Haltermann: Wind- und Wetterverhältnisse an der Südspitze Amerikas,
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„Orbis“ ein anhaltend stürmischer Nordwind herrschte. Dieses letzte Schiff hatte
schon seit dem 17. Juni von 27° S-Br in 138° W-Lg ab ununterbrochen östliche
und nordöstliche Winde von meist grofser Stärke angetroffen, von denen es
nicht unwahrscheinlich ist, dafs auch sie schon die Folge des vorerwähnten,
damals noch in niedrigerer Breite gelagerten Hochdruckgebietes waren. Die
bei „Parnafs“, „Nixe“ und „Aldebaran“ vom 19. bis 23. Juni wehenden Winde
und der dabei beobachtete Luftdruck scheinen ebenfalls darauf hinzudeuten,
Aehnlich verschiedene Windverhältnisse wie die bei den ersten drei
Schiffen der Tabelle hervorgehobenen, herrschten am 25. und 26. Juni bei
„Nixe“ und „Aldebaran‘‘; nur waren sie in diesem Falle nicht die Folgen eines
Hochdruckgebietes, sondern sie wurden von einem Tiefdruckgebiete hervor-
gerufen. Der Mittelpunkt davon zog am 26. Juni zwischen diesen nur 2° in
Breite von einander stehenden Schiffen nach SO und bewirkte dadurch stür-
mischen SE-Wind bei dem südlicher stehenden „Aldebaran‘“ und unbeständigen,
frischen nördlichen Wind bei „Nixe“. „Nixe‘“ scheint dem Mittelpunkte dieser
Depression am nächsten gestanden zu haben, denn als der niedrigste Luftdruck
von 740 mm abgelesen wurde, war es bei ihr für kurze Zeit windstill.
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Während der letzten Tage des Juni bildete sich dann in hoher Breite
ein neues Hochdruckgebiet, welches seine Wirkung bis östlich von Staaten-Land
erstreckte und dessen in seiner nördlichen Hälfte wehende, zeitweise heftig
stürmende Ostwinde den westwärts bestimmten Schiffen eine sehr günstige Ge-
legenheit zur Umsegelung des Kaps Horn gewährten. Mit ihrer Hülfe legte „Pal-
myra‘‘ die Strecke von 50° S-Br im Atlantischen Ocean nach 50° S-Br im Stillen