bewegung des doppelt reflektirten Bildes einer Mire am Gradbogen
	        
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