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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1892.
Aufserdem waren noch von einem Fabrikanten 4 Chronometer eingesandt
worden, die aber von demselben vor Beginn der Prüfung wieder zurückgezogen
wurden.
Die Zahl der eingelieferten Uhren, 32, war im Vergleiche zu der zu den
beiden vorhergehenden Prüfungen eingegangenen, 1889—90 20 Chronometer,
1890—91 22 Chronometer, eine erheblich größere, was im Wesentlichen auf das
Ausschreiben der Direktion der Seewarte vom 9. Februar 1891 zurückzuführen
ist, in welchem die Fabrikanten auf den gesteigerten Bedarf der Kaiserlichen
Marine an Chronometern aufmerksam gemacht wurden, der durch den Ankauf
der besseren, während der nächsten Konkurrenz- Prüfungen untersuchten In-
strumente gedeckt werden soll.
Bei den Uhren waren alle in dem Konkurrenz-Ausschreiben vom August v. J.
enthaltenen Bedingungen bezüglich der Konstruktions-Angaben und Zeichnungen,
des letzten Reinigungstermins etc. erfüllt, und aufserdem hatten sämmtliche
Herren Fabrikanten eine schriftliche Erklärung über die Anfertigung dieser In-
strumente in der eigenen Werkstatt und selbstständige Durchführung der Haupt-
theile, Unruhe, Spirale und Hemmung, wie Ausführung der Reglage abgegeben.
Die Chronometer wurden während der Untersuchungszeit jeden zweiten
Tag um 10 Uhr durch den Abtheilungs-Assistenten, Herrn Dr. C. Stechert,
mit den Normaluhren der Sternwarte auf chronographischem Wege verglichen;
aufserdem wurde an jedem Dekadentage durch den Observator der Sternwarte,
Herrn Dr. W. Luther, zwischen 10 und 11 Uhr Vormittags eine zweite Ver-
gleichung zur Herstellung einer unabhängigen Kontrole ausgeführt, Die zur
Ermittelung des Standes der Normaluhren nothwendigen Zeitbestimmungen
wurden von Herrn Dr. Stechert an den Meridian-Instrumenten der Sternwarte
angestellt.
Das Verfahren bei der Prüfung, insbesondere die Anordnung der Tem-
peratur-Intervalle, war analog dem bei den früher auf der Abtheilung IV ab-
gehaltenen Konkurrenz-Prüfungen beobachteten; doch wurden in Gemäfsheit der
von Seiner Excellenz dem Herrn Chef der Kaiserlichen Admiralität bestätigten
Beschlüsse der zweiten, im Juli 1887 in Hamburg abgehaltenen Chronometer-
Konferenz zur Ableitung der für die Güte der Instrumente charakteristischen
Zahlen nur die während der zwölf Dekaden von 1891 November 26. bis 1892
März 25. erhaltenen Gänge verwendet.
Während der ersten beiden Dekaden der Prüfungszeit (1891 November 6.
bis 26.) wurden die Instrumente allmählich bis auf 30° C erwärmt; während der
beiden letzten Dekaden (1892 März 25. bis April 14.) wurde die Temperatur
langsam von 30°C bis auf Zimmertemperatur vermindert. Unter Fortfall dieser
äufsersten, hier nicht weiter berücksichtigten Dekaden ergab sich das folgende,
vollständig symmetrische Temperaturschema:
Dekade: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Temperatur C: 30° 25° 20° 15° 10° 5° 5° 10° 15° 20° 25° 30°
Da der Winter der Prüfung bei den niedrigen Temperaturen im Allge-
meinen günstig war, so konnten letztere fast nahezu erreicht werden, die
niedrigste überhaupt beobachtete mittlere Tagestemperatur betrug 4,5°, die
höchste 30,2°,
Die Schwankungen innerhalb der einzelnen Dekaden blieben aufserordent-
lich gering, und es konnten auch bei den 5°-Dekaden die beabsichtigten Mittel-
temperaturen annähernd genau hergestellt werden.
Die aus den Vergleichungen mit den Normaluhren resultirenden Gänge
der einzelnen Chronometer wurden zu zehntägigen Gangsummen vereinigt und
die hieraus abgeleiteten mittleren täglichen Gänge in die Kolumne V der folgenden
Tabelle eingetragen.
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden zwei Thermochronometer
“nicht kompensirte Chronometer) verglichen, und es sind die mittleren täglichen
Gänge derselben am Fuße der Tabelle angegeben. Unter den Rubriken, welche
diese in Sekunden ausgedrückten Werthe enthalten, folgen alsdann die aus den
täglichen Ablesungen der meteorologischen Instrumente gebildeten Mitteltempe-
raturen sowie die Extreme der während der betreffenden Dekade beobachteten
mittleren Tagestemperaturen. In der letzten Reihe sind die Mittelwerthe der