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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Haltermann: Wind- und Wetterverhältnisse an der Südspitze Amerikas. 9239 
von 774,5 mm und „Paposo“ bei 46° S-Br und 80° W-Lg am 16, September 
einen solchen von 770 mm. 
Zwei Hochdruckgebiete im südöstlichen Stillen Ocean. Oktober 
1890. Im Oktober 1890 bildeten sich im südöstlichen Theile des Stillen Oceans 
zwei Hochdruckgebiete, die beide nur von kurzer Dauer waren. Ueber das 
erste berichten die beiden Schiffe „Gustavo Adolfo“, Kapt. Lorentzen und 
„Thalia“, Kapt. Meyer. Davon war jenes auf der Ausreise und dieses auf der 
Heimreise begriffen. Nachdem „Gustavo Adolfo‘“ am 2. Oktober bei 54° S-Br in 
78° WLg einen niedrigsten Luftdruck von 736 mm beobachtet hatte, stieg bei dem 
nachher wehenden Westwinde das Glas allmählich bis auf den am 9. Oktober unweit 
42° S-Br in 78° W-Lg beobachteten höchsten Stand von 772 mm. Der num bei 
„Gustavo Adolfo“ wehende frische SW-Wind deutete darauf hin, dafs das Schiff 
sich in der östlichen Hälfte dieses Hochdruckgebietes befand. Dagegen stand 
die sich gleichzeitig in 42° S-Br und 93° W-Lg befindende „Thalia“, bei welcher 
leichter Östwind herrschte und das Barometer auf 780 mm zeigte, wahrscheinlich 
inmitten desselben. Bei diesem von Norden herkommenden Schiffe hatte der 
Luftdruck seit einer Woche mehr als 770 mm betragen. Nach dem 9. Oktober 
fand bei beiden Schiffen eine rasche Abnahme des Luftdruckes statt. 
In dem zweiten, während des letzten Drittels des Oktober beobachteten 
Hochdruckgebiete erreichte das Barometer keinen solch hohen Stand wie im 
dem eben erwähnten, auch scheint seine Ausdehnung nur eine geringe gewesen 
zu sein. Wahrscheinlich verschob es sich nach südöstlicher Richtung hin, wenn 
dies auch nicht über 50° S-Br hinaus geschah. Die auf der Ausreise begriffenen 
Schiffe, welche darüber Mittheilungen bringen, hatten vorher bei der Umsegelung 
des Kaps ungewöhnlich schwierige Verhältnisse angetroffen, die besonders 
dadurch verursacht wurden, dafs, wie es in diesen Gewässern leider so oft vor- 
kommt, die sehr häufig stürmischen Westwinde sich selten nach hoch nördlicher 
oder hoch südlicher Richtung veränderten. Dieses Verhalten hing wahr- 
scheinlich mit der Thatsache zusammen, dafs in den diese Winde verursachenden 
Niederdruckgebieten der Luftdruck verhältnifsmäfsig nicht tief sank, denn der 
damals beobachtete mittlere Barometerstand war ein höherer als der für diesen 
Meerestheil geltende Mittelwerth. Nach dem 10. Oktober wurden meistens 
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Winde von mälfsiger Stärke beobachtet. Einen tiefsten Barometerstand von 
729 mm brachte den Schiffen jenes Niederdruckgebiet, welches am 17. Oktober 
an ihnen vorüberzog. (Siehe die Karte von diesem Tage.) Auf dieses folgte, 
während die Schiffe nach Norden und Westen vorrückten, ein anhaltendes 
Steigen des Barometers, bis schliefslich am 22, Oktober ein höchster Stand von 
771mm erreicht war. (Siehe Karten vom 21. und 22. Oktober.) Nachdem 
dieser nur kurze Zeit geherrscht hatte, nahm der Luftdruck bei allen Schiffen 
wieder ab, und am 24. Oktober war vom Hochdruckgebiete fast jede Spur ver- 
schwunden.
	        
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