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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1892. 
Ankerpeilung: Lechmere Point NW 
Fort NNO%/0O 
Flaggenstange von Telegraphenstation SOzO°/s0. 
Die Wassertiefen auf der Barre von English River fand S. M. S. „Sophie“ 
beim Einlaufen 1 Stunde vor dem berechneten Hochwasser (vier Tage vor Neu- 
mond) nicht unter 7m, beim Auslaufen 1'% Stunden vor Hochwasser nicht 
nnter 6,5 m und letztere Tiefen nur an zwei Lothstellen. Der Grund ist Schlick, 
In den 24 Stunden der Anwesenheit S. M. S. „Sophie“ in Lorenzo Marquez 
zeigten sich die Eintritte der Gezeiten sehr unregelmäßig, so schwoite das Schiff 
nach dem Ankern erst drei Stunden nach dem berechneten Hochwasser auf Ebbe 
and ebenso am nächsten Tage vor dem Verlassen des Hafens erst 2!» Stunden 
vor Hochwasser auf Fluth. Ein mit den Verhältnissen vertrauter deutscher 
Kapitän hatte auch dieselben Beobachtungen des unregelmäfsigen Eintritts der 
Gezeiten schon öfters gemacht. 
im Hafen wurde ein Strom von 1 bis 2 Sm, bei Ebbe etwas stärker als 
bei Fluth, beobachtet, doch sollen die Windverhältnisse grofsen Einflufs auf den 
Strom haben. Vorgenommene Lothungen ergaben (vier Tage vor Neumond) einen 
Unterschied von 2,7 m zwischen höchstem und niedrigstem Wasser auf dem Anker- 
platze im Flusse. 
Bei Lorenzo Marquez sind zwei Landungsbrücken vorhanden, von denen 
die westliche, aus Holz aufgeführt, bei niedrigem Wasserstande nur für flach 
gehende Ruderboote verwendbar ist. Die östliche Brücke ist eine Art Mole, aus 
Eisen und Stein aufgeführt, liegt an dem Zollschuppen und ist Nachts durch 
zwei Laternen gekennzeichnet, die nach Osten rothes, nach Westen grünes und 
nach Land zu weifßses Licht zeigen. Diese Brücke ist stets für Boote verwendbar 
zum Anlegen. 
4 
Ag) 
Anweisung zur Einfahrt nach Wentchau.” 
‚Aus dem Bericht S. M. Knbt. „Iltis‘, Kommandant Kapt.-Lieut. MÜLLER.) 
(Hierzu die Tafel.) 
S. M. Knbt. „Itis“ besuchte Wentchau am 24. März 1892. Da von vorn- 
herein angenommen wurde, dafs ein Lootse”) nicht zu erhalten sei, mußte auch 
mit der Möglichkeit des Festkommens im Wentchau-Strome (Ngan-Kiang) gerechnet 
werden, und dies geschah, indem die Zeit des steigenden Wassers zur Fahrt von 
der Flufsmündung bis zur Stadt — 30 Sm — gewählt wurde. Die erste Barre 
innerhalb White Rock wurde eine halbe Stunde nach Niedrigwasser überschritten, 
dabei 7 m als geringste Tiefe gefunden und etwa 1'/2 Stunden vor Hochwasser 
die letzte Barre dicht vor der Stadt Wentchau mit 4m als geringster Tiefe. 
Bei der Rückfahrt am 26. März wurde die oberste Barre dicht vor Hochwasser 
mit 6 m geringster Tiefe passirt und drei Stunden später die äußerste Barre, 
die oberhalb White Rock, mit 7,5 m. 
Die Einsteuerung geschah in befriedigender Weise wie folgt: 
Von Süden kommend, wurde SmallIsl. dicht passiırt und nordwestlich auf 
das hohe Land der Hutau-Insel zugesteuert, dabei der Strom (zur Zeit war Still- 
wasser) festgestellt. Dann in angemessenem Abstande von Rock Pt. und der 
zwischen Rock Pt. und White Rock etwas vorspringenden Bank W'/AN bis in 
die Leitmarke zum Passiren der ersten Barre: „Höchster Punkt von Rock Pt. 
im Einschnitt im White Rock“, In dieser nebenstehend dargestellten Leitmarke 
Skizze 1), bis in die nächste: „Weifses Yoss-Haus auf Hokeen im linken Ein- 
schnitt in den Bergen nördlich der Paps auf Great Sanpwan“. Diese Marke 
siehe Skizze 2) ist nicht gut, da das Yoss-Haus nicht mehr weils erscheint und 
man eigentlich nur durch das Erkennen der Spitze, auf der es stehen soll, seinen 
Platz errathen kann. Bei einigermafsen unsichtigem Wetter ist es überhaupt 
‘) Admiralitäts-Karte No. 1763 und China Sea Directory vol. III. 1884. Seite 346—349. 
2) Man soll Lvotsen für Wentchau in Ningpo bekommen können. Auch soll einer der 
aurovpäischen Lootsen im Min-Flusse im Stande sein. nach Wentchau zu lootsen.
	        
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