Hydrographische Bemerkungen von der Westküste von Süd-Afrika. 257
Die vorgefundenen Wassertiefen stimmten mit den Angaben auf der Karte No. 115
(Titel VII, No. 14) vom Jahre 1888 überein.
Auch konnte nicht bemerkt werden, dass die Halbinsel an einer Stelle
fortgespült sei. Es kann selbst bei Hochwasser die Halbinsel trockenen Fulses
begangen werden,
5. Das in dem Leuchtfeuer-Verzeichnifs, Titel VIII., laufende No. 50, ver-.
zeichnete Feuer in der Walfisch-Bai hat auf den Namen Leuchtfeuer keine Berech-
tigung. Ein deutscher Kaufmann, Namens Koch, besitzt eine mit Scheinwerfer
eingerichtete Lampe, welche bis.5 Sm gut sichtbar ist und zeitweilig aufgestellt
wird, wenn gegen Dunkelwerden ein Schiff auf See von der Faktorei beobachtet
worden ist.
Die Laterne leuchtet, wie auf S. 23 des Supplements zum „Africa Pilot“,
Theil II, angegeben ist.
Stromverhältnisse auf der Reise Kamerun—Loanda.
(Aus dem Reisebericht S. M. Knbt. „Hyäne“, Kommandant Korv.-Kapt. GOECKE.)
Von der Ansegelungstonne des: Kamerun-Flusses steuerte S. M. Knbt.
„Hyäne“ mit SSW1!„AW Kurs auf Kap Lopez zu und hatte 0,7 Sm Strom in der
Stunde in südwestlicher Richtung, was auch mit den „Annalen der Hydrographie‘,
1892, Heft II, übereinstimmt. Zwischen Gaboon und Kap Lopez dagegen wurde
das Kanonenboot bei SSW3/4AW-Kurs und ca 25 Sm Abstand von der Küste etwas
an dieselbe herangesetzt. Der Strom; welcher nach der Segelanweisung im wei-
teren Verlauf der Küste in der Stunde 1 Sm nördlich setzen sollte, wurde nicht
vorgefunden.
Auf der Fahrt von Kap Lopez nach Settee Pt. war allerdings schwacher
nördlicher Strom zu bemerken.
Am 11. Mai wurde Nachmittags Settee River auf 4 Sm passirt und daselbst
auf ca 2° 25‘ S-Br und 9° 35’ O-Lg dicht unter Land das Wrack eines Dampfers
bemerkt, von welchem die beiden Masten aus dem Wasser herausragten. Kin
kleiner Dampfer schien mit dem Bergen der Ladung beschäftigt zu sein.
St. Pedras Pt. wurde auf ca 2,5 Sm passirt und dann mit SSO-Kurs auf
Kabenda Pt. gesteuert. Bis Banda Pt. wurde kein Strom vorgefunden, wogegen
derselbe bei der Mullet-Bank und in der Kabenda-Bai mifsweisend West 0,6 Sm
in der Stunde setzte. Am 13. Mai wurde mit Hellwerden auf ca 5° S-Br und
11° 40‘ O-Lg die grünbraune Wasserfarbe bemerkt, welche den Bereich des Kongo-
Wassers erkennen liefs. Dasselbe wurde immer brauner und dunkler, bis es
Nachmittags 41 30° ungefähr da, wo in der Karte VIII, 6 ripple between Fresh
and Salt water verzeichnet ist, in eine dunkelgrüne und 1'/2 Stunden später in
der Peilung Padron Pt, NNO ca 14 Sm bei einer sich scharf abgrenzenden Strom-
kante in eine hellgrüne Farbe überging.
Auf der weiteren Fahrt längs der Küste wurde erst kurz vor der Einfahrt
nach Loanda ein ganz schwacher, nordöstlich setzender Strom vorgefunden,
Kleine Notizen.
1. Eigenthümlicher Kugelblitz. Dem meteorologischen Journal des
deutschen Dampfers „Flandria“, Kapt. P. Hahn, sind die folgenden Aufzeichnungen
entnommen: „Auf der Reise von St. Thomas nach Hamburg fand am 6. März 1891
zwischen 1 Uhr und 3 Uhr 30 Min. Morgens in 38° N-Br und 41° W-Lg ein hef-
tiges Gewitter mit furchtbaren Regengüssen bei schwachem südwestlichen Winde
statt. Während des Gewitters wurde zweimal rasch hinter einander eine eigen-
thümliche elektrische Erscheinung‘ beobachtet, von je 5 Sekunden Dauer, wie ich
sie sonst bei Gewittern noch nicht wahrgenommen hatte, In der fast schwarzen
Wolkenschicht erschien plötzlich eine leuchtende Kugel, in der Weise, als ob